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Nach Hopp-Eklat: Ultras feuern Corona-Helfer an - „Was vor zwei Wochen noch das Wichtigste war ...“

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Die Ultragruppen der Fußballfans waren bis vor Kurzem noch ein großes Aufregerthema. In Zeiten Coronas sorgen sie nun für Positivnews.

  • Fußball-Ultras, auch die des FC Bayern, sorgten in den Wochen vor dem Corona*-Ausbruch in Europa für Schlagzeilen.
  • Ohne Profisport ist die Diskussion in den Hintergrund gerückt.
  • Die Fans sorgen nun für Positivnews.

München - Es ist nicht mal einen Monat her, als Teile der Bayern-Fans europaweit in den Fokus rückten. Grund dafür waren beleidigende Plakate und Schmähungen gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp beim Münchner Auswärtssieg (6:0) gegen die TSG 1899. Die Partie in Sinsheim stand kurz vor dem Abbruch, Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sprach anschließend vom „hässlichen Gesicht des Fußballs“.

Ultra-Gruppen in ganz Deutschland folgten dem Münchner Beispiel, suchten bewusst die Konfrontation mit dem Deutschem Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL). Manch einer urteilte anschließend vorschnell über jene Fans, die dieses Mal zweifelsfrei weit über das Ziel hinausgeschossen waren. In der Corona-Krise aber zeigen die Ultras ein weitaus freundlicheres Gesicht – das wird diejenigen, die die Szene etwas besser kennen, nicht überraschen. Vorbildlich aber bleibt es trotzdem.

Weil die Fußballwelt stillsteht, sind die hartgesottenen Anhänger ihre größte Bühne los: die Stadien der Republik. Stattdessen hängen in vielen Städten Deutschlands jetzt Spruchbänder an Brücken und Geländern. In München steht darauf geschrieben: „Bleibts dahoam – seids solidarisch! Danke allen Helfern!“ Verfasser der Botschaft? „FC Bayern Ultras“.

Auch in Berlin wird den Corona-Helfern auf Spruchbändern gedankt.

Coronavirus: Fußball-Fans rufen zu Solidarität auf

Die treuesten Fans der Klubs rufen bundesweit zu Solidarität auf, packen selbst mit an und kaufen zum Beispiel für ältere Menschen – die Risikogruppe – ein. Die Münchner Fan-Vereinigung Club Nr. 12 teilte mit: „Was für uns vor zwei Wochen noch das Wichtigste war, spielt erst malkeine Rolle mehr und wir sehen uns mit einer Situation konfrontiert, die sich in dieser Form wohl nur die wenigsten wirklich vorstellen konnten.“

Außerdem forderten die Mitglieder der Südkurve dazu auf, sich bei bestehenden Projekten zu engagieren. Neben Nachbarschaftshilfen bräuchten derzeit vor allem die Tafeln Unterstützung, weil viele der Helfer dort selbst zur Risikogruppe gehören. Der Club Nr. 12 meint: „Eine gute Gelegenheit für gesunde Menschen, sich einzubringen.“

Coronavirus: Inspiration von Italo-Klub Atalanta Bergamo

Inspiriert wurden viele Fans von der „Curva Nord“ von Atalanta Bergamo, die im italienischen Corona-Epizentrum 40.000 Euro an eine ausgelastete Klinik spendete. Die „Torcida“ von Hajduk Split half sogar beim Umzug eines Krankenhauses in ein neues Gebäude.

Viele Anhänger denken zudem an den eigenen Klub, der oft vor finanziellen Problemen steht. In Rostock rief die Kurve zu „Hamsterkäufen“ auf. Heißt: Fans sollen bis Ostern Hansas Online-Fanshop leer kaufen. In Offenbach und Bochum gab es „Geistertickets“ für Spiele zu kaufen, die nie stattfinden werden, und in Mönchengladbach verzichten Anhänger auf die Erstattung der nie genutzten Tickets für das „Geister-Derby“ gegen den 1. FC Köln.

Jonas Austermann

*merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Trotz der Corona-Krise plant der deutsche Rekordmeister freilich die kommende Saison - im Fokus des FC Bayern soll auch ein 16-jähriges Top-Talent aus Schweden stehen.

Rubriklistenbild: © imago

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