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Kontrastprogramm: Auf der arabischen Halbinsel finden Bastian Schweinsteiger & Co. beste Bedingungen vor

FC Bayern: Große Pläne 2012

Doha - Beste Voraussetzungen: Schönes Wetter, Schweinsteiger ist voll belastbar und Robben beschwerdefrei – der FC Bayern reiste am Montag optimistisch nach Doha. Für 2012 haben die Spieler große Pläne.

Zum Abschied hat sich München noch mal von seiner schönsten Seite gezeigt. Als sich die Maschine des Lufthansa-Sonderflugs LH 2570 nach dem Start in eine lange Kurve legte, um den FC Bayern ins Trainingslager nach Doha zu bringen, bot sich den Passagieren gestern ein atemberaubender Anblick: Der Föhn hatte die Alpenkonturen filmkulissenreif aus dem Morgendunst herausgeschält, die Sonne färbte den Himmel blutrot, es fiel schwer, sich loszureißen. „Nun, das Klima in München ist zurzeit auch gut – aber in Doha hast du halt einfach eine absolute Garantie“, meinte Christian Nerlinger, „ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in Katar die Grundlage für eine erfolgreiche zweite Saisonhälfte legen.“

Der Optimismus des Sportdirektors war gestern kein Einzelfall. „Wir können Großes erreichen“, sagte Bastian Schweinsteiger, das oberste Ziel sei im Jahr 2012 der Triumph in der Champions League: „Ein Finale in München hast du vielleicht nur einmal in deinem Leben als Spieler, da musst du einfach drauf aus sein, dieses Spiel zu erreichen.“ So werden sie auch in Katar München stets im Kopf haben – nicht nur, weil das Alpenpanorama gestern so schön gewesen ist.

Schweinsteiger selbst ist ein Grund, warum den Klub zum neuen Jahr noch mehr als sonst Aufbruchstimmung gepackt hat. „Er ist wieder voll da“, sagte Nerlinger über den Taktgeber, der im Herbst wegen seines Schlüsselbeinbruchs mehrere Wochen aus dem aktiven Dienst ausgeschieden war. „Er ist ein Schlüsselspieler, es ist schön, dass er wieder zur Verfügung steht.“ Schweinsteiger will in Katar erstmals unter Vollbelastung mit den Kollegen trainieren. „Ich weiß noch nicht, wie es wird“, sagte er, sein Bewegungsablauf sei schon okay, „aber schwere Sachen herumzuwerfen, das klappt noch nicht so gut“. Gut, das müsse er ja nicht, meinte Nerlinger mit einem Schmunzeln, „ich bin sicher, er wird bis zum Pflichtspielstart fit“.

Winter-Trainingslager - Fotos aus dem Hotel: Hier holen die Bayern Anlauf für das Triple!

Winter-Trainingslager: Fotos aus dem Luxus-Hotel des FC Bayern

Der FC Bayern verbringt sein Trainingslager im Grand Heritage Doha im Emirat Katar. Wir zeigen Ihnen die Fotos des Fünf-Sterne-Hotels.
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Der FC Bayern verbringt sein Trainingslager im Grand Heritage Doha im Emirat Katar. Wir zeigen Ihnen die Fotos des Fünf-Sterne-Hotels.
Winter-Trainingslager: Fotos aus dem Luxus-Hotel des FC Bayern

Neben Schweinsteiger ist Arjen Robben ein Hoffnungsträger, dass der Herbstmeister sein Niveau halten oder gar noch ausbauen wird. Der Niederländer gilt nach vielen Verletzungssorgen erstmals seit langem als beschwerdefrei, „und auch diese Personalie ist bei uns extrem wichtig“, sagte Nerlinger. Gerüchten, der Flügelmann sei intern wegen egoistischer Anflüge nicht mehr wohlgelitten, bestritt der Sportchef energisch: „Diese Debatte wird allein außerhalb des Vereins geführt.“

Ein besonderes Augenmerk wird in Doha zudem auf Breno ruhen, der sich nach langer Reha und den Verwirrungen um seinen Hausbrand ohne Einschränkungen an die Mannschaft herantasten soll. „Wir sind sehr froh, dass er dabei ist“, sagte Nerlinger, der gleich beim Einchecken mit dem Sorgenkind scherzte. „Jetzt ist der Zeitpunkt, dass er angreifen muss – und auch kann“, erklärte der Sportdirektor, „körperlich sind seine Voraussetzungen nun optimal, und er ist insgesamt auf dem besten Weg, endlich voll integriert zu werden. Er nimmt die Herausforderung an.“ Die letzten Trainingseindrücke seien sehr positiv gewesen, ebenso die Freundschaftsspiele mit der U23. Auch das Deutsch des Brasilianers, versicherte Nerlinger, werde immer besser. „Bei ihm gab es von Beginn an viele Enttäuschungen, so etwas erschwert den Integrationsprozess, das ist doch verständlich. Aber jetzt sieht es sehr gut aus.“ Dennoch wird wegen des Brands weiter gegen ihn ermittelt. Nur einer Ausnahmeregelung ist es zu verdanken, dass er überhaupt ins Ausland reisen durfte.

In Doha bat Jupp Heynckes gestern sein Team abends noch zu einem leichten Auslauftraining, ab heute stehen dann zwei Einheiten pro Tag auf dem Plan. Am Samstag tritt man gegen Al Ahly Kairo zum Test an, den Abschluss bildet ein Kick gegen Indiens Nationalelf am kommenden Dienstag in Delhi. Zu strapaziös sei diese Extratour nicht, meinte Nerlinger: „Das kann man den Spielern schon zumuten.“ Für den Klub rechnet sich das Gastspiel. Der Sportchef will keine Zahlen nennen, schmunzelt aber schelmisch: „Wenig ist es nicht – ich sage mal so: Aus rein sportlichen Gründen machen wir das nicht“. Und auch nicht, weil Delhi ein so schönes Panorama hat.

Vom FC Bayern berichtet Andreas Werner

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