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Javi Martinez soll in München eine Führungsposition einnehmen – er ist auf einem guten Weg.

Auf Erfolgskurs

Martinez auf dem Weg zur Stammkraft

München - Javi Martinez ist beim FC Bayern auf Erfolgskurs: Der Mittelfeldspieler sieht sich im Integrationsprozess beim FC Bayern im Soll, sagt aber auch: "Ich kann es noch viel besser".

Auf der Tischplatte vor Javi Martinez liegt Javi Martinez. In mehrfacher Ausführung sogar. Der Bayern-Profi ziert das aktuelle Titelblatt des „kickers“. Er hat dem Fachmagazin ein großes Interview gegeben, und einige Exemplare haben den Weg an die Säbener Straße gefunden. Sie stapeln sich im Pressezentrum, wo der Spanier gerade ein gefragter Ansprechpartner ist: Erstes Tor erzielt, auf einem guten Weg zur Stammkraft – Martinez kommt in München langsam in Mode.

Er ist zufrieden mit seinem Integrationsprozess, zieht er eine erste Bilanz, er meint das sportlich wie privat. Auf dem Platz stellte er das am Samstag beim 5:0 gegen Hannover unter Beweis, die Fortschritte bei der Eingewöhnung außerhalb des Spielfelds dokumentiert er mit deutschen Sätzen, die er immer wieder ins Gespräch einbaut. Zwei Stunden täglich paukt er die neue Sprache. „Ich will schnell lernen, sie ist sehr schwer“, erklärt er auf Deutsch. Ein Akzent ist klar hörbar, doch bereits jetzt parliert er fließender als es beispielsweise ein Lucio nach acht Jahren tat.

Javi Martinez, 24, ist ein eloquenter Typ, und nicht auf den Kopf gefallen. Einer, der mitdenkt, auf und neben dem Platz. So jemand kann man eine zentrale Rolle zutrauen, sein Spezialgebiet ist ja auch das des Strategen. Die Bayern haben 40 Millionen Euro an Athletic Bilbao überwiesen, da sie sich sicher sind, dass er in ihrem Team eine tragende Rolle übernehmen wird. Jupp Heynckes hat ihn in den vergangenen Wochen behutsam aufgebaut, bisher mit Erfolg. „Ich werde besser“, findet der Nationalspieler, „aber ich bin noch nicht am Ziel, bin noch nicht da, wo ich sein könnte – ich kann es noch viel besser.“

Seine Leistung gegen Hannover ordnete Sportvorstand Matthias Sammer als bisher beste im Dress der Münchner ein. Dazu wäre der Treffer zum 1:0 gar nicht nötig gewesen, fand er, denn auch ohne das Tor hätte der Millionen-Mann auf ganzer Linie überzeugt. Martinez selbst gibt das Lob an den Nebenmann Bastian Schweinsteiger weiter, er erleichtere ihm die Arbeit mit seinen Anweisungen. „Basti ist ein elementarer Spieler für uns“, meint der Neuzugang, „und mir eine große Hilfe.“

Die Abstimmung im Mittelfeld ist eine Sache, an der in den nächsten Monaten allerdings gewiss noch gefeilt werden muss. Die Aufgaben sind derzeit so verteilt, dass Martinez den sichernden Part ausfüllt, während Schweinsteiger eine Spur offensiver als sein neuer Kollege agiert. Zur Feuertaufe für das Duo wird am Samstag Dortmund anreisen, das ist auch dem 24-Jährigen klar. Er hat bereits in Spanien die Duelle der Bayern mit dem BVB verfolgt, „da hatte München in den letzten Jahren immer so ein bisschen Probleme – aber das wollen wir ändern“. Allerdings steht zunächst morgen das Spiel in Freiburg an. Auch da ist Martinez bewusst, dass Vorsicht geboten ist: „Die stehen gut in der Liga, haben jetzt 3:0 gegen Stuttgart gewonnen – wir dürfen erst nach dieser Partie auf Dortmund blicken.“

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Ein Schritt nach dem anderen, nur so lässt sich Großes erreichen. Und Großes hat Javi Martinez im Kopf, seitdem er sich nach München verändert hat: „Dieser Klub gehört zu den drei besten der Welt, ich will hier viele Titel und Trophäen holen.“ Bei sich zuhause werkelt er an einem eigenen Museum. Der Ball vom Samstag, mit dem er sein erstes Bundesligator geschossen hat, ist eines der ersten Exponate. „Ich hoffe, dass noch viele Trophäen folgen, dass ich ein großes Museum habe, wenn ich mal groß bin.“ Verwirklicht er diese Pläne, wird er künftig noch öfter das eine oder andere Titelblatt zieren.

Von Andreas Werner

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