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Besuch von den Bayern-Frauen: Trainingslager in Katar

Das besondere Bayern-Trainingslager 

Frauenbewegung in Katar

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Das Frauen-Team des FC Bayern will in seinem Trainingslager in Katar auch eine gesellschaftspolitische Botschaft vermitteln - Uli Hoeneß: „Nur so entsteht was. Nicht hinfahren, sich einbuddeln - so ändert man gar nichts.“

München– Für das Frauen-Team des FC Bayern steht ab Samstag ein besonderes Trainingslager an. Außer den Einheiten auf dem Platz sieht der Plan unter anderem ein Dinner in einem islamischen Museum und eine Teambuilding-Maßnahme in der Wüste vor. Ungewöhnlich. Die Münchnerinnen betreten Neuland, sie beziehen Wintertrainingslager in Katar, in einer Region, in der die Rolle der Frau noch immer einen zweifelhaften Stand hat. Das Team freue sich, erzählt Managerin Karin Danner. Die Bayern wollen in Doha auch eine gesellschaftspolitische Botschaft vermitteln. Uli Hoeneß findet das „gut und wichtig – nur so entsteht was. Ich kann mich nur wiederholen, indem ich sage: Nicht hinfahren, nicht miteinander reden und sich einbuddeln – damit ändert und bewirkt man gar nichts.“

Es werde „jetzt immer öfter bestätigt, dass auch die Situation auf den WM-Baustellen besser wird und die Abschaffung des umstrittenen Kafala-Systems voranschreitet – das sind alles gute Beispiele dafür, dass man aufeinander zugehen muss, um etwas zu erreichen. Es tut sich was“, sagt Hoeneß. Beim Besuch von Thomas Wörles Team ginge es nun „um die Gleichberechtigung und die Rolle der Frau in einer Gesellschaft – auch das ist ein elementarer Bestandteil unserer Kultur“.

Als Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Januar vor einem Jahr in Katar die Partnerschaft mit dem Flughafen von Doha besiegelt hatte, hatte er neben Franck Ribery nicht umsonst auch Lena Lotzen dabei. „Wir wollten damit zeigen, dass die Frau in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle und Stellung einnimmt. Eine gleichberechtigte!“, stellt Hoeneß klar. „Für uns als Verein ist das eine charmante Möglichkeit, darauf hinzuweisen, aus welcher Gesellschaft wir kommen. Wir sind da Vorreiter. Ich glaube, so ein Trainingslager gab es vorher noch nie.“

In allen Gesprächen mit den Partnern im Wüstenemirat habe man „immer auf unsere Werte verwiesen“, das kommt Hoeneß in der Öffentlichkeit immer zu kurz, denn die geschäftlichen Beziehungen werden insgesamt ja eher skeptisch gesehen. Die Reise, die auf eine Initiative von Rummenigge zurückzuführen ist, sei „eine besondere, gerade weil dem FC Bayern bei seiner Kooperation mit Katar so oft in Abrede gestellt wird, dass er sich dort auch gesellschaftlich engagieren möchte“. Als der Klub im Dezember bekannt gab, dass er erneut Winterquartier in Doha bezieht (und auch die Frauen hinreisen), setzte es erstmals keine reflexartige Kritik mehr. Selbst Organisationen wie „Human Rights Watch“ attestieren dem Emirat inzwischen immer häufiger Fortschritte.

„Die Reise einer Frauen-Mannschaft in diese Region kann auch eine gesellschaftspolitische Geste sein“, sagt Danner. „Wir können in Doha als Verein darauf hinweisen, dass wir aus einer Gesellschaft kommen, die Wert darauf legt, dass Frauen und Männer gleich behandelt werden. Zudem können wir transportieren, dass es selbstverständlich ist, dass Frauen ihrem Sport frei nachgehen“, so die Managerin. „Ich sehe das als eine kleine Mission unserer Frauen-Abteilung. Es ist doch sehr gut, wenn man mit der Strahlkraft des Vereins etwas beitragen kann.“

Im Vorfeld der Reise erfuhren die Bayern, dass in Doha gerade ein Fußball-Programm für Mädchen und Frauen aufgesetzt wird. Für Freitag wurde nun ein Show-Match vereinbart. Die Spielerinnen des FC Bayern werden mit Mädchen aus Doha in gemischten Teams kicken. „Wir wollen so auf das Programm und den Frauen-Fußball in der arabischen Gesellschaft aufmerksam machen“, sagt Danner.

Hoeneß sieht darin eine unschätzbare Außenwirkung: „Unsere Frauen werden dort ja nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren oder spielen, also werden auch die Frauen in Katar Notiz davon nehmen. Das ist wichtig. Allein die Tatsache, dass unsere Frauen nach Katar reisen, wäre vor zehn Jahren im Grunde noch undenkbar gewesen.“

Vor einigen Jahren, erinnert sich Danner, waren die Münchnerinnen in Jordanien. „Ich weiß noch, wie wir an einem Tag mal mit 200 Mädchen ein Training abgehalten haben. Diese Freude in den Augen der jungen Jordanierinnen – es wäre schön, wenn wir das in Katar wieder so erleben. Fußball, Sport, kann Brücken bauen.“ Dafür betritt frau auch gerne mal Neuland.

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