Bayern-Fans zünden bengalische Feuer im Dortmunder Stadion.
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Bayern-Fans zünden bengalische Feuer im Dortmunder Stadion.

Pyrotechnik und Spruchbänder auf den Tribünen

Pyrotechnik bei Partie gegen Dortmund: DFB-Sportgericht reduziert Strafe für FC Bayern

  • Florian Weiß
    vonFlorian Weiß
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Mindestens zwölf pyrotechnische Gegenstände wurden bei der Partie des FC Bayern München gegen Borussia Dortmund im November gezündet. Nun wurde die Strafe für die Münchner reduziert. 

Update vom 19. Dezember 2018: Das DFB-Sportgericht hat eine Geldstrafe für den FC Bayern München nachträglich reduziert, weil der Pyro-Zündler ermittelt worden ist. Der deutsche Rekordmeister muss nun nur noch 9750 anstelle von 13.000 Euro bezahlen. Dies teilte der Deutsche Fußball-Bund am Mittwoch in Frankfurt/Main mit.

Während des Bundesligaspiels der Münchner bei Borussia Dortmund am 10. November waren im Gäste-Zuschauerbereich mindestens zwölf pyrotechnische Gegenstände gezündet worden. Zudem wurde in der Nachspielzeit ein Feuerzeug auf den Rasen geworfen. Anfang dieser Woche hatte der FC Bayern die Wiederaufnahme des Verfahrens beim Sportgericht beantragt, da ein Täter ermittelt worden sei.

Bei Identifizierung von bis zu 50 Prozent der Täter würde sich die Strafe um 50 Prozent reduzieren, bei Ermittlung von bis zu 100 Prozent der Verursacher gar um 75 Prozent. Dies erklärte der DFB mit Hinweis auf neue Regeln, die zu Saisonbeginn in Kraft getretenen sind. Das Zünden der verbotenen Pyrotechnik ist ein Dauerproblem in den deutschen Stadien. Meist sind die Täter vermummt und schwer zu ermitteln.

Bayern-Fans provozieren Polizei in Dortmund - Kurven protestieren gegen Superliga

München - Während die Akteure von Borussia Dortmund und des FC Bayern auf dem Rasen ein wahres Feuerwerk abbrannten, war auch auf den Tribünen einiges geboten. Einerseits protestierten beide Fanlager gegen die Einführung einer Superliga, zum anderen provozierten die Gäste-Anhänger die Dortmunder Polizei. Wir werfen einen Blick auf die beiden Kurven beim 3:2-Erfolg des BVB über den FC Bayern, nachdem es in der Bayern-Kabine ordentlich geknallt haben soll.

Beide Fanlager können sich nicht so recht riechen, das ist bekannt. Beim Thema Superliga aber sind sie einer Meinung. Beide Fankurven positionierten sich klar gegen die Einführung einer geschlossenen Liga mit Europas Topvereinen. Auf der Südtribüne präsentierten die BVB-Anhänger ein Spruchband mit der Aufschrift: „Borussia Dortmund darf kein Teil einer geschlossenen Elite-Liga sein! Nein zur Super League!“ Die Ultra-Gruppierung The Unity wandte sich mit einem Banner an Vereinsboss Hans-Joachim Watzke: „Aki, bekenn dich zu den Werten von Borussia: Nein zur European Super League!“

Fans von Borussia Dortmund und FC Bayern geschlossen gegen Superliga

Bemerkenswert waren aber zwei Spruchbänder in beiden Kurven, deren Wortwahl genau übereinstimmten: „Der Fußball darf kein Spielball der Großen sein! Gegen Super League und korrupte Funktionäre!“ Ungewohnte Einigkeit bei Schwarz-Gelb und Rot-Weiß.

Hintergrund: Eine Beraterfirma soll Real Madrid im Oktober Pläne für die Einführung einer Superliga als Konkurrenz zur Champions League vorgelegt haben, wie „Der Spiegel“ am Freitag berichtet hatte. Demnach sei vorgesehen, dass 16 Topclubs, darunter der FC Bayern München und Borussia Dortmund, eine Absichtserklärung im Laufe dieses Monats unterzeichnen. Beide Vereine hatten einen Ausstieg aus der Bundesliga jedoch ausgeschlossen.

Fans des FC Bayern mit Spruchband: „Na Bullen, jucken die Finger wieder?“

Für größeren Wirbel aber sorgte ein Teil der 8000 Münchner Anhänger im Gästeblock. Zu Beginn des zweiten Abschnitts entrollten sie ein Banner mit der Aufschrift: „Na Bullen, jucken die Finger wieder? Merkt euch eins - Die Kurve gehört den Fans!“ Anschließend brannten sie mehrere pyrotechnische Gegenstände ab. Die Polizei schritt jedoch nicht ein, es blieb ruhig im Block. Für den FC Bayern wird die Zündelei höchstwahrscheinlich eine Geldstrafe zufolge haben.

Zwei Zweier, eine Fünf: Noten und Bilder von der Niederlage im Wahnsinns-Spiel gegen Dortmund

Die Provokation bezog sich auf einen Zwischenfall beim Bundesliga-Spiel des BVB gegen Hertha BSC vor zwei Wochen. Hertha-Ultras hatten dabei hinter einem Spruchband mit der Aufschrift „15 Jahre Hauptstadtmafia“ Pyrotechnik gezündet, daraufhin schritt die Polizei ein. Die Hertha-Anhänger lieferten sich dann eine wilde Prügelei mit den Polizisten.

Für Wirbel hatte auch eine Aktion von Dortmunder Fans auf der Tribüne gesorgt. Beim Jubel über das 3:2 für das Heimteam waren die Bosse des FC Bayern mit Bier beschüttet worden.

fw mit dpa

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