Pep Guardiola
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Pep Guardiola.

Personalsorgen

Jeder Einsatzbereite ist beim FC Bayern willkommen

Wolfsburg - Die Defensive bleibt beim FC Bayern die Problemzone. Auf Rafinha müssen die Münchner beim VfL Wolfsburg verzichten.

München – Medhi Benatia wird langsam wieder ein interessanter Gesprächspartner. Mehrere französische Reporter unterhielten sich nach dem Champions League-Spiel in Turin lange mit dem Marokkaner, der beim FC Bayern zuletzt nur selten Fragen zu beantworten hatte. Mit seiner bislang letzten Muskelverletzung im Dezember war er aus dem Fokus verschwunden. Mit dem Spiel bei Juventus, bei dem er in der Schlussviertelstunde mitwirkte, kehrte er nun zurück. Jeder einsatzbereite Abwehrspieler ist bei den Bayern willkommen. 

Der Weg zurück ist lang, und der Kurzeinsatz in der Königsklasse kam durchaus überraschend. Doch mehr denn je gilt in der Bayern-Defensive die Devise: Not kennt kein Gebot. So wird auch ein Spieler mit heikler Vorgeschichte und dem Status eines Rekonvaleszenten zum Kandidaten. Wie Serdar Tasci, der gegen Darmstadt ein Debütant mit unübersehbaren Defiziten war, müssen die Bayern fein abwägen zwischen Risiko und praktischem Nutzen. 

Zumindest in Partien, in denen der Einsatz nicht ganz so hoch ist, werden diese Personalien Pep Guardiola etwas Spielraum verschaffen. Wie es im besten Fall laufen kann, hat in Turin Juan Bernat vorgemacht. Auch der Spanier ist erst vor wenigen Wochen nach ausgedehnter Pause ins Team zurückgekehrt. Gegen Juventus war er als Linksverteidiger ein ständiger Aktivposten und als aufgerückter Mittelfeldmann fast Torschütze. Bernat hat der schmalen Defensive des Rekordmeisters etwas mehr Breite verliehen. Weitere Entlastung ist freilich so schnell nicht zu erwarten. Die Bayern haben zwar am Dienstag freudig vermeldet, dass Javi Martinez drei Wochen nach seiner Knie- Operation das Lauftraining aufgenommen habe. Doch selbst Guardiola, der lieber zu früh als zu spät einen Patienten wieder ins Team eingliedert, wird sich bei dem Basken vor übereilten Schritten hüten. Martinez’ linkes Knie ist als Problemzone bekannt. 

Mehr als wohl jeder andere Spieler im Kader benötigt er einen behutsamen Aufbau. Schließlich wollen die Bayern im Frühjahr noch große Partien bestreiten, in denen sie einen dann fitten Innenverteidiger Martinez gut gebrauchen können. Eine Rückkehr zum Beispiel beim Wiedersehen mit Juve am 16. März dürfte deshalb äußerst unwahrscheinlich sein. 

Weil das Programm dicht ist und die Belastung hoch, wird Guardiola in der Liga den Spagat zwischen Schonung und Effizienz fortsetzen müssen. Bereits morgen spielt der Meister in Wolfsburg, am Mittwoch kommt Mainz, ehe am folgenden Samstag das Spitzenspiel in Dortmund steigt. Zumindest bei der ersten Partie müssen die Bayern eine weitere Lücke schließen. Rafinha ist in Wolfsburg gelbgesperrt.

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