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Freude über das machbare Los für die Champions League: Bayern-Manager Christian Nerlinger.

Das Los für Bayern: Weltstar im Puppentheater

München – AS Rom, Basel und CFR Cluj: Die Gruppe der Bayern in der Champions League Vorrunde beschert dem Rekordmeister durchweg lösbare Aufgaben. Das Urteil des FC Bayern selbst: „In dieser Gruppe sind wir Favorit“.

Schon mal Gedanken über Cluj gemacht? Nein? Macht nichts. Bisher ist die viertgrößte Stadt von Rumänien in der Weltöffentlichkeit nicht sonderlich in Erscheinung getreten. Für den FC Bayern rückt Cluj, zu deutsch Klausenburg, nun in den näheren Wahrnehmungskreis. Der deutsche Meister bekommt es zum Champions- League-Start mit dem CFR Cluj zu tun, dazu noch mit dem AS Rom und dem FC Basel – alles in allem ein durchaus machbares Gruppenlos.

Müller: „Da haben es andere Teams viel heftiger erwischt“

„Es hätte sehr viel schlimmer kommen können“, sagte Bayern-Chefcoach Louis van Gaal, fügte aber ebenfalls artig hinzu, dass man „auch diese Gruppe hochkonzentriert angehen“ müsse, um das Achtelfinale zu erreichen. Generell freute er sich, dass seinen Spielern immens lange Flüge erspart blieben. „Wir haben große Chancen, weiterzukommen“, brachte Co-Trainer Hermann Gerland die Auslosung auf den Punkt. „Es ist eine reizvolle Aufgabe“, gab sich Bastian Schweinsteiger diplomatisch, während Thomas Müller ganz klar erklärte, dass „es bei dieser Auslosung ein paar andere Mannschaften viel heftiger erwischt haben“. Auch Mark van Bommel räumte ein: „Es hätte schwerer kommen können.“

Vor allem Cluj wird – bei allem Respekt – kaum einem Münchner großen Schrecken einjagen. Die Stadt ist mehr bekannt für ihr Puppentheater Puck als für ihren ortsansässigen Fußballverein, obwohl der im Jahre 2008 schon mal in der europäischen Eliteliga für Furore gesorgt hat. Damals schlugen die wackeren Rumänen die stolzen Italiener des AS Rom 2:1 und trotzen Chelsea ein 0:0 ab. Alle übrigen Gruppenspiele verloren sie dann aber und schieden aus. Man kann davon ausgehen, dass in der Ewigen Stadt ein paar auf Revanche brennen, damals waren die Ladungen an Hohn und Spott nicht gerade winzig ausgefallen. Die neuerliche Zusammenführung unter dem Dach einer Königsklassen-Gruppe bietet dem AS Rom die Chance, sich zu rehabilitieren.

Die Münchner werden unterdessen in Rom nicht mehr auf ihren alten Gefährten Luca Toni treffen, der Stürmer wurde im Sommer nach Ende eines Leihgeschäfts zu CFC Genua weitergereicht. Star des Teams ist Francesco Totti, und sein neuer Partner hat in jedem Sinne Gewicht: Adriano genoss einst einen guten Ruf, seinen Dienst in Rom trat der in den vergangenen Jahren skandalumwitterte Brasilianer aber nun mit ein paar Pfunden zu viel an.

Beim FC Basel hat Thorsten Fink als Coach das Sagen, ein den Münchnern bestens vertrautes und liebgewonnenes Gesicht. Der ehemalige Bayern-Profi steht bei Präsident Uli Hoeneß hoch im Kurs, sein Traum wäre, mal den deutschen Rekordmeister zu betreuen. Momentan ist er aber noch dabei, sich erste Sporen im Gewerbe zu verdienen. Nach Red Bull Salzburg und dem FC Ingolstadt ist der Schweizer Meister seine dritte Trainer-Station.

„Wir müssen in jedes Spiel voll reingehen“, meinte van Bommel, und Karl-Heinz Rummenigge hob sogar warnend den Finger: Man dürfe die Gruppe „nicht als Selbstläufer sehen – speziell Rom und Basel sind schwer zu spielende Mannschaften“. Dennoch, bei aller Vorsicht: Rom, Basel und Cluj wer ins Finale der Champions League will, sollte sich in dieser Gruppe schadlos halten. Ein Weltstar ist ja auch nicht überfordert, wenn er mal ein Puppentheater besucht. „In dieser Gruppe sind wir Favorit“, meinte Philipp Lahm, „ich denke, dass wir als FC Bayern da in die K.o.-Runde kommen müssen.“ Und womöglich noch weiter: Für den 28. Mai 2011 wurde das Finale in London angesetzt. Das ist das große Ziel des FC Bayern: Wembley – gibt es im Fußball eine größere Bühne für Weltstars?

Andreas Werner

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