Arjen Robben kniet vor Schiedrichter Guido Winkmann und bekommt die gelbe Karte.
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Arjen Robben kniet vor Schiedrichter Guido Winkmann und bekommt die gelbe Karte.

Schiedsrichter unter Beschuss

Alles rosarot beim FC Bayern, aber Robbens Gelb-Rot regt Brazzo auf

  • vonJosé Carlos Menzel López
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De 3:1-Erfolg beim VfL-Wolfsburg hat den FC Bayern und seinen zuletzt glücklosen neuen Trainer Niko Kovac zwar wieder in die Erfolgsspur gebracht. Reibungslos war der Auftritt jedoch nicht.

Auch das noch! Als ob Arjen Robben nach seinem Platzverweis in Wolfsburg nicht schon bedient genug gewesen wäre, musste der Niederländer nach Spielschluss auch noch zur Dopingkontrolle. Reden konnte der sonst mitteilungsfreudige Flügelstürmer daher nicht. Offensichtlich lief es dann relativ schnell, weshalb Robben keine zehn Minuten später das Erleichterungskammerl wieder verließ und in den Mannschaftsbus der Roten einstieg. Kommenden Samstag in Mainz wird er das nicht tun, schließlich muss der 34-Jährige nach der Ampelkarte bei der Partie gegen den FSV passen. Zu Unrecht, wie vonseiten der FCB-Verantwortlichen nach Spielschluss zu vernehmen war.

Brazzo meint, eine Ermahnung hätte gereicht

Hasan Salihamidzic hatte die Medienlandschaft am Wochenende zwar nicht verfolgt, beim Platzverweis in der 57. Minute dafür aber ganz genau hingeschaut. Der Unparteiische der Partie, Guido Winkmann, zückte nach einer Robben-Schwalbe in der 44. Minute erst den gelben Karton, nach einem Foul an Rexhbecaj in Hälfte zwei dann Gelb-Rot – in der Betrachtungsweise des Sportdirektors natürlich völlig zu Unrecht. „Vielleicht hätte man es eleganter klären können“, so Brazzo. Eine Ermahnung hätte in seinen Augen gereicht, dann „hätten wir ihn vielleicht ausgewechselt“, erklärte er weiter. „Aber ich rege mich nicht auf.“

Alles wieder rosarot - wenn man durch die Bayern-Brille schaut

Niko Kovac schon, zumindest ein wenig. Geht es nach dem Chefcoach des Rekordmeisters, so war die erste Gelbe nach Robbens Schwalbe im Sechzehner nicht ahndungswürdig. Der Trainer: „Die erste Gelbe Karte war keine Schwalbe. Sie laufen ineinander und da zuckt Arjen kurz zurück. Die zweite war Gelb.“ Gerade in Unterzahl kamen die 2:0 führenden Münchner plötzlich ins Wanken. Weghorst erzielte den Anschlusstreffer, die Partie drohte zu kippen – bis James seine Mannschaft mit dem 3:1 erlöste. Kovac wollte Robben zwar „keinen Vorwurf“ machen, gerade zu zehnt schienen die Bayern jedoch wieder in alte Muster zu verfallen. Kaum auszudenken, was geschehen wäre, hätte Winkmann den Elfmeter von Rafinha an Weghorst doch gegeben hätte. Der Linienrichter hatte bei einer Millimeterentscheidung auf Abseits des VfL-Stürmers entschieden… 

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Das Schweigen der Reservisten

Geht es nach den Bossen, so liegt das einzige Problem der heilen FCB-Welt in seinem luxuriös augestatteten Kader. „Die Spieler, die nicht spielen, sind sauer“, argumentierte Uli Hoeneß am Freitag – eine These, wonach am Samstag Thomas Müller, Franck Ribéry und Jerome Boateng eher mäßig zufrieden die Heimreise nach dem 3:1-Erfolg in Wolfsburg angetreten haben dürften. Der Grund: Sie alle begannen und beendeten die Partie in der Volkswagen Arena auf der Bank.

Besonders bitter: Für Müller war es nach seiner Reservistenrolle mit der deutschen Nationalelf bei der 1:2-Pleite in Frankreich vergangenen Dienstag die zweite Enttäuschung innerhalb von fünf Tagen. Anmerken lassen sich die Superstars aber (noch) nichts.

Auf die Frage, welche Begründung Trainer Niko Kovac ihm für seine Nicht-Berücksichtigung in der Startelf geliefert habe, antwortete Müller: „Der Trainer braucht nicht immer alles zu begründen.“ Und weiter: „Wir haben schon oft darüber gesprochen, dass wir einen sehr breiten Kader haben. Der Trainer hat aufgestellt und wir müssen schauen, dass wir die Einheit, die wir sein wollen, auch ausstrahlen. Deswegen gibt es keinen Grund, negative Stimmen darüber zu äußern.“

Bilder und Noten vom Bayern-Sieg gegen Wolfsburg: Einmal die Fünf und einmal die Eins

VfL Wolfsburg - FC Bayern München
VfL Wolfsburg - Bayern München
VfL Wolfsburg - Bayern München
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Ribéry und Boateng taten das ebenfalls nicht, sie sprachen in Wolfsburg nämlich gar nicht. Mit ihren Kopfhörern schützten sich die beiden vor den Nachfragen der Pressevertreter und eilten schnellen Schrittes und ernsten Blickes in Richtung Bus.

Im Falle des Innenverteidigers dürfte die kürzlich erlittene Muskelblockade eine Rolle gespielt haben, die ihn sogar zur Abreise von der Nationalelf gezwungen hatte. Da Boateng jedoch bereits tags darauf eine gesamte Einheit absolvierte, standen die Zeichen auf fit. Zu den Personalien Müller und Ribéry meinte Kovac bei Sky: „Wir haben im Moment 17 gesunde Spieler, ich habe mich für die beiden entschieden. In den nächsten Wochen werden sicherlich die anderen auch ihre Möglichkeit bekommen.“ Die Zahlen sprechen nicht für sie. Müller hat in 765 Einsatzminuten gerade einmal zwei Tore erzielt, Ribéry in 727 Minuten keines.

Die Rotation bleibt ein heißes Thema an der Säbener Straße. Und wer am Ende den Kopf dafür hinhalten muss, hat Uli Hoeneß unlängst klargemacht.

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