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Arjen Robben und Franck Ribery fahren gar nicht erst mit zur Nachholpartie nach Stuttgart. Unterdessen begnadigt Coach Guardiola Mario Mandzukic.

Robben und Ribéry nicht an Bord

Das Bayern-Stühlerücken verzögert sich

München - Arjen Robben und Franck Ribery fahren gar nicht erst mit zur Nachholpartie nach Stuttgart. Unterdessen begnadigt Coach Guardiola Mario Mandzukic.

Pep Guardiola war sichtlich erleichtert, als die Fragestunde zu Mario Mandzukic gestern Mittag endlich ein Ende hatte. Über Arjen Robben gab er gerne Auskunft, der Trainer des FC Bayern lächelte fast ein wenig, als nach dem Gesundheitszustand des Mittelfeldspielers gefragt wurde. „Er war lange verletzt“, erinnerte er sich. In Gladbach, beim soliden 2:0 am vergangenen Freitag, habe der 30-Jährige zwar sein Comeback nach fast zweimonatiger Verletzungspause gegeben: „Aber man muss seine Verletzungs-Historie anschauen“, führte Guardiola fort. Bei Robben, dem einstigen Dauerpatienten, sei das „immer speziell“.

Guardiola ist gut informiert, obwohl all die Verletzungen, die Robbens Krankenakte führt, sich vor seiner Amtszeit ereignet haben. „Um ihn kümmern“ müsse man sich nun, sagte der Coach, das heißt übersetzt: Ihn behutsam aufbauen, nicht zu schnell zu viel verlangen.

Die Nachricht, die am Nachmittag durchsickerte, nämlich dass Robben genau wie Franck Ribery im heutigen Nachholspiel beim VfB Stuttgart (20 Uhr) ganz fehlen werde, kam dann doch unerwartet. In Gladbach hatte der Niederländer immerhin zehn Minuten gespielt, danach zwickten wie bei Ribery die Muskeln. Ein bisschen also kann Guardiola das Problem, das Robbens Rückkehr in der Offensivabteilung des Triple-Siegers auslösen wird, noch vor sich herschieben. Aber wohl nicht mehr allzu lange.

Ist irgendwann einmal keiner mehr verletzt, herrscht vorne ein Überangebot bei den Bayern. Im Fall Ribery ist das einfach: Rückt der Franzose, der schon in Gladbach wegen Schmerzen in den Beinen pausiert hatte, wieder in die Startelf, muss sein Ersatzmann Xherdan Shaqiri auf die Bank. Kommt aber Robben zurück, wird es kompliziert, denn er ist ein Mosaiksteinchen, das Einiges verschieben wird. Seine angestammte Position auf dem rechten Flügel hat seit seiner Verletzung Thomas Müller inne, der derzeit beste Scorer im Kader der Bayern. Müller ist ein Feuerwehrmann, einer, der überall offensiv spielen kann, wenn er muss. Er macht auch keinen Hehl daraus, dass seine Flexibilität „manchmal Segen, manchmal Fluch“ sei. Irgendwann – in Stuttgart fehlen neben Ribery und Robben auch noch Bastian Schweinsteiger und Javi Martinez – könnte es für Müller kritisch werden.

Denn der Platz in der Spitze, auf dem Guardiola Müller auch dann und wann schon eingesetzt hat, ist derzeit besetzt von Mario Götze. Dem 37-Millionen-Mann will, ja muss Guardiola auf dem Weg zur WM die Spielpraxis geben, die ihm in der Hinrunde wegen zahlreicher Blessuren gefehlt hat. Noch dazu wurde gestern auch Mandzukic „begnadigt“. Der Trainer hat nun zwei gute Optionen. Müller bleibt bei Robbens Rückkehr nur die Backup-Rolle.

Guardiola gibt sich seit Wochen entspannt, wenn es um seinen übergroßen Kader geht. Man muss ihm ja auch recht geben: Irgendetwas passiert immer – trotz eines Trainingslagers ohne Verletzte war die Personaldecke schon beim Rückrundenstart dünn. Passiert aber wirklich mal nichts, wird spätestens in ein, zwei Wochen, womöglich beim Gastspiel am zweiten Februarwochenende in Nürnberg, das Stühlerücken in der Bayern-Offensive losgehen.

Irgendwo muss es ja Probleme geben, wenn es sportlich so einwandfrei läuft: Bei den angeschlagenen Stuttgartern (fünf Niederlagen aus den letzten sieben Spielen) könnten die Bayern ihren Vorsprung an der Tabellenspitze mal eben auf 13 Punkte ausbauen, dazu ihr 43. Liga-Spiel ohne Niederlage bestreiten. Mit Mandzukic? „Das ist jetzt die dritte Frage dazu“, sagte Guardiola gestern brummig. Seine „Meinung“, seine „Entscheidung“ sei bekannt, Mandzukic habe „okay“ trainiert in den letzten Tagen. Nach der Abschlusseinheit stand fest, dass der 27-Jährige mitfahren darf. Sicherlich auch wegen des akuten Personalmangels.

Guardiolas simple Erklärung zu Mandzukic’ Suspendierung in Gladbach: „Es kann jede Woche passieren, dass zwei, drei Super-Super-Spieler nicht in den 18-er Kader kommen.“ Noch hat er kein Überangebot, im Gegenteil. Aber spätestens, wenn Robben fit für 90 Minuten ist, wird er Fragen zu dessen Person auch nicht mehr so gerne beantworten wie er es gestern noch tat.

VON HANNA SCHMALENBACH und MAX SCHWAIGER

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