+
Alles verkohlt: Bei dem verheerenden Feuer vom 20. September 2011 brannte die Grünwalder Villa des Fußballprofis Breno vollständig aus. Schaden: eine Million Euro. Das Haus wurde inzwischen abgerissen.

Breno-Prozess: Das passierte in der Brand-Nacht

Grünwald - Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen FC Bayern-Spieler Breno schwere Brandstiftung vor. Am Tag, an dem er seine Villa in Grünwald angezündet haben soll, wurde ihm offenbar alles zu viel. Die Ermittler rekonstruierten den Tag.

Er soll betrunken und verzweifelt gewesen sein. Weil eine Verletzung ihn noch immer plagte, weil er nicht aufs Oktoberfest gehen konnte, weil er sich mit seiner Frau gestritten hatte. Ärger. Alkohol. In der Grünwalder Villa (Kreis München) des Fußballprofis Breno (22) soll es drunter und drüber gegangen sein, bevor dort in der Nacht auf den 20. September 2011 das Feuer ausbrach und das Haus zerstörte. Angezündet haben soll es der Hausherr selbst. Davon geht die Staatsanwaltschaft aus, die gestern die Anklage bekannt gab. Ab 13. Juni muss sich Breno vor dem Landgericht München I den Vorwürfen stellen.

Der Brasilianer, den der FC Bayern 2008 als Innenverteidiger verpflichtet hatte, war schon länger verletzungsgeplagt. Eine Knieverletzung von März 2010 wollte nicht ausheilen. Am Morgen des 19. September erfuhr er, dass er am folgenden Tag noch einmal untersucht werden sollte und eine weitere Operation drohte. Eine Enttäuschung für den Fußballer, der auf baldige Einsätze auf dem Spielfeld gehofft hatte, sagt die Staatsanwaltschaft.

Breno: Das war mal seine Villa

Breno: Das war mal seine Villa

Was ist eigentlich aus Brenos abgebrannter Villa in Grünwald geworden? Wir haben uns vor Ort umgesehen.
Was ist eigentlich aus Brenos abgebrannter Villa in Grünwald geworden? Wir haben uns vor Ort umgesehen.
Was ist eigentlich aus Brenos abgebrannter Villa in Grünwald geworden? Wir haben uns vor Ort umgesehen.
Was ist eigentlich aus Brenos abgebrannter Villa in Grünwald geworden? Wir haben uns vor Ort umgesehen.
Breno: Das war mal seine Villa

Laut Anklage folgte nun ein Rattenschwanz an Ärgernissen, die gegen Mitternacht in einer Brandstiftung gegipfelt haben sollen. Breno Vinicius Rodrigues Borges, so sein vollständiger Name, soll schon ab Mittag Alkohol getrunken haben. Wegen seiner Trunkenheit und des Arztbesuchs am nächsten frühen Morgen habe er nicht mit Bekannten auf die Wiesn gehen können – was ihn noch weiter gewurmt habe. Dann soll er auch noch mit seiner Frau in Streit geraten sein, weil sie ihm Vorwürfe wegen seines übermäßigen Trinkens gemacht habe.

Dreimal hat Breno laut Staatsanwaltschaft an jenem Abend die Miet-Villa verlassen und ist wieder zurückgekehrt. Zuletzt soll er etwas aus der Küchenschublade genommen haben und damit verschwunden sein. Aus Angst habe seine Frau, die offenbar von einem Messer ausging, gegen 23 Uhr mit den drei Kindern das Haus verlassen – später ging auch der Manager.

Damit noch nicht genug. Als der Fußballprofi zurück in sein leeres Haus kehrte, soll er es kurz darauf erneut verlassen haben – diesmal mit dem Fahrrad. Doch auch diese Fahrt soll schief gegangen sein. Laut Anklage stürzte er und zog sich einige Wunden zu. Nach diesem Unfall soll er dann beschlossen haben, Feuer zu legen. Breno habe sich „in einem emotional sehr aufgewühlten Gefühlszustand“ befunden, sagte Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst bereits bei Anklageerhebung im April.

Mit Brandbeschleuniger wie etwa Alkohol oder Benzin sowie drei Feuerzeugen soll Breno Möbel in beiden Geschossen, in einer Einliegerwohnung und im Keller angezündet haben. Anschließend sei er selbst zu Nachbarn gelaufen und habe Alarm geschlagen. Da brannte es schon lichterloh. Die ganze Nacht lang löschten die Feuerwehren Grünwald und Pullach den Brand. Dennoch war das Haus so zerstört, dass es abgerissen werden musste.

Für die angeklagte schwere Brandstiftung sieht das Gesetz einen Strafrahmen von einem Jahr bis zu 15 Jahren vor. Beim FC Bayern ist Breno bereits verabschiedet. Ob er zu Lazio Rom wechselt, hängt vom Urteil ab: Muss er ins Gefängnis oder nicht?

Von Nina Gut

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare