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Neue Männer für neue Ziele: Stürmer Mario Mandzukic (l.) mit Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer.

Sammer beim FC Bayern

Beliebtsein war gestern

München - Der neue Sportdirektor Matthias Sammer erwartet beim FC Bayern Härtefälle und bittet bei Fragen nach seinem Konzept um Geduld.

Es ist nicht leicht, aus diesem Matthias Sammer schlau zu werden. Seit elf Tagen fungiert er nun als neuer Sportvorstand des FC Bayern. „Wie ein alter Fuchs“ fühle er sich, sagt er, und „fast schon heimisch“, und zumindest seine Kleiderwahl passt zu diesen Worten: Das Hemd in blau-weißen Karos eindeutig bayerisch, die – stilvoll geknotete – Krawatte in einem Rot-Ton, um die Klubfarbe widerzuspiegeln – rein äußerlich ein makelloser Auftritt. Doch was steckt dahinter?

Matthias Sammer, 44, bittet um Geduld, sobald ihm die Fragen zu sehr ins Detail gehen. Das ist verständlich, er ist ja noch in der Phase, in der sich ein Neuling noch ein Bild macht vom neuen Aufgabengebiet. Doch verständlich ist auch, dass die Fans interessiert, für welche Konzepte der Mann steht, der den FC Bayern in eine bessere Zukunft führen soll. Er sitzt da oben auf dem Podium, eigentlich ist es nicht sein Podium an diesem Tag, es geht um die Vorstellung des neuen Stürmers Mario Mandzukic, aber natürlich dreht sich fast alles um Sammer, den Franz Beckenbauer tags zuvor als besten Transfer des FC Bayern seit Jahren hofiert hat. Er sitzt da oben, will eigentlich nichts sagen, dennoch rutscht er aufgeregt hin und her, weil er weiß, dass er etwas sagen sollte. Wenn er spricht, fängt seine Stimme schnell Feuer, füllt manchmal donnernd den gerammelt vollen Saal, ehe er sich selbst ausbremst: „Markus“, sagt er dann zum Medienchef Hörwick, „du musst mich doch auch mal stoppen – ich habe jetzt eh schon wieder viel zu viel gesagt.“

Welche Spieler holt Sammer noch zu Bayern? Alle Gerüchte

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Nun, allenfalls hatte er ein paar Andeutungen gemacht. Unter anderem signalisierte er, dass es unter ihm öfter zu Härtefällen kommen kann. Es war erklärtes Ziel, dem Kader in der Breite mehr Qualität zu verleihen, nun dürfe kein Spieler jammern, wenn er mal auf der Bank sitzt. „Ein Verein wie der FC Bayern braucht Alternativen“, erklärt er, „und wo ist das Problem, wenn ein Spieler mal nicht in der ersten Elf steht? Keine Mannschaft der Welt besteht nur aus zehn, elf Spielern.“

Sein Ziel ist es, dass alle im Verein „immer marschieren – wie Maschinen“. Profis sollte es nicht darum gehen, in den Sympathiewertungen oben zu rangieren. Das sei zwar ein nettes Nebenziel, „aber gute Spieler müssen nicht immer beliebt sein“, sagt er. Er habe als Profi einst „nicht so viel Wert auf Beliebtheit gelegt“. Da schimmert durch, was dieser Sammer den Münchnern wieder einimpfen will: Mia san mia um jeden Preis. Die Bayern haben Jahrzehnte viel Schrecken verbreitet, weil sie mit unbedingtem Willen nach Erfolg strebten. So war Sammer als Spieler auch. Obwohl er nie für die Roten kickte.

Viele neue Gesichter: Wer ist wer im Bayern-Training?

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Womöglich wurde nun zusammengeführt, was im Geiste lang vereint war. Allerdings ist auf dem Weg zum Erfolg mehr von Nöten als plakative Aussagen. Entscheidend wird sein, wie Sammer seine Worte in der Praxis umsetzt. Ob er die Mannschaft erreicht, ist die eine Frage. Wie er mit seinen anspruchsvollen Bossen harmoniert, die nächste. Und ob sich seine Ansichten mit denen von Coach Jupp Heynckes kombinieren lassen.

Bisher lasen sich die Kommentare des Cheftrainers zur Zusammenarbeit mit Sammer eher verhalten. Dabei genießt das Team beim neuen starken Mann Wertschätzung. „Die Mannschaft war in der letzten Saison gut – zu sehr gut fehlt also nicht viel“, sagt er. Beim Thema Transfers windet er sich ein wenig: Generell auszuschließen sei nichts, „aber ich denke, wir haben genug Entwicklungspotenzial in den eigenen Reihen. Das Geheimnis für Platz eins bringt uns kein Neuer von Außen. Das müssen wir in erster Linie bei uns selber suchen.“

Die Meldung, dass Javier Martinez lieber in Bilbao als in Bayern sein Geld verdient, lässt Sammer kalt. Man stehe da nicht unter Druck, zudem waren die für den Spanier aufgerufenen 40 Millionen Euro ohnehin indiskutabel. Auf die Frage, ob Lars Bender eine Alternative sei, meinte Sammer, er habe über sechs Jahre beim DFB als Sportchef gearbeitet. Da habe er viele interessante deutsche Talente kennengelernt. Der Leverkusener ist nur einer davon. Generell gelte aber, dass das Hauptaugenmerk dem eigenen Potenzial gilt. Allein, wie Sammer das herauskitzeln will, ist weiterhin offen.

Von Andreas Werner

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