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Carlo Ancelotti lobt die hohe Professionalität von Joshua Kimmich (r.).

Rechtsverteidiger-Posten

„Befehl“ an Ancelotti: Kimmich als Lahm-Nachfolger

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München - Die Lücke, die Philipp Lahm im Sommer hinterlässt, wird der FC Bayern nicht vollständig schließen können. Dass Karl-Heinz Rummenigge die Versetzung von Joshua Kimmich auf die rechte Abwehrposition ins Gespräch bringt, wirkt eher wie ein Befehl als ein nett gemeinter Ratschlag an Carlo Ancelotti.

Womöglich war das Spiel gegen Arsenal eine Ausnahme, weil es eben so lockerleicht über die Bühne ging. Aber eigentlich sind K.o.-Spiele in der Champions League nicht gerade die besten Gelegenheiten für Flachs mit den Kollegen. Dass Philipp Lahm seinen Vordermann Arjen Robben trotzdem am Mittwochabend zwischenzeitlich herzhaft zum Lachen brachte, ist dem Kapitän des FC Bayern deshalb doppelt hoch anzurechnen. Zusätzlich zu den eigentlich ernsten Begleitumständen in der Königsklasse musste er ja immerhin den Profi im Kader des FC Bayern knacken, der auf dem Feld unumstritten der verbissenste ist. Aber Lahm schaffte es – und zwar simpel: mit seiner Leistung.

Robben und Lahm in Frotzellaune

Um zu belegen, dass Robbens Schadenfreude eigentlich nett gemeint war, muss man fairerweise die Leistung heranziehen, die Lahm, 33 Jahre alt, im bisher wichtigsten Spiel des Jahres abrief. „Dass er ein fantastischer Spieler ist, hat man in Reinkultur gesehen“, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge über die Vorstellung, die der scheidende Abwehrspieler über 90 Minuten auf dem Platz abgerufen hatte. Gefühlt alle (der vielen) Bayern-Angriffe gingen an diesem Abend über die rechte Seite, jene, auf der Lahm und Robben perfekt harmonierten.

Die Laufwege des Duos, das seit Lahms dauerhafter Versetzung von der linken auf die rechte Abwehrseite zusammen den Flügel beackert, sind bis aufs Blut verinnerlicht. „Wir verstehen uns so gut, wir wissen, wo wir uns bewegen müssen, manchmal schaue ich gar nicht, wo ich hinspiele, weil ich weiß, dass er da ist“, sagt Robben. Nur ein paar Mal, da ging Lahm den langen Weg, der im fortgeschrittenen Fußballer-Alter schon auch mal weh tun kann, umsonst. „Ich bin nicht mehr der Jüngste“, raunte er Robben dann zu. Und der freute sich.

Lahm erzählte die Geschichte hinterher ein bisschen anders, er fragte öffentlich, warum seine Mitspieler von ihm verlangen, „in den letzten Monaten noch ein paar Kilometer abzureißen“. Aber auch das war lustig gemeint. Überhaupt ist es ja so, dass Plaudereien dieser Art eine direkte Schlussfolgerung auf die Stimmung im Bayern-Lager zulassen. Die war nach dem 5:1 gegen Arsenal prächtig – und sie ist es auch jetzt, wo an diesem Samstag (15.30 Uhr) das Auswärtsspiel bei Hertha BSC ansteht.

Rummenigge macht Ansage: Kimmich als Lahm-Nachfolger

Man freut sich über die kollektive Leistungssteigerung zur rechten Zeit genauso wie über Einzelschicksale: Einen überragenden Robert Lewandowski, Robben in Topverfassung, Müllers wiedererwachten Torinstinkt, Thiago als Dreh- und Angelpunkt und Lahm als effektiven Dauerläufer. So könnte es ewig weitergehen. Wird es aber nicht. Mit seinem Auftritt hat Lahm erneut schmerzhaft vor Augen geführt, dass er nach seinem Karriereende im Sommer „nicht 1:1 zu ersetzen sein wird“ (Rummenigge).

Wie schwer Rechtsverteidiger mit Weltklasse-Format zu finden sind, hat Lahm – der eigentlich lieber im Mittelfeld spielt – in den verschiedenen Stadien seiner Karriere immer wieder am eigenen Leib erfahren. Bis heute ist er der Beste, „ich kann mich nicht an schlechte Spiele mit ihm erinnern“, sagt Robben. Einen ebenbürtigen Nachfolger werden die Bayern weder für viel Geld kaufen noch aus dem Ärmel schütteln können. Rafinha ist da, Sebastian Rudy im Sommer auch, zudem prüft man eine Verpflichtung von Leverkusens Benjamin Henrichs. Als Variante A aber gilt die Versetzung von Joshua Kimmich.

Es hörte sich eher wie ein Befehl als ein gut gemeinter Rat an Ancelotti an, als Rummenigge diese Woche sagte: „Ich darf daran erinnern, dass der aktuelle Rechtsverteidiger der deutschen Nationalmannschaft bei uns spielt.“ Und der habe – anders als Lahm, der sich mit 20 Jahren erst beim VfB Stuttgart beweisen musste – das vollste Vertrauen der Bayern-Führung. Kimmichs Weg ist vorgezeichnet, man müsse „keine Ängste um die Zukunft des FC Bayern haben“, fügte der Vereinsboss an. Dabei wirkte er, als sei ihm nicht zum Flachsen zumute. Ganz und gar nicht.

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