„Kritik als Motivation – denn ich bin noch längst nicht am Ende“: Boatengs Kampfansage im Ghana-Urlaub.
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„Kritik als Motivation – denn ich bin noch längst nicht am Ende“: Boatengs Kampfansage im Ghana-Urlaub.

Boatengs Jahresfazit

Beste Vorsätze  - was sich Boateng für 2019 vorgenommen hat

  • Andreas Werner
    VonAndreas Werner
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Jerome Boateng wird sich nie gerne an das Jahr 2018 erinnern, doch der Innenverteidiger des FC Bayern verspricht, dass er noch längst nicht am Ende ist

München – Jerome Boateng hat zum Jahresausklang eine besondere Reise unternommen. Der Bayern-Spieler flog nach Ghana, um mit seiner Familie seine Wurzeln zu erkunden. Sehr emotional und lehrreich sei der Trip gewesen, ließ er via „Instagram“ wissen, die Wärme und Gastfreundschaft in dem westafrikanischen Staat habe ihn berührt, und so konnte er „dieses schwere Jahr“ wenigstens mit „einem besonderen Ende“ ausklingen lassen. 2018 werde er keine Träne nachweinen, lautete sein Fazit.

Er müsse zugeben, erklärte er in dem bemerkenwert dezidierten Text, dass er glücklich darüber sei, dass 2018 nun endlich vorbei ist. Für ihn persönlich sei es „ein sehr schwieriges Jahr“ gewesen, schrieb er, „ich werde mich wohl nie gut und schon gar nicht gerne daran erinnern“. Sportlich sei er hinter seinen eigenen Erwartungen deutlich zurückgeblieben, so der 30-Jährige, „die WM war eine der enttäuschendsten Erfahrungen meiner Karriere“. Das Ausscheiden bei dem Turnier in Russland habe ihn noch lange beschäftigt, mittlerweile sei es verarbeitet, er habe daraus gelernt, versicherte er. Der K.o. im Halbfinale der Champions League habe ihn „doppelt getroffen“, führte Boateng die Liste seiner negativen Erlebnisse fort: Als Team verloren und als Einzelner ebenso, da er sich im ersten Duell mit Real Madrid verletzt hatte. Und auch national habe er mit den Bayern nicht alle Ziele erreicht, gab er zu. Die sechste Meisterschaft in Serie war erfreulich, „aber das Pokalfinale haben wir leider verloren“.

Boateng deutete an, dass er auch neben dem Platz nicht glücklich war – was sich in seinen Leistungen spiegelte: „Privat hatte ich mit einigen Dingen zu kämpfen, und so sehr man auch versucht, Privates vom Beruf zu trennen – es klappt nicht immer so, wie man sich das vorstellt. Ich wünschte, es wäre mir manches Mal besser gelungen.“ Er habe „viel gelernt“.

Ins neue Jahr gehe er nun mit besten Vorsätzen, so der Innenverteidiger. „Ich fühle mich körperlich immer besser“, seit einigen Wochen sei er „auf dem Weg zurück zu alter Top-Form. Kritik und Zweifel, die mir gegenüber aufgekommen sind, nehme ich als Motivation – denn ich bin noch längst nicht am Ende.“ Das Ziel „war und ist immer sehr einfach, seitdem ich Profisportler bin: Wir wollen in allen Wettbewerben bis zum Schluss mit dabei sein und um die Titel kämpfen.“ Dass das 2019 schwer werde, sei „uns allen bewusst“, so Boateng, „aber es war noch nie einfach, Titel zu gewinnen. Also gehen wir es an.“

Boateng kam in der Hinrunde bei den Münchnern nur elf Mal zum Einsatz, hatte sich aber zuletzt wieder an Mats Hummels vorbeigearbeitet. Immer wieder machte ihm sein anfälliger Körper einen Strich durch die Rechnung. Auch in der Nationalelf gab er keine gute Figur ab, vor allem beim 0:3 gegen die Niederlande stemmte er sich sichtlich angeschlagen ohne Erfolg gegen die Demontage. Bei den schnellen Kontern gegen Ende der Partie kam er den flinken Gastgebern nicht mehr hinterher. Zu seinem „Instagram“-Beitrag postete Boateng ein Foto aus Ghana, bei dem er auf einer Festung steht, neben ihm ragt ein Kanonenrohr ins Bild. Wie ein Symbol, dass der Münchner für 2019 kampfbereit ist.

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