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Noch Gegner, bald Teamkollegen: Jan Kirchhoff (M.) wechselt im Sommer zum FC Bayern.

05er auf Europapokal-Kurs

Mainz mit Ruhe zum Erfolg - auch gegen Bayern?

Mainz - Still und heimlich befinder sich Mainz 05 im Schatten der großen Namen auf Europapokal-Kurs. Selbst vor dem Spiel gegen den FC Bayern behält der Tabellen-Fünfte sein Erfolgsgeheimnis bei: Ruhe.

Jan Kirchhoff wollte seine Ruhe haben. Wortlos schlenderte der 22-Jährige völlig durchnässt durch den Regen an den Kamerateams und Journalisten vorbei in die Kabine des 1. FSV Mainz 05. Vor dem Spiel gegen seinen baldigen Arbeitgeber, den großen FC Bayern am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) blieb der auf dem Platz so wortgewaltige Abwehrspieler stumm.

Kampfansagen oder vollmundige Treuebekenntnisse für die Rückrunde sind sowohl für Kirchhoff als auch für den gesamten Verein, der bislang eine so starke siebte Saison in der Bundesliga spielt, absolut überflüssig. Ohne großes Aufsehen spielten sich die Mainzer auf den fünften Tabellenplatz und dürfen sich so langsam berechtigte Hoffnungen auf einen Europapokal-Platz machen.

„Natürlich wollen wir so lange wie möglich da oben stehen“, sagte Mittelfeldspieler Andreas Ivanschitz dem: „Aber wir konzentrieren uns jetzt auf das Spiel gegen die Bayern, das wird eine Riesenaufgabe und wir schauen nicht auf die Tabelle. Was unter dem Strich dann rauskommt, werden wir sehen.“

Auch Kirchhoffs Wechsel im Sommer nach München brachte die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel in der Winterpause nicht aus dem Tritt. „Wir haben uns natürlich für ihn gefreut“, sagte Ivanschitz: „Das ist ein Top-Transfer aber er ist jetzt noch bei Mainz und wird am Samstag alles geben, die Bayern zu ärgern.“

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Ein Unentschieden gegen Freiburg (0:0) und ein Sieg bei der SpVgg Greuther Fürth (3:0) - beides ohne Kirchhoff in der Startelf - brachten Selbstvertrauen für das Spitzenspiel. Von mehr viel Tuchel nichts wissen. „Für uns ist es gegen die Bayern wichtig, mit den kleinen Dingen zufrieden sein“, sagte der 39-Jährige der Allgemeinen Zeitung.

Nicht zufrieden ist definitiv der zuletzt so starke Stürmer Adam Szalai. Ungarns „Fußballer des Jahres“ hatte in Fürth wegen einer vermeintlichen Schwalbe die fünfte Gelbe Karte gesehen - nach seiner Meinung vollkommen zu Unrecht. „Es ärgert mich sehr, das war ein Foul. Ich hatte die ganze Zeit im Kopf, keine blöde Aktion zu machen“, sagte Szalai zu der Szene im Fürther Strafraum.

So bleibt der 25-Jährige erst mal bei elf Saisontoren, was den sportlichen Verantwortlichen am Ende gar nicht so Unrecht sein dürfte - unter anderem Borussia Dortmund und der FC Arsenal sollen starkes Interesse an dem Torjäger haben, die Bühne gegen Bayern bleibt Szalai verwehrt. „Für kein Geld der Welt“, würde Christian Heidel sein Juwel schon im Winter abgeben, wie der Mainzer Manager kürzlich sagte.

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Der Luxus, begehrte Rohdiamanten im Kader zu haben, ist nicht neu für die Mainzer. Dass hingegen keine Not mehr besteht, diese sofort zu verkaufen, schon. Selbst bei Kirchhoff hätten die Bayern wohl gerne schon im Winter zugeschlagen, aber „die Signale“, auf die Sportvorstand Matthias Sammer aus Rheinhessen wartete, kamen nicht. Bis jetzt zumindest.

Noch deutlicher wurde Heidel als sein Trainer in der Hinrunde unter anderem bei Schalke 04 gehandelt wurde. „Nicht für 30 oder 60 Millionen Euro. Auch wenn ein Russe angefahren kommt - oder irgend so ein Scheich“, sagte der Manager. Bis 2015 ist Tuchel in Mainz gebunden und will nach eigenem Bekunden auch mindestens so lange bleiben. In seinem vierten Jahr an der Seitenlinie der Profis bekommt er dafür alle Unterstützung.

Als Mittelfeldspieler Eugen Polanski (27) kurzfristig zum Krisenklub 1899 Hoffenheim wechselte, präsentierte Heidel durch den gewonnen finanziellen Spielraum ein paar Stunden später den dänischen Nationalspieler Niki Zimling, der gegen München vor seinem Startelf-Debüt steht. „Er ist ein kompletter Spieler für das zentrale Mittelfeld, er bringt neben seiner fußballerischen Qualität auch eine besondere physische Komponente ein und verfügt zudem über internationale Spielerfahrung im Verein und der Nationalmannschaft“, sagte Tuchel.

sid

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