Hanna Raif, Sportredakteurin.

Kampf gegen Hass und Hetze

Kommentar zu den Schmähplakaten gegen Hopp und der Reaktion darauf: Der Anfang ist gemacht 

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Nach den schlimmen Zwischenfällen von Sinsheim mit Schmähplakaten gegen Dietmar Hopp, ist die wichtigste Frage: Wie geht es nun weiter? Ein Kommentar von Sportredakteurin Hanna Raif.

Natürlich kam die Frage auf. Hätte der FC Bayern genauso reagiert, wenn es zum Zeitpunkt der Schmähungen gegen Dietmar Hopp nicht schon 6:0 gestanden hätte? Es war und ist nichtig, sie zu beantworten. Denn so oder so ist an diesem 29. Februar 2020 im deutschen Fußball Einmaliges geleistet worden. Nicht nur von den Bayern, sondern genauso von 1899 Hoffenheim. Es war wichtig, einen Anfang zu machen, und diese beiden Teams gehen als Vorreiter in die Bundesliga-Geschichte ein. Die wichtigere Frage ist: Wie geht es nun weiter?

Bilder und Worte vom Wo chenende haben den Eindruck verstärkt, der sich im komplizierten Beziehungsgeflecht zwischen DFB, Vereinen u Wie geht es nun weiter?nd Teilen der Ultra-Gruppierungen seit Jahren aufdrängt. Der Wille, jeglicher Art von Hass, Diskriminierung und Ausgrenzung entgegenzutreten, ist da – eine Patent-Lösung aber nicht. Wenn selbst DFB-Präsident Fritz Keller am Abend des Schulterschlusses von Sinsheim nur Absichten erklärt, anstatt Maßnahmen zu benennen, wird abermals deutlich, wo Handlungsbedarf besteht. Die große Geste war nun da, eine vereinte und vor allem konsequente Fortführung des neuen strengen Weges der Zivilcourage muss aber folgen. Sonst droht das Chaos.

Die Ultras sind wild entschlossen, den Kampf weiterzuführen

Schon jetzt ist die Kurve der absolut unpassende Schauplatz für ein Katz-und-Maus-Spiel. Dass weder Spielunterbrechungen noch Solidaritätsbekundungen der überwiegenden Mehrheit abschreckende Wirkung zeigen, haben leider die Szenen gestern in Berlin bestätigt. Schimpfworte, Fadenkreuz – die Ultras sind wild entschlossen, den Kampf gegen die Kollektivstrafen des DFB weiterzuführen. Mit all seinen Konsequenzen. Natürlich haben sie die neue Haltung im deutschen Fußball registriert, sie haben aber auch registriert, dass ein Spiel erst beim dritten Schmähplakat abgebrochen wird. Die Bühne für die wenigen, die ihre eigenen Ziele über das Geschehen auf dem Rasen stellen, ist nun noch größer.

Es ist Weitsicht, aber auch Eile geboten. Denn weil so lange zugesehen wurde, muss der deutsche Fußball nun schnell auf eine einheitliche Linie kommen. Die beginnt bei der Definition, an welchem Punkt Hetze in einem Feld beginnt, in dem diffamierende Gesänge (Stichworte: „BVB – H....söhne“) lange als Folklore hingenommen und geduldet wurden. Ab jetzt ist der Zusammenhalt aller Clubs, der Justiz und der Gesellschaft gefragt. Dabei gibt es nichts Unwichtigeres als: den Spielstand.

Lesen Sie auch: „Absolute Watschn für die Fans des FC Bayern“ - Rummenigges Rede nach dem Hoffenheim-Eklat im Wortlaut 

Der FC Bayern München kündigt nach dem Skandal-Spiel bei 1899 Hoffenheim Konsequenzen für die Chaoten unter den Fans an. Bei Heimspielen in der Allianz Arena droht dem Rekordmeister damit ein gewaltiges Problem. Eine Analyse.

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