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Endlich! Die Bayern haben den Henkelpott

Champions-League-Sieger 2012/2013

Da ist das Ding! FC Bayern auf Europas Thron

London - Der FC Bayern hat es endlich geschafft und Europas Fußball-Thron gestürmt. In einem packenden Champions-League-Finale sorgte ein Last-Minute-Treffer von Arjen Robben für die Entscheidung.

Arjen Robben stürmte wie wild auf die tosende Bayern-Kurve zu, er schrie den Fans seine unbändige Freude, seine Wut, seine ganze Genugtuung entgegen. Am 19. Mai 2012 hatte der Superstar beim „Drama dahoam“ gegen den FC Chelsea noch einen Elfmeter verschossen, er war der Final-Depp - 371 Tage später führte der Niederländer Bayern München im historischen „German Endspiel“ im Wembley-Stadion zum Triumph. Robben krönte den Rekordmeister im Finale der Champions League gegen Borussia Dortmund mit seinem Treffer zum 2:1 (0:0)-Endstand in der 89. Minute zu den Königen Europas. Der Henkelpott, er ist endlich „dahoam“.

Nach dem Triumph von London sind die schmerzhaften Final-Pleiten 2010 und 2012 vergessen. „Das bedeutet mir sehr, sehr viel, ich kann es noch gar nicht richtig fassen. So viele Emotionen!“, sagte Robben im ZDF. „Es haben mir viele Leute gesagt: Du schießt dieses Tor...“, fügte er nach dem ersten rein deutschen Endspiel in der Königsklasse hinzu.

Da ist das Ding! Fotos von Pokalübergabe und Jubel zum Genießen

Da ist das Ding! Jubel-Fotos vom Champions-League-Finale

Er schoss es. Robben legte den Ball am herausstürmenden BVB-Torhüter Roman Weidenfeller vorbei - und um 22.54 Uhr nahm Kapitän Philipp Lahm aus der Hand des UEFA-Präsidenten Michel Platini den Pokal entgegen. Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel gratuliert. Die BVB-Profis stapften allesamt geknickt davon, zeigten sich jedoch als faire Verlierer. „Herzlichen Glückwunsch, sie haben es ja verdient“, sagte Trainer Jürgen Klopp, „es wäre viel schlimmer für uns gewesen, hier 0:4 oder 0:5 zu verlieren.“

Für die Münchner ist das erste Triple der Vereinsgeschichte dank des stürmisch umjubelten Siegtreffers zum Greifen nahe. „Besonders in der ersten Halbzeit haben wir nicht gut ins Spiel gefunden“, sagte Trainer Jupp Heynckes, der seine Zukunft erneut offen ließ: „Dann haben wir uns befreit und nach der Pause wesentlich besser gespielt.“ Zehntausende Fans steigerten sich in der Arena und zu Hause beim Public Viewing in einen roten Rausch. Im DFB-Pokal-Finale am 1. Juni gegen den VfB Stuttgart kann der FC Bayern eine fast perfekte Saison veredeln.

Der Ausgleich von Ilkay Gündogan (68.) durch einen Foulelfmeter hatte den FC Bayern nach dem perfekt vorbereiteten Führungstreffer von Mario Mandzukic (60.) bis zuletzt bangen lassen. Für die Bayern ist es der zweite Triumph in der Champions League nach 2001, zuvor hatten sie dreimal den Europapokal der Landesmeister gewonnen.

Das knallhart umkämpfte Finale, das anfangs überraschend die Dortmunder Außenseiter auch ohne Mario Götze dominiert hatten, war nicht nur das letzte Highlight in der großen Trainerkarriere von Heynckes, sondern auch eine Erlösung für die „Goldene Generation“ um Kapitän Lahm und Bastian Schweinsteiger: Für sie ist es der so sehnsüchtig erwartete erste internationale Titel. „Es ist sehr wichtig, solch eine Laufbahn zu krönen, sonst hört das Gerede nie auf“, sagte Sportvorstand Matthias Sammer. „Aber ich gratuliere auch dem BVB zu einer großen Saison.“

"FC Bayern setzt sich Europas Krone auf" - Pressestimmen zum CL-Triumph

Pressestimmen zum CL-Finale aus ganz Europa

Dortmund muss sich ärgern, denn der BVB hatte zunächst vieles richtig gemacht. Unter dem starken Pressing des Außenseiters hatte der FC Bayern erhebliche Mühe mit dem Spielaufbau, er kam in den ersten Minuten kaum aus der eigenen Hälfte. Auch die exzellente Mittelachse gab den Ball zu schnell her - und die Abwehr stand nicht sicher: Jakub Blaszczykowski (10.) und Robert Lewandowski (14. ), der angeblich zum FC Bayern wechseln wird, gaben gefährliche Fernschüsse ab, bei einer weiteren Blaszczykowski-Chance rettete Torhüter Manuel Neuer (15.).

Bayern am Ziel! Bilder des CL-Endspiels

Bayern am Ziel! Bilder des Champions-League-Triumphs plus 11 x Note 1

Es war schon erstaunlich: Befreiungsschläge des Rekordmeisters hatten die wenigsten der 86.298 Zuschauer erwartet. Dem BVB gelang es eindrucksvoll, dem Rivalen in Erinnerung zu rufen, dass es wieder einmal traumatisch werden könnte.

Dementsprechend nervös wirkten die Bayern lange, erst nach der Pause wurden sie sicherer. Dortmund, Champions-League-Gewinner von 1997, ging enormes Risiko und spielte pfeilschnell nach vorne. Reus (19.) sowie Sven Bender (22.) prüften den glänzenden Neuer, von den Bayern kam bis dahin kaum etwas - außer eines Ellbogenschlages von Franck Ribery ins Gesicht Lewandowskis. Ribery hätte sich über eine Rote Karte nicht beschweren können, entkam aber ungestraft (25.).

Sekunden später allerdings „weckte“ Mandzukic die Bayern mit einem Kopfball an die Latte, BVB-Torhüter Weidenfeller war dabei noch mit den Fingerspitzen am Ball. Arjen Robben scheiterte frei vor Weidenfeller (30.), Lewandowski in bester Position gegen Neuer (35.). Es war die beste Phase eines Spiels, dass spätestens nach 50 Minuten die Bayern im Griff zu haben schienen.

Der Angriff zum 1:0 ging ausgerechnet von Ribery aus, der den Ball an drei BVB-Verteidigern vorbei auf Robben durchsteckte. Der bediente Mandzukic mustergültig, der Kroate hielt nur noch seinen Fuß hin. Ein Foulspiel von Dante an Reus im Strafraum jedoch machte die Führung wieder zunichte. In der 72. Minute kratzte Neven Subotic den Ball von der Linie - Thomas Müller hatte Weidenfeller umspielt.

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Um exakt 20.46 Uhr hatte Deutschland (fast) still gestanden. Alles war geschrieben, getwittert, episch ausdiskutiert worden, selbst Prinz William als Präsident des englischen Fußball-Verbandes FA hatte noch seinen Finaltipp hinterlassen: ein 2:0 für Bayern. Nun wurde Fußball gespielt - der Schiedsrichter Nicola Rizzoli (Italien) eröffnete das Endspiel nach einer Ritter-Schlacht zur Einstimmung im mythischen Wembleystadion.

sid

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