Sehen sich als wichtiger Bestandteil des Bayern-Kaders: Arjen Robben (2. v. l.) und Franck Ribéry (2. v. r.) sitzen in dieser Saison nach ihrem Geschmack etwas zu oft auf der Bank.
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Sehen sich als wichtiger Bestandteil des Bayern-Kaders: Arjen Robben (2. v. l.) und Franck Ribéry (2. v. r.) sitzen in dieser Saison nach ihrem Geschmack etwas zu oft auf der Bank.

Beim FC Bayern bahnen sich Ego-Trips an

Wie wichtig ist der Teamgeist? Das sagen ein Ex-Profi und ein Experte

  • Manuel Bonke
    vonManuel Bonke
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Nicht erst der Trainingsstreit zwischen Mats Hummels und Robert Lewandowski wirft die Frage auf: Wie ist es um den Teamgeist beim FC Bayern bestellt? Und wie wichtig ist dieser überhaupt?

München - Es brodelt beim FC Bayern - und nicht erst seit dem Trainingsstreit zwischen Mats Hummels und Robert Lewandowski. Den ersten Wutausbruch gab es bereits im September, als Franck Ribéry nach seiner Auswechslung gegen Anderlecht zum Trikot-Wurf ansetzte. Flügelpartner Arjen Robben zog gegen Besiktas Istanbul nach, als er nicht in der Startelf stand und seinem Ärger Gehör verschaffte. Die Egos der Bayern-Stars sind groß, daher stellt sich die Frage: Wie viel Teamgeist braucht eine Mannschaft? Oder reicht die individuelle Klasse der Star-Truppe für den großen Erfolg?

Für Sky-Experte Didi Hamann liegt die Antwort auf der Hand. „Der Teamspirit ist für den FC Bayern essenziell! Es ist ja nicht so, dass die Bayern die Besten sind. Und selbst wenn du der Beste wärst: Wenn du gegen eine vermeintlich schwächere Mannschaft spielst, wo aber jeder für den anderen durchs Feuer geht - wirst du immer zweiter Sieger sein. Du kannst den Teamgeist nicht auf die leichte Schulter nehmen und sagen: Wird schon. Dieser Spirit ist absolut wichtig“, sagt er im Gespräch mit der tz.

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Hamann: „Reibungen gehören dazu“

Der frühere Bayern- und Nationalspieler glaubt aber nicht, dass der Trainingsstreit zwischen Hummels und Lewy ein Zeichen ist, dass das Teamgefüge in München bröckelt: „Es gehört irgendwo auch dazu, dass es immer wieder Reibungen gibt. Das zeigt, dass selbst ein Mats Hummels im Trainingsspiel gewinnen will. Ich würde das jetzt nicht überbewerten. Natürlich muss man schon ein Auge darauf werfen und der Trainer wird die Aktion mit Sicherheit angesprochen haben. Das ist ja eine der großen Stärken von Jupp Heynckes: dass er diese aufkommenden Probleme immer wieder im Keim erstickt.“

Der renommierte Sportpsychologe Matthias Herzog sieht im jüngsten Verhalten einzelner Spieler hingegen durchaus Probleme für das gesamte Team: „Lewandowski schielt mit einem Auge nach Madrid, Robben und Ribéry wollen neue Verträge. Wenn drei Spieler als Egomanen unterwegs sind, geht das zu Lasten der Mannschaftsleistung. In der Bundesliga reicht die individuelle Klasse der Bayern, aber wenn große Gegner in der Champions League kommen, kann man nur als Team erfolgreich sein - deswegen ist Fußball ein Mannschafts- und kein Einzelsport!“

Offene Zukunft: Robert Lewandowski soll mit einem Wechsel kokettieren.

Wird Dauerthema Lewandowski zum Problem?

Beim Dauerthema Lewandowski und Real Madrid rät Sky-Experte Hamann den Bayern-Bossen, zu reagieren - auch zum Wohle des Teamgeistes: „Wenn das zu lange in den Medien steht, denken die Mitspieler vielleicht auch, dass etwas Wahres an der Geschichte dran ist. Dann kommt irgendwie Unmut oder Misstrauen auf. Das musst du im Keim unterbinden. Jetzt beginnen die schweren Wochen.“

Dass Lewy unbedingt die Königsklasse gewinnen möchte, ist bekannt. Hamann hätte da einen Tipp für den Polen: „Wenn er noch acht oder zehn Tore macht, braucht er nicht nach Ma­drid, dann gewinnt er die Champions League dieses Jahr in München.“

Manuel Bonke

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