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„Du musst dich quälen“: Sagt Bayern-Profi Daniel van Buyten.

Van Buyten: „Ich suche nie die leichte Lösung“

München - Er war eines der größten Sorgenkinder in dieser enttäuschenden Bayern-Saison: Innenverteidiger Daniel van Buyten, 31, wurde von einigen Rückschlägen gebeutelt.

Zwischendurch verschwand er für vier Monate aus der Startelf. Im Interview zieht der Belgier ein Fazit.

Herr van Buyten, der FC Bayern blickt auf ein schweres Jahr zurück - Sie persönlich auch. War es Ihre bisher schwerste Saison?

Ja, würde ich schon sagen. Ich suche nie nach Ausreden, das ist nicht mein Naturell. Aber ich hatte dieses Jahr ein paar familiäre Probleme, sowas kannte ich bisher nicht, das war neu für mich. Mein Vater wurde krank, dazu hatte ich ein paar Verletzungssorgen. Das ging schon in der Vorbereitung los mit Rückenschmerzen, später war noch was am Sprunggelenk. So ist es manchmal im Fußball: Es gibt Jahre, da läuft alles. Und manchmal hast du Probleme. Damit kann ich umgehen.

„Ich werde bei Bayern weiter wichtig sein“

Zum Saisonende haben Sie sich wieder zurückgekämpft. Wie haben Sie die Kurve bekommen?

Ich gebe nie auf, das ist einfach mein Charakter. Ich weiß, es gibt immer mal schwere Momente in einer Karriere - aber nach schlechtem Wetter geht immer wieder die Sonne auf. Solange ich Freude am Fußball habe, ist mein Körper immer bereit für den tagtäglichen Kampf.

Beim Hinrundenduell mit Frankfurt baten Sie Ihren Trainer Louis van Gaal in der Halbzeit, Sie aus dem Spiel zu nehmen. Sie fühlten sich schlecht, zitterten am ganzen Körper - war das der Tiefpunkt?

Ja. Ich hatte davor ein paar schlechte Nächte, war an dem Tag gar nicht ausgeruht. Ich habe den Trainer da gebeten, mich rauszunehmen, weil ich nicht bei 100 Prozent war.

Dass ein Profi bittet, aus dem Spiel genommen zu werden, ist selten . . .

Ja, es ist auch nicht leicht, zu einem Trainer zu gehen und zu sagen, man hat nicht das Gefühl, dass man der Mannschaft gerade helfen kann. Du riskierst damit deinen Platz. Ich habe dann ja auch eine längere Pause bekommen. Sie hätte nicht ganz so lang sein müssen, aber ich bin noch immer überzeugt, dass dieser Schritt gegen Frankfurt richtig war. Es geht immer um das Wohl des FC Bayern, und ich hatte an dem Tag einfach das Gefühl, es sei besser für das Team, wenn ich eine Pause nehme. Man muss ausgeruht sein und Kraft haben für diesen Beruf. Diese Kraft musste ich mir erst wieder holen. Ich würde das immer wieder so machen. Wenn sich ein Spieler nicht gut fühlt, ist es auch professionell, das zuzugeben.

Wie weh tat die öffentliche Kritik an Ihrer Person? Auch in der Führung wurden im Winter Zweifel an Ihnen laut.

Das habe ich gar nicht mitbekommen. Für mich zählt nur, dass ich wieder zufrieden bin. Ich habe gute Spiele gemacht. Ich hatte eine schlechte Phase, wie sie jeder mal in seinem Leben hat. Bei mir war es sicher die schlechteste Phase, seit ich Profi bin. Aber jeder Spieler hat mal einen Knacks und ich bin nunmal einer, der nie aufgibt. Ich habe mich zurückgemeldet und werde beweisen, dass ich weiterhin für Bayern wichtig sein werde. Nach den letzten Spielen habe ich gute Kritiken bekommen und stand oft in der „Elf des Tages“ - das stimmt zuversichtlich für die Zukunft.

Sie sagten mal, Sie würden gern zehn Jahre bei Bayern spielen. Sie haben Ihr fünftes Jahr hinter sich und noch ein Jahr Vertrag. Würden Sie hier gerne Ihre Karriere beenden?

Ja, natürlich. Ich fühle mich gut. Ich liebe diesen Verein seit meiner Kindheit. Als kleiner Junge habe ich jeden Fanartikel von diesem Klub gekauft. Ich bin noch heute ein totaler Fan vom FC Bayern. Es wäre ein Traum, noch einmal zu verlängern, lange zu bleiben und meine Karriere in München zu beenden. Meine Familie fühlt sich in dieser Stadt sehr wohl. Ich kann mir sogar vorstellen, auch nach der Karriere zu bleiben.

In fünf Jahren bei Bayern mussten Sie sich immer wieder in die erste Elf reinkämpfen. Geht das nicht auf Dauer an die Substanz?

Es gibt vielleicht Spieler, die es sich leichter machen und sich sagen: „Okay, das ist mir hier zu schwer, ich gehe wieder.“ Bei mir gibt es so etwas einfach nicht. Ich kann das nicht. Ich habe ein Herz, und dieses Herz gehört dem FC Bayern. Das gibt mir Kraft, immer um meinen Platz zu kämpfen. Generell denke ich, sollte es die Einstellung eines Profis sein, immer um seine Chance zu kämpfen. Ich habe das in Hamburg und Marseille genauso gemacht wie hier. Ich war noch nie einer, der die leichte Lösung sucht.

Was muss nächste Saison in der Mannschaft insgesamt besser werden?

Wir müssen mehr Konstanz reinbringen. Vor allem auswärts haben wir einfach zu viele Spiele verloren. Ich denke aber, viele Probleme resultierten aus den Folgen der WM. Das soll keine Ausrede sein, aber es ist einfach so, dass wir mal eine Periode mit zehn Verletzten hatten. Dann war Dortmund plötzlich 15 Punkte weg, und es ist nicht leicht, wenn du immer so einem großen Rückstand hinterherlaufen musst. Das greift deine Psyche an. Wir müssen in diesem Sommer gleich eine gescheite Vorbereitung absolvieren und uns dann anstrengen, eine Serie zu starten.

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Sie sagten nach dem 5:1 über Leverkusen: Hätte man immer so gespielt, wäre man mit 15 Punkten Vorsprung schon Meister.

Ja, denn das war der wahre FC Bayern. Auch beim Sieg über Schalke hat man den gesehen. Jeder wusste in diesen Spielen, wie wichtig sie für den Verein sind. Jeder hat sein Bestes gegeben, wir haben als richtige Mannschaft agiert. Wenn wir so auftreten, ist es sehr schwierig, den FC Bayern zu besiegen. Nur haben wir das das ganze Jahr über zu selten so abgerufen. Sonst würden wir nicht auf Platz drei stehen. Aber bei unseren letzten Auftritten hat man schon gesehen, dass der FC Bayern nach wie vor eine sehr große Mannschaft ist . . .

. . . die aber punktuell verstärkt werden muss. Vor allem Ihr Bereich, die Innenverteidigung, wird da immer genannt. Haben Sie Angst vor Neuzugängen?

Das ist hier jedes Jahr so und ganz logisch. Wir werden sehen, wer so zum Start der Vorbereitung da ist - und wer zum Start der Saison spielt. Jeder beginnt bei Null, jeder kämpft um seinen Platz. Konkurrenz gehört dazu. Hätte ich Angst vor Neuzugängen, wäre ich hier fehl am Platz. Der FC Bayern ist ein großer Verein, und in einem großen Verein kannst du dich nie ausruhen. Du musst dich quälen können. Und die Belohnung ist, dass du dann spielst.

„Diese Saison war eine verpasste Saison“

In den letzten Jahren verging kein Sommer, ohne dass es Gerüchte um einen Abschied Ihres Kumpels Franck Ribery gab - wie sieht es heuer aus?

(schmunzelt) Im Fußball weiß man nie. Aber ich denke nicht, dass er geht. Franck fühlt sich wohl, er hat hier ein Haus gekauft und seinen Vertrag verlängert - das sind ja alles Zeichen, dass man bleibt.

Was erhoffen Sie sich nächste Saison vom neuen Trainer Jupp Heynckes?

Dass wir alle zusammen, Trainer und Spieler, einen guten Weg finden. Ich bin davon überzeugt, dass Jupp Heynckes uns weiterbringt. Er hat enorme Qualität. Wir werden alles für eine große Saison geben. Ich freue mich drauf. Weil diese Saison schon eine verpasste Saison war.

Interview: Andreas Werner

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