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Coach Heynckes: Fokussiert auf Freiburg

Heynckes fordert Konzentration

"Nix Dortmund, das Highlight ist Freiburg"

München - Der FC Bayern spielt am Mittwoch in Freiburg. Doch schon jetzt hat der Rekordmeister das Schlagerspiel am Samstag gegen Dortmund im Kopf - sehr zum Leidwesen von Jupp Heynckes.

Wenn es derzeit Tabuwörter an der Säbener Straße gibt, dann sind das exakt zwei: „Borussia“ und „Dortmund“. Ähnlich wie bei der Bestsellerreihe Harry Potter, wo der üble Lord Voldemort aus Angst immer nur als „du weißt schon wer“ bezeichnet wird, nimmt auch beim – allerdings weniger ängstlichen – FC Bayern im Moment niemand die zwei bösen schwarzgelben Wörter in den Mund.

Kaum waren sie einem Journalisten am Dienstag bei der wöchentlichen Presserunde über die Lippen gerutscht, unterbrach Jupp Heynckes ihn sofort. „Nix Borussia Dortmund, SC Freiburg morgen“, so der Bayerntrainer. Es blieb das einzige Mal innerhalb des gut 20-minütigen Gesprächs, dass Heynckes die zwei vermaledeiten Worte aussprach.

Dafür gebrauchte Heynckes umso öfter das Wort „Freiburg“, jener Gegner, auf den die Bayern am Mittwoch (20.30 Uhr, Sky & Liga total!) treffen. Freiburg sei eine „kämpferische“ Mannschaft, Freiburg spiele gut und gerne „nach vorne“, außerdem sei Freiburgs Trainer Peter Streich „der beste Mann. Unser Fokus liegt nur auf Freiburg“, so Heynckes weiter. „Wir wollen dort wieder gewinnen, um die Distanz zu den anderen Plätzen zu behalten. Unser Highlight ist Freiburg.“

Heynckes wurde nicht müde, das zu betonen. Vielleicht aus Angst, dass seine Spieler mit dem Kopf schon beim BVB sind? Schließlich sprach Javi Martinez schon am Montag vom „deutschen Clásico“, Kollege Franck Ribéry sagte am Samstag sogar, dass die Mannschaft „alles tun würde, um Dortmund zu schlagen“. Zu viel des Guten für einen 67-jährigen Fußballweisen wie Heynckes. Der ist sich der Bedeutung des Spiels vor dem Spiel im Klaren. Denn: Patzt Bayern in Freiburg, könnte der Vorsprung auf den BVB vor der Partie am Samstag bereits auf sechs Punkte geschrumpft sein.

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Deswegen stellt sich für den Trainer auch die Frage nach der richtigen Aufstellung. Setzt Heynckes mit Blick auf Samstag wieder mal seinen Rotationshebel an, oder stellt er auch im Breisgau seine Star-Elf auf den Rasen? Vor allem bei Bastian Schweinsteiger dürfte er sich unschlüssig sein. Sollte der Antreiber in Freiburg nämlich eine Gelbe Karte kassieren, wäre er gegen den BVB gesperrt. Heynckes drückte sich diesbezüglich diplomatisch aus. „Ich stelle immer die bestmögliche Mannschaft auf. Normalerweise nehme ich da keine Rücksicht drauf.“ Normalerweise…

Etwas klarer wurde der Coach dann in der Personalie Arjen Robben. Nachdem zuletzt darüber spekuliert worden war, dass der Holländer nach seinem Muskelfaserriss gegen Dortmund wieder spielen könnte, sprach Heynckes nun Klartext. „Ich habe gehört, dass er am Samstag schon wieder auf dem Platz hüpft“, sagte Heynckes mit beißender Ironie. „Er hat noch nicht mit der Mannschaft trainiert, er macht im Rehabereich seine Arbeit. Dann schauen wir, wann er wieder einsteigen kann.“ Mit Sicherheit also nicht gegen Dortmund. Oder wie man beim FC Bayern derzeit sagen würde: gegen „du weißt schon wen“…

J. Carlos Menzel Lopez

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