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Kommt zurück zu den Bayern: Claudio Pizarro.

FC Bayern: Alles klar mit Pizarro

München - Man ist sich einig: Der Bremer Claudio Pizarro kehrt im Sommer zurück zum FC Bayern und nimmt die Planstelle von Olic ein – er sucht bereits ein Haus.

Es ist noch Verschlusssache, da am Samstag das direkte Duell zwischen dem aktuellen und dem zukünftigen Arbeitgeber ansteht, aber wie unsere Zeitung erfuhr, ist es bereits fix: Claudio Pizarro (33) kehrt im Sommer von Werder Bremen zum FC Bayern zurück. Der Peruaner, der schon von 2001 bis 2007 für die Münchner stürmte, sucht bereits ein Haus an seiner alten Wirkungsstätte. Er wird die Planstelle von Ivica Olic einnehmen, also einspringen, sobald Mario Gomez ausfällt.

Diese Spieler hat der FC Bayern seit 1990 gekauft

Diese Spieler hat der FC Bayern seit 1990 geholt

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Noch wollen beide Parteien den Vollzug nicht bestätigen, um dem Nord-Süd-Gipfel keine zusätzliche Brisanz zu verleihen. Die Bremer verlieren den Peruaner ungern, die Trennung deutete sich allerdings trotzdem bereits seit einiger Zeit an. Die Münchner erwogen seit Winter eine Rückholaktion, und Pizarro kündigte Ende März seinen Vertrag bei den Hanseaten auf. Er hatte eine entsprechende Klausel, die ihn für den Sommer-Basar attraktiver, sprich ablösefrei macht.

Klaus Allofs hat unter der Woche noch geunkt, Bayern sei der falsche Verein für den 33-Jährigen, da er in Bremen eine Schlüsselrolle spiele und in München nur als Stellvertreter des Sturmführers vorgesehen ist. Davon ließ sich Pizarro aber nicht irritieren, und selbst der Werder-Sportchef meinte, er könne es trotz allem nachvollziehen, wenn sich der Peruaner zum Wechsel nach München entscheide – man kennt sich dort, das hat Vorteile. Und auch privat ist die Familie mit allem vertraut.

In Bremen ist man gezwungen, finanziell kürzer zu treten – auch das ist ein gewichtiger Grund, warum Pizarro nun schon zum zweiten Mal in seiner Karriere von der Weser an die Isar wechselt. 2001 schlug er die gleiche Richtung ein, zu Bremen zurück gelangte er nach einem einjährigen eher unglücklichen Kurz-Gastspiel beim FC Chelsea. Werder, derzeit Achter in der Tabelle, droht, zum zweiten Mal in Serie das internationale Geschäft zu verpassen. Sogar im Erfolgsfall werde man „weiter versuchen, Gehälter zu reduzieren und noch stärker leistungsbezogene Verträge abzuschließen“, sagte Allofs. Auch Torhüter Tim Wiese wird gehen, Abwehrchef Naldo prüft Alternativen.

Für Bayern erzielte Pizarro bei 174 Einsätzen 71 Tore, er half mit, den Weltpokal sowie je drei Mal Meisterschaft und Pokal zu gewinnen. Am Ende aber trennte man sich, weil seine Verdienstvorstellungen top waren – seine Leistungen hingegen nicht. Zumindest nicht dauerhaft. Dazu war der Peruaner immer wieder für die eine oder andere Eskapade gut. Vor allem zu Oktoberfestzeiten verärgerten Promille-Delikte seine Bosse. Im Alter soll er nun reifer geworden sein – nunja: mal sehen. In jedem Fall ist er verletzungsanfälliger geworden. Letzte Saison brachte er es nur auf 16 Ligaspiele. Zahlreiche Muskelblessuren trüben im Spätherbst der Karriere seine Vita.

Dennoch ist er in Bremen der Mann, mit dem der Erfolg steht und fällt. Auch morgen ruhen wieder alle Hoffnungen auf dem Torjäger. Werder spekuliert darauf, dass er es diesmal etwas leichter haben wird mit dem Toreschießen. „Ich denke, dass die Bayern rotieren werden“, sagt Trainer Thomas Schaaf. „Die Meisterschaft ist ja gelaufen, und die Bayern haben Real im Kopf.“

Morgen in Bremen mit zweiter Garnitur

Jupp Heynckes plant tatsächlich, eine B-Elf aufzubieten. Vor Manuel Neuer sollen Rafinha, Jerome Boateng, Anatolij Timoschtschuk, Diego Contento, Luiz Gustavo, Danijel Pranjic, Takashi Usami, Thomas Müller, Ivica Olic und Nils Petersen auflaufen. Von den Stammkräften werden lediglich Müller, Bastian Schweinsteiger und Boateng eine Halbzeit spielen. „Egal, ob man das nun B-, C- oder Y-Mannschaft nennt – das ist wurscht, Bayern ist immer stark“, findet Schaaf. Und bald gehört nun auch Pizarro zur B-Elf des Rekordmeisters.

Andreas Werner

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