WM 2010: Hoeneß greift Blatter an

München - Uli Hoeneß hat den FIFA-Präsident Sepp Blatter kritisiert. Südafrika als Austragungsort der WM 2010 sei die "größte Fehlentscheidung". Im Mittelpunkt seiner Kritik steht die Sicherheit. 

Uli Hoeneß ist am Wochenende viel unterwegs gewesen: Am Samstag verfolgte er Bayerns Sieg über Bremen live im Weser-Stadion, tags darauf hockte er beim 1:0-Erfolg der zweiten Mannschaft in Haching auf der Tribüne.

Nein, man kann nicht sagen, dass sich der 58-Jährige in seiner Funktion als Präsident nur noch im Büro verschanzt. Er geht weiter raus in die Stadien – nur im Sommer, das steht schon fest, wird er zuhause bleiben.

Die WM in Südafrika schaut er von der heimischen Couch aus an. „Ich fahre da nicht hin“, stellte Hoeneß klar, „ich war nie ein großer Freund von einer WM in Südafrika oder überhaupt in Afrika, solange Sicherheitsaspekte nicht zu 100 Prozent geklärt sind.“

Der Terroranschlag beim Afrika-Cup hat den Bayern-Boss in seiner Meinung bestärkt. Hoeneß sieht vor allem in FIFA-Präsident Sepp Blatter den Schuldigen an der kniffligen Situation: „Herr Blatter hat seinen Willen haben müssen, ich habe es im mer für falsch gehalten. Jetzt hat es keinen Sinn mehr, zu lamentieren. Man muss versuchen, das Beste daraus zu machen – ich bin sicher, dass Herr Blatter im stillen Kämmerlein längst begriffen hat, dass die WM-Vergabe an Südafrika eine der größten Fehlentscheidungen war, die er jemals getroffen hat.“

Der Ticketverkauf läuft bisher nicht gut, Hoeneß steht nicht allein mit seiner Skepsis. Obwohl eine sid-Umfrage gestern ergab, dass 70,6 Prozent der Deutschen für die WM in Südafrika sind, gaben 51,2 Prozent an, das Land sei als Ausrichter ungeeignet.

Auch Blatter lenkte gestern ein. Er sprach sich für einen europäischen Gastgeber der WM 2018 aus. Aus Europa bewerben sich derzeit England, Russland sowie die Doppel-Kandidaten Spanien/Portugal und Niederlande/Belgien um die WM 2018 bzw. 2022. Konkurrenten sind Australien, Japan und die USA für 2018 sowie Südkorea, Katar und Indonesien für 2022.

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