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Da war Musik drin: Nicht nur Lewandowski und Alaba hatten beim 8:0 gegen den Hamburger SV viel Spaß.  

Bayerns Schützenfest

FCB-Festspiele: Es „müllert“ – auf neue Art

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Thomas Müller ist eine weltweit einzigartige, Robert Lewandowski laut Karl-Heinz Rummenigge eine sagenhafte Figur wie einst Gerd Müller - nach dem 8:0 gegen den Hamburger SV herrscht beim FC Bayern Freude pur.

München – Es war eines dieser Spiele, bei denen die Leute nicht aus dem Stadion gehen, ohne ein Foto von der Anzeigetafel gemacht zu haben. Da will man zeigen können, ich war da dabei, historisches Zerlegen des Hamburger SV, nächster Teil. Das 8:0 des FC Bayern hat sich schön eingefügt in Münchner Festspielwochen. Auch das 5:1 neulich über den FC Arsenal dürfte auf etlichen Smartphones die Runden machen.

Klassische Frage nach so einem Spiel: War der FC Bayern so stark – oder der Gegner so schwach? Thomas Müller meinte: „Eine Mischung aus beidem.“ Am Ende aber redete alles nur von den Münchner Stärken, denn so beeindruckend waren die. Dass das Wort „Auflösungserscheinungen“ extra für die Hamburger Defensive erfunden zu sein scheint, wurde eine Fußnote.

Münchner Stärken, da war man zwangsläufig schnell bei Thomas Müller angelangt. Er hatte seine Füße bei über der Hälfte aller Treffer im Spiel und bewies, dass es in der neuen Zeit auch anders „müllern“ kann. Während sein berühmter Vorfahre an Toren, Toren, Toren gemessen wurde, sprach Karl-Heinz Rummenigge am Samstag von Müllers „bester Saisonleistung“, obwohl er kein Tor beigesteuert hatte. Und mit dem Lob stand der Boss nicht alleine. Am schönsten formulierte es Arjen Robben.

Müller immer wichtig - auch wenn er den Ball nicht trifft

Er habe immer gesagt, er sei „ein Fan von Thomas“, sagte der Niederländer. Müller sei „immer wichtig, sogar wenn er nicht gut Fußball spielt und den Ball gar nicht trifft“. Das dürfte weltweit wohl einzigartig sein, dass ein Fußballer als wertvoll gesehen wird, selbst wenn sein Fuß und der Ball auf Kriegsfuß stehen. Robben sprach allen Müller-Kritikern per se jeglichen Fachverstand ab: „Alle, die Ahnung vom Fußball haben, sehen das: Er ist ein Spieler, den du immer brauchst.“ Weil er „müllert“ – auf seine eigene Art.

Das 5:0 von David Alaba sei „ein Paradebeispiel“ gewesen, sagte Müller, „dass ich euch nicht seit Wochen anlüge, wenn ich sage, Tore sind mir nicht so wichtig“. Klar sei das eine Situation gewesen, in der man auch mal selber schießen könnte, sieben Meter vor dem Tor, freistehend. „Aber die Situation war klar: Ich habe David aus dem Augenwinkel gesehen, wir sind zwei gegen einen.“ Also schubste er die Kugel in den Lauf des Kollegen. Freilich.

„Ich habe immer schon gesagt, dass Thomas auch ohne Tore überragend spielt“, sagte Robert Lewandowski, der mit drei Treffern den erfolgreichsten Arbeitstag hinter sich hatte. Rummenigge grinste sein genüsslichstes Rummenigge-Grinsen, als er auf den Wert des Sturmstars angesprochen wurde. Er kam gratis, er ist nie verletzt, er trifft nach Belieben, sagte der Vorstandschef, „ein gutes Invest“. Wo Lewandowski einzustufen sei in der langen Liste trefflicher Bayern-Stürmer? Mit Giovane Elber oder Roy Makaay brauche man da nicht zu kommen, meinte Rummenigge: „Das geht schon in die Richtung Gerd Müller. Und da muss ich nicht mehr dazu erklären. Der war eine Sage.“ Beziehungsweise: Ist eine Legende.

Thomas Müller jubelt mit Kingsley Coman. 

So ein Vergleich ehre ihn enorm, entgegnete Lewandowski, der in dem Moment fast ein bisschen sprachlos wirkte. „Ich schreibe meine eigene Geschichte“, sagte er dann noch, und das sollte nicht großkotzig klingen, eher devot mit Blick auf das Stürmerdenkmal Müller. Die eigene Geschichte liest sich jedenfalls bestens, gegen den HSV klappte alles, sogar Ungewöhnliches. Das 4:0 hatte Robben per Absatzkick eingeleitet, „das mag ich eigentlich nicht“, sagte er, „Hacke, da habe ich mich mal schwer verletzt, seitdem habe ich das nicht mehr in meinem System. Aber diesmal habe ich es mich getraut.“ Im Überschwang.

Von Carlo Ancelotti erwarte er, dass er was ausgibt, so Robben wegen des 8:0 zum 1000. Spiel des Trainers. „Nur keinen Alkohol – wir haben ja am Mittwoch schon wieder ein Spiel.“ Und das soll vorzeigbar werden – am besten als Anzeigentafelmotiv.

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