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Die Contentos (v.l.): Domenico (25), Papà Pasquale (52), Alessandro (10), Mamma Nunzia (48), FCB-Profi Diego (20) und Vincenzo (27)

Familie Contento: "Sind stolz auf unseren Diego"

München - Wenn am Samstag die Bayern gegen Inter Mailand auflaufen, schlagen die Herzen einer italienischen Familie in München besonders hoch. Die Contentos sind hoffnungsvoll.

Und wenn dann auch noch ein Nachwuchs-Star das rot-weiße Trikot überstreift, gibt es kein Halten mehr. Vai Diego, vai – lauf, Diego, lauf!

Außenverteidiger Diego Contento (20) hat als einziger Bayern-Spieler italienische Wurzeln, geboren aber wurde er an der Isar – seine ganze Familie mit Eltern, Geschwistern, Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins lebt in München. Eine echt münchnerische Gastarbeiter-Geschichte. Vor 40 Jahren kamen seine Großeltern aus Neapel – am Samstag schießt er vielleicht mit den Bayern die Italiener ab …

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Ein Wunder wäre es nicht in der Karriere des Diego Contento: Im Januar unterzeichnete er den Profi-Vertrag, seit Februar absolvierte er neun Bundesliga-Spiele, bei denen er zwei Torvorlagen gab, zwei Pokal- und drei Champions-League-Partien. Die neapolitanische Zeitung Il Mattino nannte ihn „einen der vielversprechendsten Verteidiger Europas“.

Die Contentos hoffen, dass Diego auch im Finale zum Einsatz kommt. „Wir sind wahnsinnig stolz auf ihn“, sagt Bruder Vincenzo (27). „Er wird seinen Weg gehen.“

Auch Diegos Brüder hätten fast eine Profi-Karriere eingeschlagen: Vincenzo gewann mit der A-Jugend des FC Bayern 2001 die deutsche Meisterschaft, Domenico (25) im gleichen Jahr mit der B-Jugend. Ihre Mitspieler damals hießen Lahm, Schweinsteiger, Lell, Ottl, Rensing – beide Brüder wurden jedoch von schlimmen Verletzungen gestoppt. „Jedes Kind träumt davon, Profi zu werden“, sagt Vincenzo. „Aber es tut nicht mehr weh.“

Sie haben ja ihren kleinen Bruder Diego. Dessen zweiter Vorname lautet Armando – genau wie Diego Armando Maradona. „Wir haben ihn nach unserem Idol benannt“, verrät Vater Pasquale. 1990, im Geburtsjahr Diegos, führte Maradona den SSC Neapel zum italienischen Meitertitel. Noch heute wird er wie ein Gott verehrt. Über Diegos Bett hängt die Napoli-Fahne.

Mit der Karriere sei das Familienleben intensiver geworden. „Das hat zusammengeschweißt“, erzählt Vincenzo. Früher war Diego auch mit den Bayern-Amateuren unterwegs, jetzt nur noch mit den Profis. Seitdem sitzen die Contentos öfter gemeinsam am Tisch, Mamma Nunzia macht ihre Spezialität – Pasta in allen Variationen, Diegos Lieblingsessen.

Die Brüder sind auch beste Freunde, gehen zusammen weg und beraten sich: Profi Diego holt sich beim sieben Jahre älteren Vincenzo auch Tipps in Sachen Verteidigung – der spielte früher die gleiche Position. Das erste Profi-Trikot hat Diego seiner vor zwei Jahren verstorbenen Oma gewidmet – seiner Nonna Carmela. Die hat immer gesagt: „Der Kleine wird mal Profi.“

David Costanzo

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