Mit Haken und Ösen: Auch der gefürchtete Zweikämpfer Vidal blieb oft zweiter Sieger.
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Mit Haken und Ösen: Auch der gefürchtete Zweikämpfer Vidal blieb oft zweiter Sieger.

0:1-Niederlage

Bayern erlebt ein Déjà Vu in Madrid

  • Hanna Raif
    vonHanna Raif
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Madrid - Im achten Pflichtspiel unter Carlo Ancelotti erleidet der FC Bayern seine erste Saisonpleite. Das 0:1 bei Atletico weckt unschöne Erinnerungen.

Die Menschen in den roten und weißen Trikots hatten ihren Spaß. Sie sangen fröhliche Lieder und ließen ihre Schals kreisen, sie spendierten großzügig Beifall und pfiffen den Gegner aus. Die Männer vom FC Bayern hätten an dieser Atmosphäre ihre Freude gehabt – wenn es sich bei den Rot-Weißen um ihre Fans gehandelt hätte. Es war jedoch der Anhang von Atletico Madrid, der den Gästen aus München ein unerfreuliches Déjà-Vu-Erlebnis bescherte. 

Wie im Champions League-Halbfinale vor fünf Monaten siegten die Spanier auch Mittwochabend mit 1:0, Carrasco erzielte nach 35 Minuten gegen offensiv enttäuschende Münchner den entscheidenden Treffer, der die erste Niederlage unter Carlo Ancelotti einleitete. Schwacher Trost: Diesmal ging es nicht um den Finaleinzug, sondern nur um eine gute Ausgangsposition im Kampf um den Gruppensieg.

Bayern wusste, was sie erwartet

Die Bayern hatten gewusst, was sie erwartet. Die Arena mit ihrem maroden Charme, das Farbenmeer, der infernalische Lärm – all dies hatten sie Ende April schon aus der Nähe erlebt, und wenn das Spiel damals auch unerfreulich verlief, dann nicht wegen der äußeren Umstände. Krach in der Fremde schreckt die Bayern nicht, er schärft eher ihre Sinne. Und das war im Estadio Vicente Calderon auch dringend nötig. Viele Fehler darf man sich hier als Gast nicht erlauben.

Fehler wie den von Javi Martinez nach zwölf Minuten. Der Baske vertändelte den Ball gegen Torres, war aber immerhin aufmerksam genug, dem Stürmer die Kugel gleich wieder abzujagen, bevor Schlimmeres entstehen konnte. Eine Warnung war die Szene jedoch allemal. Die Madrilenen sind Meister des Umschaltspiels, zwischen Balleroberung und gefährlichem Angriff vergehen bei ihnen nur Sekunden.

Atletico demonstriert seine Stärken

Öfter, als den Gästen lieb sein konnte, demonstrierte Atletico Mitte der ersten Halbzeit seine Qualitäten. Nach Martinez’ Ausrutscher scheiterte Carrasco an Neuer (20.), wenig später köpfte Torres an den Pfosten (22.). Einen Eckball der Spanier hatte Lewandowski unfreiwillig verlängert. Abermals kam Torres zum Schuss, rutschte aber im entscheidenden Moment mit dem Standbein weg und traf darum nur das Außennetz (34.).

Dass der blonde Spanier, der 2008 das EM-Finale gegen Deutschland entschied, ein gefährlicher Mann ist, wussten die Bayern. Mehr aber fürchteten sie Antoine Griezmann. Dessen Moment kam nach 35 Minuten. Der Franzose nahm im Mittelfeld einen verunglückten Kopfball Xabi Alonsos auf, behauptete sich gegen Thiago und Vidal und fand mit messerscharfem Anspiel Carrasco. Dessen Linksschuss prallte vom Innenpfosten ins Tor (35.).

Lewandowski verpasst knapp

Die Bayern? Hätten zwar umgehend beinahe den Ausgleich erzielt, als Ribery knapp vorbei zielte, doch den Beweis ihrer gefürchteten Offensivkraft blieben die Gäste in der ersten Halbzeit zu oft schuldig. Am gefährlichsten war noch ein Drehschuss Thomas Müllers, dem Thiago den Ball mustergültig in den Lauf gechippt hatte. Der Versuch aber zielte genau auf Atleticos Tormann Jan Oblak.

Viele Tore, das weiß man, schießen Gäste im Calderon nicht. Selbst unter höchstem Druck verliert dieses Atletico selten die Ordnung und noch seltener die Nerven. Die Bayern forcierten nach der Pause zwar ihre Bemühungen, wirklich zwingend aber wurden sie nicht. Müller köpfte ans Außennetz (50.), Alaba prüfte Oblak (56.). Müller machte bald darauf für Robben Platz, Boateng für Hummels, und Kimmich, neuerdings Torschütze vom Dienst, ersetzte den rotgefährdeten Thiago.

Erwartungsgemäß richteten sich die Bayern nun in und um den Atletico-Strafraum ein, doch eine vielverspreche Chance erspielten sie sich erst in Minute 77, als Lewandowskis Kopfball sein Ziel haarscharf verfehlte. Dann folgte die nächste Erinnerung an das Halbfinale: Vidal brachte mit einer ungestümen Aktion Filipe Luis zu Fall, den folgenden Elfmeter schoss Griezmann, der Gefürchtete. Er drosch ihn aber an die Latte und ließ die Bayern noch eine Weile hoffen. Vergeblich.

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