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Im Hintertreffen: Thiago, hier gegen Ribery.

Mittelfeld-Motor fällt aus

Thiago-Verletzung: Stich in Bayerns Seele

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Doha - Thiago muss rund drei Wochen aussetzen. Dabei ist er gerade erst endlich zu einem echten Schlüsselspieler des FC Bayern geworden. Ancelotti äußert seine Hoffnung.

Eigentlich ist der Hügel, den die Spieler des FC Bayern nach dem Training in Doha bewältigen müssen, um ins Mannschaftshotel zu gelangen, weder besonders steil noch besonders hoch. Und so war es verstörend, wie sehr Thiago der Aufstieg am Samstag zu schaffen machte. Der Spanier hatte die Einheit abbrechen müssen, und wie er sich so quälte, sah das überhaupt nicht gut aus. Carlo Ancelotti erklärte tags darauf: „Wir hoffen, es dauert nicht zu lang. Vielleicht fehlt er nur drei Wochen.“ Thiagos Krankenakte legt aber die Vermutung nahe, dass er eher später als früher zurückkehrt.

Wie schwer die Muskelverletzung im Oberschenkel ist, wird erst nach der Landung in München ergründet. Bis zum Abflug am Mittwoch versorgen die Ärzte den Patienten im Hotel, am Sonntag wurden ihm Lymphdrainagen und weitere abschwellende Maßnahmen verschrieben, so der Klub.

Ancelotti äußert Hoffnung

Ancelotti äußerte die Hoffnung, dass der 25-Jährige bis zum Duell mit Arsenal Mitte Februar wieder einsatzbereit ist, denn Thiago ist in der zurückliegenden Halbserie endlich zu der zentralen Figur geworden, die man sich bei seiner Verpflichtung erhofft hatte. „Sehr schade“ fand Franck Ribery die Verletzung seines Kollegen, „er ist gerade in einem sehr guten Rhythmus, und ein Trainingslager ist dafür wichtig. Jetzt verliert er Zeit.“ Thiagos Ausfall sei sehr bitter“, meinte auch Philipp Lahm, „denn er war in einer sehr guten Verfassung.“

Tatsächlich ist diese Verletzung ein echter Stich in die Seele der Bayern, und das ist wortwörtlich, denn überraschenderweise hat sich Thiago just in der Phase zu einer Münchner Schlüsselfigur entwickelt, als viele eigentlich dachten, er werde den Verein verlassen. Pep Guardiola hat ihn beim FC Barcelona ausgebildet, Pep Guardiola hatte ihn zu den Bayern nachgeholt – da herrschte die Meinung vor, er sich wie Pep Guardiola im Sommer verabschieden. Trotz eines Vertrags bis 2019.

Thiago blüht unter Ancelotti auf

Stattdessen blühte er auf, er darf ja unter Ancelotti freier spielen, was ihm gefällt. Beim 3:0 gegen Leipzig unmittelbar vor der Winterpause – diese Partie sollte stilbildend sein für die zweite Halbserie – gab er einen starken „10er“ ab, aber auch schon davor war auf ihn im Mittelfeld Verlass, ganz egal, wo er auflief.

Für Verletzungen gibt es im Leben eines Profisportlers nie einen guten Zeitpunkt, aber diesmal trifft es Thiago zur Unzeit – ebenso die Bayern, die sich unter Ancelotti noch immer suchen und dementsprechend darauf angewiesen sind, dass ihre Protagonisten einsetzbar sind. Thiago war gerade dabei, sich richtig zu etablieren, nachdem seine ersten drei Münchner Jahre von zahllosen Verletzungen gebrandmarkt sind.

Wie so oft ist das Pech des einen aber auch in diesem Fall das Glück eines anderen. Thomas Müller hat nun einen Konkurrenten auf „10“ weniger. Als sich der Kollege gerade den Hügel zum Hotel hinaufquälte, schoss Müller ein traumhaftes Tor, das die Fans auf den Rängen mit Szenenapplaus quittierten.

Sprints im Sand, Applaus beim Training: Bilder aus Doha

Der FC Bayern trainiert in der Winterpause in Doha, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten. Wir berichten aus Katar im Ticker. Hier finden Sie alle Informationen und Entwicklungen.

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