FC Bayern im Zwielicht: Wofür flossen die Kirch-Millionen?

- München - Ein bislang geheimer Millionen-Vertrag mit der insolventen Kirch-Gruppe bringt den FC Bayern München ins Zwielicht. Der deutsche Fußball-Rekordmeister soll aus dem Kontrakt mit dem Münchner Medien-KOnzern in den vergangenen beiden Spielzeiten insgesamt rund 40 Millionen Mark (20,5 Mio Euro) kassiert haben.

<P>Wie das "manager magazin" berichtet, habe sich Kirch für das Geld die Zustimmung des größten Quotenbringers zu einer weiteren zentralen Vermarktung der Bundesliga-Fernsehrechte gesichert.</P><P>Der FC Bayern bestätigte, dass man tatsächlich eine schriftliche Vereinbarung mit der Kirch-Gruppe geschlossen hatte. "Es gab einen Vertrag, in dem - wie bei anderen Bundesligavereinen ebenfalls üblich - umfangreiche Vermarktungsrechte des Clubs übertragen wurden", hieß es in einer Presseerklärung des Bundesliga-Spitzenreiters. </P><P>Der Ende 1999 geschlossene Vertrag sei im Zuge der Kirch-Insolvenz Ende des vergangenen Jahre aufgehoben worden. Zu den konkreten Vorwürfen in dem Magazin-Artikel unter dem Titel "Grobes Foulspiel" wurde seitens des Vereins nicht Stellung bezogen. Von der Kirch-Gruppe und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) waren keine Reaktionen zu erhalten.</P><P>Laut "manager magazin" verpflichtete sich die Kirch-Gruppe in der "exklusiven Zusammenarbeit" mit dem Rekordmeister dazu, "den Bayern bis einschließlich der Saison 2004/05 die Differenz zwischen den Erlösen aus der zentralen Vermarktung durch den DFB und den möglichen Erlösen des FC Bayern bei einer individuellen Vermarktung der TV-Rechte zu ersetzen". Das Hamburger Magazin spricht dabei von einer "einmaligen Wettbewerbsverzerrung" in der Bundesliga-Geschichte.</P><P>Kirch soll dem FC Bayern für die ersten drei Jahre einen Ausgleich von jeweils 30 Millionen Mark (15,4 Mio Euro) zugesichert haben. Von der Saison 2003/04 an wären angeblich sogar bis zu 50 Millionen Mark (25,6 Mio Euro) fällig gewesen. "Tatsächlich überwies Kirch für die Spielzeiten 2000/01 und 2001/02 insgesamt rund 40 Millionen Mark an die Bayern, bis es zur Insolvenz kam", schreibt das Magazin. Geschlossen hatten den Vertrag Bayern-Manager Uli Hoeneß, das heutige AG-Vorstandsmitglied Karl Hopfner, Vize-Präsident Fritz Scherer sowie die Kirch-Manager Dieter Hahn und Stefan Ziffzer.</P><P>Für Experten steht fest, dass der FC Bayern als der größte Quotenbringer bei Bundesliga-Übertragungen bei Einzelvermarktung der TV-Rechte deutlich mehr als die rund 20 Millionen Euro erlösen könnte, die man momentan pro Saison aus dem für 290 Millionen Euro zentral vermarkteten TV-Vertrag erhält. Insbesondere Hoeneß galt Ende der 90-er Jahre als großer Verfechter der Einzelvermarktung. Die Bayern scherten trotzdem nicht aus der Solidargemeinschaft der 36 Erst- und Zweitliga-Vereine aus. Diesen Kurswechsel begründet das "manager magazin" mit dem Millionen schweren Vertrag mit Kirch.</P><P>Im Streit mit Matthäus um eine Million Mark (513 000 Euro) hatte der FC Bayern den Anwälten des Rekord-Nationalspielers Einsicht in die Unterlagen seines Abschiedsspiels gewährt. Nach Angaben der Matthäus-Anwälte werde man erst nach der Auswertung der Belege durch einen Wirtschaftsprüfer endgültig entscheiden, ob Matthäus den derzeit ruhenden Prozess gegen den FC Bayern doch weiter betreiben werde. Nach Bayern-Angaben wurden bei der Partie im Mai 2000 Einnahmen von knapp 9,5 Millionen Mark (4,87 Mio Euro) erzielt. Nach Abzug der Kosten und Steuern habe Matthäus fast vier Millionen Mark (2,05 Mio Euro) erhalten.</P>

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