Fürchtete in seiner Heimat Brasilien um sein Leben: Douglas Costa
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Fürchtete in seiner Heimat Brasilien um sein Leben: Douglas Costa

Ex-Bayer gibt Manipulation vor

Costas Geständnis

  • Andreas Werner
    vonAndreas Werner
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Douglas Costa, bis zum Sommer FC Bayern, war in Brasilien in eine Spielmanipulation verstrickt

München – Douglas Costa ist in der Vereinsgeschichte des FC Bayern nur eine Fußnote geblieben; nach seiner ersten Vorrunde wurde er zum Spieler der Hinrunde gekürt, aber fortan verdribbelte er sich zusehends, auf und neben dem Platz. Im vergangenen Sommer ließen sie ihn gerne zu Juventus Turin ziehen, und sie waren erfreut, als die Italiener bereits Ende 2017 die Option zogen, den Flügelflitzer für stolze 42 Millionen Euro ganz zu übernehmen. Die zweijährige Liaison zwischen Bayern und Costa endete wenigstens mit einem finanziellen Plus, er war für rund 35 Millionen aus Donezk gekommen.

Auch die aktuellsten Nachrichten rund um Costa würden die Münchner Vereinsgeschichte kaum schmücken, obwohl die Begebenheit, die der 27-Jährige nun ans Licht brachte, schon eine Weile her ist. 2009 sei er an einer Spielmanipulation seines damaligen Klubs Gremio Porto Alegre beteiligt gewesen, gab er zu. Im Meisterschaftsfinale in Brasilien habe man absichtlich gegen Flamengo Rio de Janeiro verloren, auf Druck der eigenen Klubführung und Fans, denn bei einem Sieg hätte man dem verhassten Erzrivalen Internacional den Titel beschert. Gremio unterlag 1:2, Flamengo holte die Meisterschaft mit zwei Punkten Vorsprung. Bisher zum letzten Mal in der Geschichte.

Hätte Internacional triumphiert, „wäre das ein Fleck in der Geschichte von Gremio gewesen. Deshalb wurde uns von der Vereinsführung gesagt, dass wir zwar machen können, was wir wollen. Aber wenn wir gewinnen würden, würden die Leute uns bis zum Flughafen jagen“, sagte Costa. Er habe um sein Leben gefürchtet. „Hätten wir Flamengo geschlagen, hätten wir sterben können. Die Fans von Gremio hätten uns töten wollen.“ In der zweiten Halbzeit habe er deshalb lieber „nur noch weit weg vom Tor gedribbelt. Flamengo gewann und alle waren glücklich.“

Ob es in Brasilien nun Untersuchungen geben wird, ist noch unklar. Etwas mehr als eine Fußnote sind die Enthüllungen eigentlich schon.

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