+
Laufend Fortschritte: Arjen Robben und Franck Ribery sollen bald wieder zum Team stoßen. 

Robben & Ribery

Zwei Helden auf den allerletzten Runden

  • schließen

Arjen Robben und Franck Ribery nähern sich dem Ende ihrer schillernden Bayern-Karrieren. Einen weiteren Vertrag werden sie nicht mehr bekommen, doch ein letztes Hurra ist im Frühjahr nicht auszuschließen.

Lauftraining hat auch seine Vorteile. Hätte Arjen Robben nicht gestern seine Runden drehen müssen, wäre niemand zur Stelle gewesen, um im richtigen Moment das Richtige zu tun. Und der Fan, der versehentlich seinen Ball über den Zaun aufs Trainingsgelände des FC Bayern gekickt hatte, hätte einen Ball weniger gehabt. Zu seinem Glück war Robben in der Nähe. Wie Sport1 berichtet, unterbrach der Niederländer die Einheit, um durch den Schnee zu stapfen und zu helfen.

Für seinen Geschmack ist der Sprinter schon wieder viel zu lange im Trab unterwegs. Man kennt das bei ihm: Weder sind Muskelverletzungen eine Seltenheit noch ist es ungewöhnlich, dass die Genesung länger dauert als bei anderen Patienten. Sein bisher letztes Spiel datiert vom 27. November, als er beim 5:1 über Benfica Lissabon die ersten beiden Treffer erzielte. Robben, der am Mittwoch 35 wurde, ist nicht nur der akribischste Athlet, den man sich denken kann. Er horcht auch so gründlich in seinen Körper hinein, bis der leiseste Zweifel an der völligen Fitness verflogen ist. Das kann dauern.

Im übertragenen Sinne sind es die allerletzten Runden, die Robben und der ebenfalls angeschlagene Franck Ribery gerade drehen. Im Sommer werden beide Abschied nehmen, vermutlich noch nicht vom Profifußball, aber doch zumindest vom FC Bayern. Es werden sentimentale Szenen werden, schließlich waren beide ein Jahrzehnt lang gemeinsam stilbildend (Ribery noch zwei Jahre länger). Nachdem ihre Verträge im Sommer ein letztes Mal verlängert worden waren, war die Freude groß bei den Fans, weil sie sich den FC Bayern ohne seine Flügelzange „Robbery“ weder vorstellen können noch wollen.

Als Ribery (35) Mitte Dezember innerhalb von drei Tagen drei Liga-Tore gelangen, meldeten sich reflexhaft die ersten Stimmen, ob er womöglich eine weitere, dann 13. Saison an der Säbener Straße dranhängen könnte. Für das fußballerische Frührentnerleben sei er offensichtlich noch zu gut. Es stimmt schon: Der Franzose hat noch immer starke Momente. Aber sie fallen mittlerweile auch deshalb so sehr auf, weil sie in seinem Spiel nicht mehr allzu häufig auftauchen. Und dass er menschlich nicht pflegeleichter geworden ist, hat er erst neulich auf unappetitliche Weise demonstriert („Goldsteak-Affäre“).

Noch ehe aus der Idee mit dem neuen Vertrag eine echte Debatte werden konnte, haben die Bayern das Thema dann wieder beruhigt. Ribery werde dem Verein hoffentlich erhalten bleiben, sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic in einem Interview, „in welcher Rolle auch immer“. Nur sicher nicht als Spieler.

Der vielzitierte Umbruch, der den Bayern immer wieder nahegelegt wird, hat in erster Linie mit Robben und Ribery zu tun. Es bereitet beiden (besonders dem Franzosen) erkennbar Mühe, die Tatsache zu akzeptieren, dass ihre Erben sich so gut anstellen, dass nicht ständig Rufe nach den alten Recken laut werden. Kingsley Coman ist, wenn keine Verletzung dazwischen kommt, immer eine Bereicherung, und auch Serge Gnabry hat in seinem ersten Bayern-Jahr schon einige Akzente gesetzt. Allerdings erinnert nicht nur sein Tempo an Robben, sondern auch die sensible Muskulatur.

Es ist nicht auszuschließen, dass die Helden von gestern im Heute noch mal groß rauskommen. Ein letztes Hurra ist allemal drin, das hat Robben gegen Benfica ebenso demonstriert wie Ribery in Frankfurt. Bloß müssen bis dahin erst mal wieder alle Muskelfasern zusammenwachsen. Und dann auch halten. Allein mit Lauftraining gewinnt man vielleicht noch ein paar Herzen, aber ganz sicher keine Spiele mehr.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nächste überragende FCB-Darbietung: Jetzt bloß nicht abheben, Phonzie!
Beim nächsten Triumph in London gehörte Alphonso Davies wieder zu den besten FC-Bayern-Akteuren. Mit seinen 19 Jahren ist der Kanadier der Shootingstar schlechthin. …
Nächste überragende FCB-Darbietung: Jetzt bloß nicht abheben, Phonzie!
Frau war nicht begeistert - Aber Hoeneß-Nachfolger Hainer will „dem FC Bayern helfen“
Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, Herbert Hainer, spricht über seine neue Mission beim Rekordmeister, den Lokalrivalen TSV 1860 und harte Verhandlungen mit seinem …
Frau war nicht begeistert - Aber Hoeneß-Nachfolger Hainer will „dem FC Bayern helfen“
Baut Oliver Kahn eigenes Team beim FC Bayern auf? Spekulationen um Ex-HSV-Direktor
Oliver Kahn übernimmt beim FC Bayern München und war bereits bei einem ersten Transfer beteiligt. Nun gibt es Spekulationen um eine neue Personalie.
Baut Oliver Kahn eigenes Team beim FC Bayern auf? Spekulationen um Ex-HSV-Direktor
FCB-Star Thomas Müller sorgt im Sky-Studio für Mega-Lacher mit Spruch über Matthäus
Der FC Bayern feiert einen verdientet Sieg beim FC Chelsea. Nach dem Spiel zeigte sich Thomas Müller bestens gelaunt - und sorgte im Sky-Interview für große Lacher. 
FCB-Star Thomas Müller sorgt im Sky-Studio für Mega-Lacher mit Spruch über Matthäus

Kommentare