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Präsident Hoeneß und sein designierter Nachfolger Herbert Hainer (r.)

Designierter Präsident

Herbert Hainer über Transfer-Wahnsinn, Vorgänger Uli Hoeneß und Oliver Kahn: „Ich denke, dass ... “

Herbert Hainer wird als Nachfolger von Uli Hoeneß gehandelt. Nun gibt er einen Einblick in das Verhältnis zu ihm und spricht über seine Zukunftspläne.

München - Der designierte Präsident spricht! Herbert Hainer gilt als Nachfolger von Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern. Seine Wahl für das Amt bei der Jahreshauptversammlung ist so gut wie sicher. Im Bayern-Magazin 51 erläutert er nun ausführlich seine Vorstellung des Rekordmeisters. Unter anderem spricht Hainer über...

…das Werben von Uli Hoeneß: „Als Uli das erste Mal meine Bereitschaft abgeklopft hat, war ich überrascht: Ich konnte mir nicht vorstellen, dass er aufhört. Für mich ist Uli Hoeneß der FC Bayern und der FC Bayern Uli Hoeneß. Ich dachte, er macht das gefühlt bis zu seinem Lebensende. Als wir das weiter vertieft haben, fühlte ich mich geehrt. Ich sagte dann, ich mache das sehr gerne, müsste aber auch mit meiner Frau sprechen. Sie ist nicht aus dem Häuschen gewesen, weil sie mich ja schon mein ganzes Berufsleben mit meiner Arbeit teilen musste. Aber sie weiß um meine enorme Leidenschaft für den FC Bayern und wie sehr ich an diesem Verein hänge. Deshalb sagte sie: „Wenn du es unbedingt willst, mach es!“

FC Bayern: Hainer spricht über Zusammenarbeit mit Kahn

…die Haftstrafe von Hoeneß und den Tod seiner eigenen Tochter: „Freundschaft bedeutet, dass man in schweren Momenten füreinander da ist. Uli hat zu seinem Fehler gestanden, verzichtete auf eine Berufung – das zeigt eine bewundernswerte Geisteshaltung. Dazu fand ich, dass man seine Lebensleistung auch berücksichtigen musste. Als die Öffentlichkeit über ihn herfiel, habe ich gesagt, ich rücke nicht ab. Und als unsere Tochter gestorben ist, war er der Erste, der anrief und fragte, wie er helfen kann. Entscheidend ist nicht, wer mit dir lacht, wenn es dir gutgeht. Da hat man viele Freunde. Entscheidend ist, wer mit dir weint, wenn es dir schlecht geht.“

…die Zusammenarbeit mit Oliver Kahn: „Oliver Kahn passt hervorragend zum FC Bayern. Er war als Spieler eine absolute Identifikationsfigur, hat das Bayern-Gen gelebt wie kaum ein Zweiter, er kennt den Klub. Das ist eine klasse Besetzung. Neben den beruflichen Erfahrungen, die er mit seinen eigenen Unternehmen nach seinem Karriereende gemacht hat, bringt er natürlich extrem viel Fußballsachverstand auf höchstem Niveau ein. Bei mir hat der Sport, der Fußball, zwar beruflich wie privat immer eine große Rolle gespielt, aber dafür werde ich vor allem mein Netzwerk aus der Sportbranche und meine Erfahrungen aus der Wirtschaftswelt beisteuern. Ich denke, dass ich Oliver Kahn in diesem Bereich das eine oder andere mitgeben kann. Ich bin überzeugt, dass diese Kombination aus fußballerischem und wirtschaftlichem Background sehr gut funktionieren wird.“

FC Bayern: Hainer steht zu seinen Fehlern

…die Fähigkeit, zu Fehlern zu stehen: „Man sagt mir nach, dass ich sehr bodenständig bin. Dazu gehört, dass man sich selbst reflektiert. Jeder macht mal Fehler, und die sollte man auch zugeben. Was mich stinkig macht, ist, wenn einer zwei Mal den gleichen Fehler macht. Im Fußball ist es doch auch so: Wer nur fünf Mal am Ball ist, kann auch kaum Fehler machen. Einer, der ständig den Ball fordert, Ideen hat und Akzente setzt, spielt auch mal einen Fehlpass. Aber der entscheidet am Ende auch ein Spiel. Der Typ ist mir lieber. Ich will keine Mitläufer.“

…den Transfer-Wahnsinn: „Im Fußball müssen wir uns angesichts der aktuellen Transfersummen neuen Herausforderungen stellen: Wie können wir mehr investieren? Wie können wir aber auch unseren Nachwuchs stärker fördern? Dabei dürfen wir unsere Identität nicht verlieren. Viele internationale Klubs sind heute kickende Konzerne, zusammengekaufte Haufen. Das kann nicht der Weg des FC Bayern sein.“

…das Knacken der 100-Millionen-Grenze: „Da lege ich mich jetzt nicht fest. Aber wir werden nicht jeden finanziellen Wahnsinn mitmachen. Wie Uli Hoeneß habe ich gelernt, dass man nicht mehr ausgeben darf, als man eingenommen hat.“

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Im Juli machte die Nachricht die Runde, das Herbert Hainer die Nachfolge von Uli Hoeneß bei den Bayern antreten könnte.

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