José Carlos Menzel López
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José Carlos Menzel López.

Die Bullen gegen die Langeweile

Kommentar: Bayern-Verfolger Leipzig hält die Liga spannend

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München - Da hat wohl jemand die Bullen losgelassen und nicht mehr eingefangen. Gut so - findet tz-Sport-Redakteur José Carlos Menzel López.

In einer Liga, die zumindest an der Tabellenspitze seit einigen Jahren vom FC Bayern und der damit einhergehenden Langeweile dominiert wird, ist es doch mal eine sehr willkommene Abwechslung, dass da nicht der BVB auf Tabellenplatz zwei rangiert, sondern der Aufsteiger aus Leipzig. Und da es ebenfalls langweilig und völlig deplatziert wäre, jetzt erneut das Fass mit den Brause-Euros aufzumachen, bleibt jedem (!) Fußballfan in Deutschland aktuell nur eins übrig, wenn es um Leipzig geht: Mund abputzen und gratulieren. Nicht nur, dass die Hasenhüttl-Truppe nach insgesamt neun Spieltagen ungeschlagen ist und den Bayern mit nur zwei Punkten Rückstand im Nacken sitzt. Nein, RB spielt zudem gut, erfrischend und stets nach vorne. Alles hat Hand und Fuß. Angefangen bei der Jugendakademie bis hin zu Ralf Rangnicks Köpfchen und der Entscheidung, das Projekt 1. Bundesliga in die Hände von Ralph Hasenhüttl zu legen.

Aber die Frage ist doch: Bleibt bei RB alles eitel Sonnenschein oder bekommen wir demnächst den Einbruch zu sehen? Für die roten Bullen spricht – das hat Karl-Heinz Rummenigge erkannt –, dass sie Spieltag für Spieltag eine ganze Woche zur Regeneration haben und ihre Kräfte und Konzentration nicht in Königsklasse und im Pokal lassen.

Auf der anderen Seite muss man beim bisherigen Saisonverlauf von RB auch zwangsläufig an die atemberaubende Hinrunde 08/09 des damaligen Aufsteigers aus Hoffenheim denken, den Ibisevic, Ba & Co. zur Herbstmeisterschaft schossen, der am Ende der Spielzeit jedoch lediglich auf Rang sieben landete. Kann Leipzig den Rhythmus beibehalten? Es wäre wünschenswert, nicht nur weil der Aufsteiger damit weitere Rekorde brechen würde und den vielen Brause-Hatern zumindest sportlich den Saft abdrehen würde. Sondern weil die Bayern angesichts der bislang mehr als enttäuschenden Spielzeit der etatmäßigen FCB-Jäger bereits ab dem 15. Spieltag nur noch mit dem Fernrohr zu sichten wären. Sollte der BVB weiterstolpern, bliebe im vierten Jahr in Folge die traurige Erkenntnis, dass die Bundesliga nur eins ist: eine lockere Trainingseinheit für den FCB.

José Carlos Menzel López

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