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Fehlt den Bayern verletzt:  Arturo Vidal wurde operiert.

Bayerns neue Mitte

Im Schatten von Goretzka

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Der FC Bayern bastelt an einer neuen Mitte: Leon Goretzka kommt, Arturo Vidal und Sebastian Rudy gelten weniger als die Zukunft als Corentin Tolisso

München – Man hat den ganzen Wirbel vom Januar gar nicht mehr so auf dem Schirm angesichts des ganzen Wirbels in diesem Frühjahr. Aber dass sich um Leon Goretzka halb Europa zankte, kam ja nicht von ungefähr. Der FC Bayern sicherte sich letztlich den begehrten Nationalspieler, im Sommer kommt er aus Schalke. Goretzka, in dem viele den jungen Lothar Matthäus sehen, wirft langsam seinen Schatten voraus. In München wird es eine neue Mitte geben. Arturo Vidal ist seit gestern im Krankenstand, er wurde am Knie operiert. Ob er noch die Zukunft ist? Auch bei Sebastian Rudy gibt es Gerüchte um einen Wechsel, der VfB Stuttgart soll interessiert sein. Corentin Tolisso wurde von Jupp Heynckes nun hingegen sehr gelobt.

Vidal versaute seinen Trainer gestern erst einmal schon früh am Morgen den Start in die Woche. Bereits bevor Heynckes seinen Wagen zum Dienstantritt an der Säbener Straße einparkte, hatte er von Klubarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt eine Hiobsbotschaft durchtelefoniert bekommen: Vidal sei schon auf dem Weg zur OP nach Augsburg, beim MRT habe man einen freien Gelenkkörper im Knie festgestellt, nachdem der Chilene am Sonntag im Training ohne Fremdeinwirkung umgeknickt war. Es hätte alles nicht harmloser aussehen können, meinte Heynckes, er hatte sich sogar extra noch einmal Videomitschnitte der Szene besorgt. Aber es sei nicht zu ändern. Wie lange Vidal ausfällt, wollte der Trainer nicht sagen. Er hätte gern gegen Real Madrid gespielt, berichtete er aus einer Unterhaltung, doch die Duelle in der Champions League in den kommenden zwei Wochen scheinen außer Reichweite. Heynckes hofft auf „die Kämpfernatur“ des 30-Jährigen, „er ist nicht zimperlich“.

Sollte sich der Heilungsprozess hinziehen, könnte die Verletzung weitere Konsequenzen haben. Hinter den Kulissen heißt es, man wäre bereit, den Chilenen abzugeben. Nicht, weil man unzufrieden mit ihm sei, Heynckes habe ihn wunderbar in Griff. Aber man könne keine 100 000 Mittelfeldkräfte beschäftigen, und für Vidal, dessen Vertrag noch bis 2019 datiert ist, gibt es immer wieder mal Interessenten. Chelsea soll 60 Millionen Euro bieten. Doch wenn er länger ausfällt, wird er ein Ladenhüter.

Die Zukunft sieht Heynckes, obwohl er selbst bald Vergangenheit sein wird, in Tolisso. Dass der 42-Millionen-Euro-Rekordmann nicht so häufig gespielt habe, solle man nicht als Misstrauensvotum fehlinterpretieren: Tolisso sei seit Wochen angeschlagen und nie bei 100 Prozent, was schade sei, „weil er ein toller Fußballer ist, einen tollen Charakter hat, trainingsfleißig ist und ein super Verhalten in der Gruppe zeigt“. Ein Musterschüler, „und wenn ich so etwas sage, hat das Wertigkeit“, so Heynckes.

Als er im Oktober den Job als Bayern-Coach angetreten hatte, erzählte er, habe er sieben, acht Spieler für drei Positionen vorgefunden. Bei einem Top-Verein sei das normal und nötig. Er verwies in diesem Zusammenhang auf Marco Asensio, „der bei Real auch zwischen Bank und Platz pendelt, obwohl er ein Riesenjunge ist“. Bei einem großen Klub sei es „die hohe Kunst, die richtige Mischung herauszufiltern“, so Heynckes. Für seinen Nachfolger Niko Kovac wird die Aufgabe nicht leichter. Wenn Goretzka da ist und keiner weicht, gibt es den nächsten Wirbel.

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