Vorerst nicht mehr zu sehen: Fans von Borussia Dortmund in einem vollen Signal Iduna Park.
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Vorerst nicht mehr zu sehen: Fans von Borussia Dortmund in einem vollen Signal Iduna Park.

News-Ticker zur DFL-Krisensitzung

Krisengipfel mit Bayern und BVB: DFL erklärt Notfallplan - „... dann wird es keine 20 Profi-Klubs mehr geben“

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
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Die Bundesliga trifft sich in Frankfurt, um wegen der Corona-Krise zu beraten. Bricht die DFL die Saison ganz ab? Gibt es nur noch Geisterspiele? Alle Infos hier im News-Ticker.

  • Wegen Corona: Bundesliga und 2. Liga haben sich zu einem Krisengipfel in Frankfurt am Main getroffen.
  • Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke haben klare Vorstellungen - und würden die Saison wohl gerne zu Ende bringen.
  • Die DFL hat mit allen 36 Klubs getagt und sich zur Coronavirus-Krise geäußert.

Udate vom 16. März, 17 Uhr: Karl-Heinz Rummenigge gehört innerhalb der DFL offenbar zu den Funktionären, die die Bundesliga-Saisontrotz Coronavirus gerne zu Ende bringen wollen.

Beim FC Bayern ist nun aber Uli Hoeneß vorgeprescht - und hat seinem Vorstandsboss* damit nicht unbedingt einen Gefallen getan.

Corona-Krise: Bundesliga-Boss macht wegen Fußball EM 2020 Druck

Update vom 16. März, 16.30 Uhr: Während der PK hat Seifert noch den Europäischen Fußball-Verband Uefa wegen der EM 2020 in die Pflicht genommen - konkret, dass diese nicht wie geplant vom 12. Juni bis zum 12. Juli stattfindet.

„Die Wahrscheinlichkeit ist keine Zahl mehr vor dem Komma“, meint er und erklärt: Ob die Bundesliga notfalls „über die Saison hinaus“ spielen kann, „hängt an den Entscheidungen der Uefa ab. Ich gehe davon aus, dass die nationalen Verbände ab Dienstag (Statement der Uefa wird erwartet, d. Red.) mehr Flexibilität haben werden, um in den Mai und den Juni gehen zu können“.

Ergo: Dass die Bundesliga-Saison 2019/20 eventuell bis Ende Juni fertig gespielt werden kann.

Das war es mit den wichtigsten Aussagen zur Pressekonferenz der DFL zur Corona-Krise der Fußball-Bundesliga.

Coronavirus in Deutschland: Bundesliga-Chef bedankt sich bei Jens Spahn

Update vom 16. März, 16 Uhr: Bundesliga-Boss Seifert bedankt sich bei der Politik für die Unterstützung in den vergangenen Tagen, konkret bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Jens Spahn war für mich in den letzten Wochen immer dann zu sprechen, wenn es erforderlich war. Dasselbe gilt für führende Mediziner, wenn es darum geht, Vorschläge einzuholen“, erzählt der Fußball-Funktionär.

Krisenmanager: Jens Spahn (Mi.), hier neben Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU).

Der 50-Jährige erzählt von unterschiedlichen Auffassungen über das weitere Vorgehen vor dem Bundesliga-Krisengipfel und stellt unmissverständlich klar: „Jetzt gibt es nur noch eine Meinung.“ 

Kritik am zögerlichen Vorgehen der Bundesliga in den vergangenen zwei Wochen „nehme ich an, ich wäre als Außenstehender zur selben Einschätzung gekommen“. Die DFL hatte noch versucht, den 26. Spieltag am vergangenen Wochenende irgendwie durchzubringen.

Will die Bundesliga-Saison zu Ende bringen: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke.

„Der Tag X ist hoffentlich nicht soweit weg, dass alle 36 Profi-Klubs ihn erreichen werden“, sagte er weiter und meint: „Ehrlicherweise kommt jetzt der Punkt, wo die Bundesliga zugeben muss: Ja, wir stellen ein Produkt her. Aber Wir kämpfen um Zehntausende Arbeitsplätze und nicht um Millionen-Gehälter. Es steht mehr auf dem Spiel als ein paar Fußball-Spiele.“

Update vom 16. März, 15.35 Uhr: Christian Seifert kündigt nach dem Bundesliga-Krisengipfel an, dass mit Blick auf die mittelfristige Zukunft Geisterspiele die einzige Option seien.

Coronavirus in der Bundesliga: DFL nennt Geisterspiele „überlebensnotwendig“

Es sei im „absoluten Interesse, diese Saison zu Ende zu spielen. Das haben auch alle 36 Klubs gesagt. Es ist überlebensnotwendig, so viele Spiele wir möglich zu absolvieren“, erklärt Seifert.

Und begründet diese Einschätzung. „Die größten Einnahmenpositionen eines Klubs sind Sponsoring- und Medieneinnahmen“, sagte er: „Wenn sie Zuschauer- und TV-Einnahmen nicht mehr haben, ist es eine Frage der Zeit, dass es bei Kosten eine Zeit lang noch gut geht, wenn Spieler auf Gehälter verzichten, aber eben nicht sehr lange.“

Der Bundesliga-Chef stellt unmissverständlich klar: „Geisterspiele werden die einzige Überlebenschance sein. Wer meint, wir sollten uns nicht damit beschäftigen, der sollte sich keine Gedanken darüber machen, ob wir mit 18 oder 20 Profi-Klubs spielen, weil es dann keine 20 Profi-Klubs mehr geben wird. Es geht für die Bundesliga-Klubs ums Überleben.“

Nachdrücklich betont Seifert immer wieder die vielen Arbeitsplätze, um die es nun gehe: „Es sollte sich jedoch jedem erschließen, dass Klubs ohne Zuschauer und TV-Einnahmen in ihrer Existenz bedroht sind und damit Zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr sind. Sie sind die einzige Überlebenschance für Klubs in der Bundesliga und in der 2. Liga. Deswegen bitte ich schon heute Millionen Fans um Verständnis, dass wir diese Maßnahme ins Auge greifen müssen, um diese Arbeitsplätze zu retten.“

DFL-Boss Christian Seifert fordert Solidarität in der Bundesliga

Update vom 16. März, 15.25 Uhr: DFL-Boss Seifert wirkt bei der Pressekonferenz in Frankfurt sehr ernst.

„Mir ist bewusst, dass der Profi-Fußball von außen als Milliardengeschäft gesehen wird. Der Kern des Ganzen ist das Spiel. Dahinter steht aber in der Zwischenzeit deutlich mehr:56.000 Vollzeit - und Teilzeit-Arbeitsplätze, dazu kommen Zehntausende angrenzende Jobs, in Gastronomie und Hotellerie, in der Vermarktung eine Klubs, Kameraleute, Ordnungsdienste, Catering-Unternehmen...“, zählt er auf.

Die Frage nach der Solidarität in der Bundesliga wird gestellt, nach dem etwaigen Gehaltsverzicht der Profis. 

Seifert schildert von Klub-Bossen, die diesbezüglich schon Gespräche mit Spielern geführt hätten, „viele, weiß ich, haben es getan. Jeder Klub-Verantwortliche sieht es so, und auch jeder Spieler. Ich gehe davon aus, dass innerhalb der Klubs eine Solidarität eintritt“, meint er.

Chef der Bundesliga: DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

 

Das Wesentlich sei, dass ein Bewusstsein einsetze, „dass es nicht nur um hochbezahlte Fußball-Profis geht, sondern um 56.000 Jobs und Zehntausende Jobs, die daran dranhängen“, erklärt er weiter: „Diese Jobs hängen maßgeblich davon ab, dass die erste und zweite Liga vor Zuschauern spielen.“

Upate vom 16. März, 15.10 Uhr: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat sich in einer Pressekonferenz ausführlich zur Corona-Krise der Bundesliga geäußert.

Corona ist unser größter Feind. Keinen Zweifel, dass die Eindämmung des Coronavirus Überrang hat“, erklärt DFL-Boss Christian Seifert: „Wir haben einstimmig beschlossen, den Spielbetrieb weiter auszusetzen, das heißt den 27. Spieltag. Wir gehen nicht davon aus, ab dem 3. April wieder zu spielen.“

Seifert schlägt eindringlich Alarm: „Alle Klubs erstellen Extrem-Szenarien mit dem Hintergrund ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und melden dies der DFL. Momentan kann niemand guten Gewissens sagen, wann wieder Spiele stattfinden. Es geht für die Bundesliga-Klubs ums Überleben.“

FC Bayern: Herbert Hainer meldet sich in der Corona-Krise zu Wort

Update vom 16. März, 13.35 Uhr: In der Corona-Krise hat sich nun auch FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer zu Wort gemeldet.

„Die Lage ist sehr angespannt, es geht um Existenzen einzelner Vereine. Unser Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge ist auf der DFL-Sitzung, und am Dienstag findet die Videokonferenz der UEFA statt“, erklärte der Niederbayer im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur: „Sobald es neue Erkenntnisse gibt, werden wir unsere Fans schnellstmöglich über die Entwicklungen informieren.“

Präsident des FC Bayern München: Herbert Hainer.

 

Hainer verwies auf seinen Vorgänger: „Uli Hoeneß hat das am Sonntag richtig gesagt: Für diese Situation gibt es kein Handbuch zum Nachschlagen. Wir müssen alle lernen, mit dieser Situation umzugehen. Diese beiden Sitzungen der Spitzen des Fußballs sind wichtig, aber jeder weiß: In diesen Tagen muss man bei Beschlüssen flexibel bleiben und die Situation täglich neu bewerten.“

Update vom 16. März, 12.45 Uhr: Mit DFB-Präsident Fritz Keller als Gast hat am Montagmittag die Krisensitzung der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Bundesligen begonnen. Beim Treffen in einem Frankfurter Flughafen-Hotel beraten die Vertreter der 36 Profivereine über den weiteren Verlauf der momentan bis zum 2. April unterbrochenen Saison.

Viele Fans erwarten von den Funktionären in Zeiten von Corona klare Signale und verbindliche Entscheidungen. „Die Saison muss so lange unterbrochen werden, wie es gesamtgesellschaftlich notwendig ist“, forderte die Fan-Vereinigung Unsere Kurve.

Zudem müsse sich der Profi-Fußball aus eigener Kraft helfen und auf die Inanspruchnahme staatlicher Hilfen verzichten. 

Es dürfe nicht dazu kommen, „dass das öffentliche Leben stillgelegt wird, der Profifußball aber weiterhin mit allen Mitteln versucht, eine Scheinrealität aufrecht zu erhalten“.

Die Bundesliga und Corona: 770 Millionen Euro „stehen im Feuer“

Update vom 16. März, 12.15 Uhr:  Bei den deutschen Profi-Klubs geht die Existenzangst oder zumindest die Sorge vor hohen Millionenverlusten durch die Corona-Krise um. 

„Es steht ein größerer dreistelliger Millionenbetrag für die 1. und 2. Liga im Feuer“, hatte FC-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge zuletzt erklärt. 

Nach SID-Informationen bangen die 36 Vereine um Einnahmen von insgesamt 770 Millionen Euro - angesichts dieser Summe sieht Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den deutschen Profifußball „in der größten Krise seiner Geschichte“.

Update vom 16. März, 11.40 Uhr: Wie sehr die Bundesliga wegen der Corona-Krise zerrissen ist, zeigt ein Gastbeitrag von Fredi Bobic beim Kicker.

Coronavirus: Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt mit eindringlichem Appell

„Dieser unbekannte, unsichtbare Gegner namens SARS-CoV-2, bekannter als Corona, versucht die Gesellschaft zu zerreißen“, erklärt der Manager von Eintracht Frankfurt darin: „In großer Einmütigkeit haben die Deutsche Fußball Liga und alle 36 Profivereine am Freitag die einzig richtige Entscheidung getroffen, den Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung auszusetzen.“

Boss von Eintracht Frankfurt: Fredi Bobic.

 

Die Thematik werde die gesamte Gesellschaft - „da muss man kein Hellseher sein - noch Monate beschäftigen“, meinte Bobic weiter: „In einer solchen Situation kann man auch keine Geisterspiele durchführen und die Fans damit in die Sportbars treiben, in denen sich die Infektionsgefahr in unverantwortlicher Weise erhöht.“

Dennoch mahnt Bobic, wie zuvor seine Kollegen Karl-Heinz Rummenigge (FC Bayern) und Hans-Joachim Watzke (BVB), dass aus wirtschaftlichen Gründen irgendwann wieder Fußball gespielt werden müsse: „Es geht auch um Existenzen, wenn wir über eine Fortsetzung oder eine Beendigung der Saison diskutieren.“

Coronavirus in der Bundesliga: Jörg Schmadtke - deutscher Fußball war zu langsam

Update vom 16. März, 11.25 Uhr: Einer der Bosse heute in Frankfurt wird Jörg Schmadtke sein, der Geschäftsführer des VfL Wolfsburg.

Der einstige Torwart hat eingestanden, dass der deutsche Profi-Fußball zu langsam auf die Entwicklungen von Corona reagiert habe. 

„Ja, der Fußball hat insgesamt sehr langsam reagiert. Aber es gibt in solch außergewöhnlichen Momenten auch keinen Masterplan, den man aus der Schublade ziehen kann“, sagte Schmadtke derF.A.Z.: „Akte 12, Strich B – das gibt es einfach nicht.“

Geschäftsführer des VfL Wolfsburg: Jörg Schmadtke.

Ähnlich wie BVB-Chef Watzke glaubt auch Schmadtke nicht, dass die Großverdienern unter den Fußballern aus Solidarität zum Beispiel auf Teile ihres Gehaltes verzichten werden.

„Aus der Sportwelt erreichen uns solche Meldungen, dass reiche Sportler sehr viel Geld spenden oder Unterstützung zusagen“, meinte der 56-Jährige: „Das ist aus meiner Sicht, nur weil sie viel Geld haben, keine Selbstverständlichkeit.“ Keine Frage: Das Coronavirus stellt auch sie vor eine nie dagewesene Situation.

Update vom 16. März, 11 Uhr: Die Spitze der DFL und Vertreter der 36 Profi-Klubs aus Bundesliga und 2. Liga kommen heute in Frankfurt am Main zusammen.

Was werden sie beschließen und entscheiden - einen Saison-Abbruch samt Bundesliga mit 22 Teams in der kommenden Saison? Macht sowas Sinn? Ein Pro und Contra.

Erstmeldung vom 15. März: „Fußball wird zurück sein, wenn die Zeit reif dafür ist.“

Corona in der Bundesliga: Krisengipfel der DFL in Frankfurt

Mit diesen Worten bat BVB-Star Axel Witsel die Fans um Geduld, dass wegen der Coronavirus-Krise die Gesundheit höchste Priorität habe.

Und doch muss die Deutsche Fußball Liga (DFL), unter deren Dach der belgische Mittelfeldspieler sein Geld verdient, schleunigst nach Lösungen suchen. Schließlich droht der Bundesliga durch Corona einen Millionenverlust im hohen dreistelligen Bereich.

Coronavirus in der Bundesliga: Rummenigge und Watzke warnen

Karl-Heinz Rummenigge*, Vorstandsboss des FC Bayern München*, mahnte bereits: „Es geht um Finanzen.“ Und Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, merkte an, dass die Bundesliga und die anderen europäischen nationalen Wettbewerbe klaren Vorrang hätten - und die Fußball-EM 2020* besser verschoben wird.

Viel deutlicher wurde Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß, nach wie vor ein Aufsichtsrat beim deutschen Rekordmeister, als er einmal mehr im Sport1-Doppelpass anrief.

„Ich finde es Scharlatanerie, heute zu sagen, was man in vier Wochen machen soll. Vielleicht müssen wir im Oktober noch aufhören, Fußball zu spielen. Das weiß doch kein Mensch“, wetterte der Schwabe.

Corona in der Bundesliga: Brandrede von Uli Hoeneß

An diesem Montag werden dennoch die Bosse der 36 Profi-Klubs im Frankfurter Sheraton Hotel mit den Chefs der DFL zusammensitzen, um über Lösungen zu diskutieren - und im besten Fall erste verbindliche Antworten zu liefern.

Saison-Abbruch oder Geisterspiele? Wir halten Sie hier im News-Ticker zum Bundesliga-Krisengipfel auf dem Laufenden.

pm mit Material der dpa

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