Ancelotti beim Telekom Cup am 14. Januar.
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Ancelotti beim Telekom Cup am 14. Januar.

Bayern-Trainer im Gespräch mit ESPN

Ancelotti über Pep, Ronaldo und Müllers Raumdeutung

  • Fabian Müller
    vonFabian Müller
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München - Carlo Ancelotti hat während des Trainingslagers in Doha mit ESPN über seine Ziele mit den Bayern, Thomas Müllers raumdeuterische Fähigkeiten und den Hunger von Cristiano Ronaldo gesprochen. 

Carlo Ancelotti ist schon weit herumgekommen in der Welt des Fußballs, bald hat er 1500 Spiele als Aktiver und an der Seitenlinie erlebt - eine beeindruckende Marke. Im Trainingslager in Doha hat der Italiener mit dem amerikanischen Sportsender ESPN gesprochen. 

Schwierige Nachfolge

Ancelotti ersetzte in Pep Guardiola eine der schillerndsten Trainerpersönlichkeiten der Welt. Der gewann mit den Bayern bekanntlich in drei Saisons zwei Mal das Double. „Ich denke es ist schwieriger in einen Klub zu kommen, wo alles gut läuft und jeder glücklich ist“, sagte Ancelotti über seine neue Aufgabe. „Wenn man von einem Trainer, der entlassen worden ist, den Posten übernimmt, weil es nicht gut lief, ist es oft einfacher.“ Und auch das Umfeld erwartet bei einem erfolgreichen Vorgänger mehr: „Jeder, von den Spielern bis zu den Klub-Verantwortlichen, erwartet Veränderungen.“ Es sei nicht einfach für ihn, sagte der Italiener. 

Veränderungen im Spielsystem

„Die größte Veränderung ist, dass wir jetzt stoßweise Pressing betreiben. Wir versuchen auch direkter zu spielen, mehr vertikal“, sagte Ancelotti über das neue Spielsystem. Es werde eine Weile dauern, „aber die Reaktionen der Spieler ermutigen mich.“ Der 57-Jährige legt den Fokus verstärkt auf das letzte Drittel des Feldes: „Hier brauchst du Kreativität und Freiheiten, ohne die hast du nur den reinen Ballbesitz.“ Und daraus entstehen keine Torchancen. 

Spieler zu motivieren, dass sei für ihn nie ein Problem gewesen, sagte Ancelotti zu ESPN, besonders bei den Vereinen, bei denen er bisher war. „Es gibt eine Art Hunger in Jungs wie Xabi Alonso oder Pepe, um nur zwei zu nennen. Ronaldo ist dafür das allerbeste Beispiel“, der sei nie wirklich satt. 

Müllers raumdeuterische Fähigkeiten

Von Thomas Müller hält Ancelotti übrigens besonders viel. “Müller kann wirklich überall spielen. Er wird es nur auf seine eigene Art tun und die Position neu erfinden.“ Dass die Medien in Deutschland ihn dafür kritisieren, weil er Müller auf dem Flügel einsetzt, erheitert Ancelotti: „Ich bin nicht blöd. Ich weiß, dass er nicht so spielen wird wie Robben oder Costa. Ich will auch überhaupt nicht, dass er sie imitiert. Er soll seine Intelligenz nutzen, um die richtigen Positionen auf dem Spielfeld zur richtigen Zeit zu finden.“ Das schaffe ein Ungleichgewicht im gegnerischen Team. Dass Müller keine besonders gute Hinrunde gespielt hat, lässt Ancelotti keinesfalls an ihm zweifeln: „Mental ist er sehr stark. Er ist ein Gewinner-Typ, er ist nie deprimiert sondern immer gut gelaunt und zuversichtlich.“ Müller könne über sich selbst lachen, das sei wichtig. 

Titel Nummer vier?

Thomas Müller wird einer der Spieler sein, der mitentscheiden wird, ob Ancelottis Amtszeit in München von Erfolg geprägt sein wird. Guardiola hat drei Meisterschaften in drei Jahren gewonnen, diesen Rekord kann Ancelotti maximal einstellen. Doch das ist dem Italiener nicht wichtig. Den größten Titel, die Champions League, danach strebt er. Drei Mal gewann Ancelotti schon den Henkelpott. Es wird sich zeigen, ob es ihm ein viertes Mal gelingen wird. 

Im Video: Auch dieser Mann wird für Titel entscheidend sein

fmü

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