Holger Badstuber Münchner Tafel
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„Ich freue mich, wenn ich ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann“: Badstuber bei der „Münchner Tafel“.

Interview

Badstuber: "Das war kein gebrauchtes Jahr"

  • Andreas Werner
    vonAndreas Werner
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München - Bayern-Verteidiger Holger Badstuber spricht im Interview über die Lehren aus seiner langen Leidenszeit und seine Comeback-Pläne im Wintertrainingslager.

Es war klirrend kalt gestern Nachmittag an der Großmarkthalle, aber die Menschen, die die „Münchner Tafel“ eingeladen hatte, harrten dennoch tapfer aus. Holger Badstuber war gekommen, um 3000 Geschenke, eine Spende von humedica, zu verteilen. „Da wird uns allen schön warm bei so vielen Päckchen“, sagte der Bayern-Star, der das zweite Mal für die „Münchner Tafel“ auftrat, „wir machen uns einen einen schönen Nachmittag.“

Herr Badstuber, wie kam es zum Engagement für die „Münchner Tafel“?

Weil ich mich einfach dafür interessiere, was in München los ist. Es geht bei dieser Sache nicht um den FC Bayern oder um mich, sondern um die Münchner Tafel, die jeder unterstützen kann. Es gibt in München sehr viele Hilfsbedürftige, auch in meiner Umgebung, das ist mir aufgefallen und ich finde es sehr wichtig, wenn es einem möglich ist, zu helfen. Ich stelle mich da gerne zur Verfügung und freue mich, wenn ich den Kindern hier mal ein kleines Lächeln auf die Lippen zaubern kann.

Die blicken auf eine fast zweijährige Verletzungspause zurück – was wäre für Sie denn gerade das größte Geschenk?

Gesund ins neue Jahr zu starten, gesund an Weihnachten zu sein. Ich bin da aber auf einem sehr guten Weg und bin insgesamt frohen Mutes.

Seit Mitte September setzt Sie nun ein Muskelsehnenriss im Oberschenkel matt – ist das Trainingslager Mitte Januar Ihr großes Ziel zum Comeback?

Ja, das habe ich ganz fest im Visier. Und ich gehe davon aus, dass das auch klappt. Ich bin weiterhin voll im Plan.

Auch wenn Ihre Leidensgeschichte gravierender ist – wegen mehrfacher Knieoperationen fielen Sie fast zwei Jahre aus: Macht Ihnen Mut, wenn ein Kollege wie Bastian Schweinsteiger nach einem halben Jahr wieder aufläuft?

Basti braucht mir keinen Mut zu geben, da bin ich selbst inzwischen erfahren genug. Es tut aber natürlich immer gut, wenn er ein offenes Ohr für einen hat und einem zuhört, wenn man einmal ein Tief hat. Insgesamt bin ich jedoch gestärkt – so oder so.

Sie feierten Ihr Comeback, dann mussten Sie einen erneuten Rückschlag hinnehmen – wie fällt Ihr Fazit 2014 aus?

Es war ein turbulentes Jahr.

Auch vielleicht ein gebrauchtes Jahr?

Nein, kein gebrauchtes. Ich habe viele Erfahrungen gemacht, mich aus einer schweren Phase herausgekämpft. Für mich war die große Frage, ob ich wieder dahin komme, wo ich mal gewesen bin. Das war absolut der Fall, das gab mir Stärke. Dass ich das geschafft habe, war die wichtigste Erkenntnis, die gibt mir Mut, Kraft, Selbstvertrauen und die Stärke, auch jetzt wieder zurückzukommen. Es war deshalb auch ein schönes Jahr für mich, mit vielen Ereignissen. Dass ich wieder auf dem Platz stehen konnte, war einfach toll. Ich bin zufrieden und glücklich, dass das Jahr gut zu Ende geht, weil ich weiß, dass ich im neuen Jahr wieder voll angreifen kann.

War diese lange Verletzung die größte Charakterprobe Ihrer Karriere?

Es war eine harte Probe, aber auch eine gute. Es ist gut zu wissen, dass man aus einem absoluten Tief wieder herauskommen kann. Das hilft einem, nicht nur im Fußball, sondern fürs ganze Leben, auch nach der Karriere. Ich weiß jetzt, dass man am Tiefpunkt weitermachen muss, sich nie aufgeben darf und dann am Ende belohnt wird.

Was sind Ihre Ziele und Vorsätze für 2015?

Jedes Jahr setze ich mir neue Ziele, auch 2015 habe ich welche. Und ich wünsche mir einfach genau das, was ich jedem Menschen wünsche: Dass man gesund bleibt.

Interview: Andreas Werner

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