Bekannter Name, unbekannte Persönlichkeit: Sebastian Hoeneß, erfolgreicher Coach des FC Bayern II.
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Bekannter Name, unbekannte Persönlichkeit: Sebastian Hoen eß, erfolgreicher Coach des FC Bayern II.

Wer ist der Meister-Trainer eigentlich?

Sebastian Hoeneß: Der Mann ohne den besonderen Lebenslauf

  • Jonas Austermann
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Hat die Bundesliga bald wieder einen Hoeneß in ihren Reihen? Sebastian Hoeneß soll den Trainerposten bei der TSG Hoffenheim übernehmen.

VON JONAS AUSTERMANN

München– Nach seinem ersten Jahr als Coach im Erwachsenenbereich – gekrönt vom Meistertitel in der 3. Liga – winkt jetzt ein großer Karrieresprung. Ist der Sohn von Dieter und Neffe von Uli Hoeneß schon bereit für das Oberhaus? Eine Annäherung an den Mann mit dem prominenten Nachnamen.

„Hin und wieder würde ich mir wünschen, als Sebastian wahrgenommen zu werden - und nicht nur als Hoeneß“, sagte der 38-Jährige einst. „Mein Nachname polarisiert. Das kenne ich nicht anders.“ Im Gegensatz zu seinen Vorfahren hat es bei Sebastian nicht für die große Karriere als Aktiver gereicht. In der Jugend kickte er für den TSV Ottobrunn, den TSV Grötzingen und den VfB Stuttgart. Später lief er für die zweite Mannschaft von Hertha BSC (1999 bis 2006 und 2007 bis 2010) und den damaligen Regionalligisten Hoffenheim (2006 bis 2007) auf.

Im zarten Alter von 28 Jahren beendete Hoeneß seine Spielerlaufbahn, konzentrierte sich fortan auf das Wirken an der Seitenlinie. Bei Hertha Zehlendorf in Berlin verdiente er sich als U 19-Trainer erste Sporen, wurde schließlich von Ralf Rangnick zu RB Leipzig gelotst. „Er hat damals Scouts ausgesendet, die ohne mein Wissen beobachtet haben, wie ich trainiere und Spiele leite“, erklärte Hoeneß im Spox-Interview. Er und Rangnick kannten sich von der einjährigen Zusammenarbeit in Hoffenheim.

In Leipzig lernte der gebürtige Münchner den typischen RB-Stil mit intensiver Arbeit gegen den Ball kennen. Irgendwann reichte Hoeneß das aber nicht mehr, er wollte den bayerischen Ballbesitzfußball aus nächster Nähe kennenlernen. Hermann Gerland machte sich für Hoeneß junior stark. Und musste sogar den damaligen Präsidenten und Sebastians Onkel Uli überzeugen. Der hatte schlichtweg die Befürchtung, die Arbeit seines Neffen werde – angesichts des Nachnamens – nicht objektiv betrachtet. Sebastian wechselte nach München, trainierte zwei Jahre die U 19- Tatsächlich kam es auf der Jahreshauptversammlung 2018 daher zu kritischen Anmerkungen. Im vergangenen Sommer folgte der Sprung zu den Amateuren.

Was die Hoeneß-Teams ausmacht? Taktik-Experte Constantin Eckner (Spielverlagerung.de) meint: „Das ist schwer zu sagen, weil er sich nicht mit einem besonderen Stil hervorgehoben hat gegenüber seinen Trainerkollegen in der 3. Liga oder im U 19-Bereich.“

Die Münchner Drittliga-Mannschaft wählte stets die Flucht nach vorne, hatte viel Ballbesitz. Der Lohn: 76 Saisontore in 38 Spielen. Die Schattenseite: satte 60 Gegentreffer.

Diese offensive Ausrichtung könnte Hoeneß in Hoffenheim kaum beibehalten, sagt Eckner: „Er würde wohl zum RB-Stil zurückkehren. Das heißt: intensive Arbeit gegen den Ball und viel Konterfußball.“

Für den Experten ist auch klar, woran der 38-Jährige im Oberhaus arbeiten müsste. Eckner: „Im U 19-Bereich war er nicht der große Kommunikator, das wäre in der Bundesliga aber wichtig, weil er eine gewisse Autorität entwickeln muss. Einen besonderen Lebenslauf hat er weder als Spieler, noch als Trainer vorzuweisen. Und der Nachname interessiert Stars wie Andrej Kramaric nicht.“

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