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Für Kovac ein Mentalitätsmonster: Ribery

Druck von Hoeneß

Befehl der Bayern-Bosse: Kollegialität als Klausel

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Franck Ribery und Arjen Robben bekamen beim FC Bayern nur neue Verträge, wenn sie Kingsley Coman und Serge Gnabry Raum lassen

München – Gestern hatte der FC Bayern Besuch von Felix Brych. Der deutsche FIFA-Schiedsrichter erklärte den Stars die Neuerungen in der anstehenden Saison, was die Pfiffe der Unparteiischen betrifft. Fair geht vor sollte ja bekanntlich die Devise im Sport lauten. Auch bei so mancher Vertragsverhandlung wurden im Frühjahr an der Säbener Straße ähnliche Inhalte thematisiert. Kollegialität als extra Klausel, wenn man so will.

Wie Uli Hoeneß verriet, haben die Bayern bei den Verhandlungen mit Franck Ribery und Arjen Robben klargestellt, dass die beiden Top-Stars nur noch mal neue Arbeitspapiere erhalten, wenn sie bereit sind, den Jungstars im Team klaglos mehr Platz einzuräumen. Kingsley Coman will den nächsten Schritt zur Stammkraft machen, Serge Gnabry wurde von seinem Leihgeschäft zurückbeordert, weil er in Bremen und vor allem in Hoffenheim viel gelernt hat. In Alphonso Davies steht sogar bereits ein Vorbote der übernächsten Generation in den Startlöchern. Der 17-Jährige wird im Januar aus Kanada nach München umsiedeln. Es sei „ein Kunststück“, die Egos auszutarieren, vermutete Hoeneß, denn jeder dieser Spieler habe ja Argumente für Einsatzzeiten. „Aber wir haben mit Franck und Arjen geredet, sie wissen, dass es nur einen Umbruch geben kann, wenn jeder mitspielt. Sie müssen beide Verständnis haben, wenn sie mal nicht spielen und bereit sein, den Jungen mal den Vortritt zu lassen.“ Die Bosse ließen bei den Vertragsgesprächen in der Frage wenig Spielraum, das sei Teil des Geschäfts gewesen, so der Präsident. Nur auf der Basis des Verständnisses habe man verlängert.

Wie es sich in der Praxis regelt, wird freilich die große Frage bleiben. „Das muss der Trainer moderieren“, meinte Hoeneß, und Niko Kovac hat seine beiden Oldies bisher gebauchpinselt, nach allen Regeln der Kunst. Das Duo hatte im Zweifel die Nase vorn, wenn es in Testspielen mal um was ging, und in Interviews lobte der neue Coach die beiden ebenfalls über alle Maßen. Ribery sei ein „Mentalitätsmonster“, für ihn eine der größten Überraschungen der Vorbereitungsphase, sagte er, und von Robben habe er schon viel gehört, und war dennoch überwältigt von so viel Trainingseifer. Der ehemalige Profi weiß, was Top-Stars hören wollen. Doch ab Freitag beginnt ja erst die Saison, und oft ist es ja tückisch: Wer im Sommer gelobt wird, sitzt den Rest des Jahres auf der Bank. Sebastian Rudy ist dafür ein gutes Beispiel, auch wenn er ein ganz anderer Typ ist als die beiden Dauerbrenner auf der Außenbahn.

Die Bosse werden die Entwicklung genau beobachten, denn sie legen ja auch bereits Geld zur Seite, um im nächsten Sommer notfalls nachzurüsten. Ribery und Robben können nicht ewig so weitermachen, Coman und Gnabry müssen erst beweisen, ob sie auf Dauer in die gewaltigen Fußstapfen der Flügelflitzer treten können – von Davies ganz zu schweigen. Das Rennen auf der Außenbahn wird auch ein Rennen um die Zukunft bei Bayern – wer wird künftig die Regeln festlegen?

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