Bayern bereit fürs Rampenlicht?

München - Für die Bayern stehen diese Woche vier Testspiele an – Uli Hoeneß fordert von Mario Gomez das gewisse Etwas mehr.

Xherdan Shaqiri ist ein Typ, den nichts leicht aus der Fassung bringt. Gerade mal 20 Jahre jung, wirkt er oft, als habe er schon alles erlebt, was so eine Fußballerkarriere mit sich bringt. Gestern war großer Foto-Termin beim FC Bayern. 55 Minuten Dauergrinsen vor zahllosen Objektiven, mal auf dem Fußballplatz, mal in der Halle an der Säbener Straße, mal am Parkplatz. 19 unterschiedliche Posen waren gefragt, der Neuzugang spulte das Programm so routiniert ab wie jeder seiner Kollegen. „Sowas gehört vor einer Saison dazu“, sagte er, „beim FC Basel hatten wir das auch – nur war da nicht ganz so viel los.“

Beim FC Bayern ist einfach alles eine Spur größer. Auch der Druck. Und so steht nach zwei Jahren ohne Titel mehr denn je die Frage im Mittelpunkt kontroverser Debatten zwischen Isar und Nordsee: Ist dieser FC Bayern schon wieder bereit fürs Rampenlicht? Oder erlischt das Dauergrinsen, sobald es gegen die frechen Dortmunder geht?

Fototermin beim FC Bayern: Wuschelkopf Dante sticht hervor

Fototermin beim FC Bayern: Wuschelkopf Dante sticht hervor

Fototermin beim FC Bayern: Wuschelkopf Dante sticht hervor

Am Sonntag beim LigaTotal!Cup in Hamburg könnten sich die Wege von Rekordmeister und aktuellem Champion erstmals kreuzen. Lösen beide Teams ihre Aufgaben tags zuvor (die Münchner treten gegen Bremen, der BVB gegen Hamburg an), kommt es zu jenem Duell, das sich in den Augen von Karl-Heinz Rummenigge so entwickelt, dass es bald den Stellenwert des „clasico“ in Spanien zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona innehat. Vier Testspiele bestreiten die Bayern insgesamt in dieser Woche: Heute Abend in Ingolstadt ihren Paulaner Cup des Südens (Anstoß 20.15 Uhr), tags darauf dann beim 1. FC Kaiserslautern (18.30 Uhr) und am Wochenende eben beim Liga-Cup an der Alster. „Der Saisonstart kommt immer näher“, so Shaqiri, „daher ist es wichtig, wettkampfmäßig Spiele zu haben.“

Die deutschen EM-Fahrer sind in den kommenden Tagen besonders gefordert, Praxis zu sammeln. Wie Franck Ribery haben sie Nachholbedarf. Mario Gomez muss sich ab sofort unter erschwerten Bedingungen behaupten – er hat in Claudio Pizarro (der gestern allerdings wieder einmal das Training abbrach) und Mario Mandzukic neue Konkurrenz. Uli Hoeneß erklärte nun in der „Bild“, er erwarte von dem Stürmer eine Leistungssteigerung. „Er ist gut, aber nicht sehr gut“, sagte der Präsident, „er kann noch besser werden. Wir dürfen die Spieler nicht immer in Watte packen.“ Zum Leben, sagte er, „gehört auch konstruktive Kritik. Wer damit nicht klarkommt, hat ein Problem. Wenn man Spielern immer nur auf die Schulter klopft, werden sie nicht besser.“

Hoeneß fordert das gewisse Etwas mehr, um die Dortmunder zu entthronen: „Bisher konnten die im Windschatten des FC Bayern fahren. Das ist leicht. Aber ab jetzt werden sie gejagt.“ Und das mitten im Rampenlicht.

Von Andreas Werner

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