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„Ich bin überzeugt, dass 2014 gut anfängt“: Thomas Müller kehrt mit einem positiven Gefühl vom Trainingslager aus Doha zurück.

Thomas Müller im Interview

„WM ist immer ein bisschen Wundertüte“

Kuwait/München – Nach dem Trainingslager ist vor dem Rückrunden-Start: Bayern-Profi Thomas Müller über die Ziele 2014, historische Chancen, seinen Ehrgeiz und gute Medaillenseiten.

Als Thomas Müller beim 8:0 über den SC Kuwait am Montagabend seinen zweiten Treffer erzielt hatte, ballte er die Faust, als hätte er ein wichtiges Tor geschossen. Sicher war der Test, mit dem der FC Bayern die Trainingslagerreise abschloss, kein Gradmesser. Dennoch aber gab dem 24-Jährigen ein gutes Gefühl, dass sein 2014 so anfängt wie 2013 aufgehört hat: Mit Toren, Toren, Toren. Wir sprachen mit ihm über Aufgaben und Ziele 2014.

Herr Müller, nur noch eineinhalb Wochen bis zum Rückrundenstart. Wie weit ist die Mannschaft?

Wir haben sehr gut trainiert in Doha, besser als im Trentino im Sommer. Das war alles schon sehr effizient.

Haben Sie Sachen trainiert, die im Sommer noch gar nicht möglich waren, weil Pep Guardiola da noch ganz neu gewesen ist?

Das kann ich schwer beurteilen, weil alles ein Prozess ist, alles kalkuliert. Grundsätzlich hatten die Einheiten sehr viel Effektivität und Qualität. Mein Eindruck ist, dass alles in die richtige Richtung geht.

Ist Mönchengladbach zu Rückrunden-Beginn immer ein Bammel-Gegner?

Was heißt Bammel-Gegner? Es ist ein sehr guter Gegner, der immer alles in die Waagschale wirft, um uns zu ärgern. So wird es wieder sein. Die haben sehr gute Spieler und einen guten Trainer.

Ein Sieg gleich zum Auftakt wäre wichtig.

Klar. Wir wollen auf jeden Fall gewinnen. Gladbach aber auch (lacht). Ich bin überzeugt, dass 2014 gut anfängt. Wir werden gut aus den Startlöchern kommen.

2013 war ein Rekordjahr. Was ist Ihr Ziel 2014?

Die Ziele sind klar gesteckt. Wenn man beim FC Bayern und in der deutschen Nationalmannschaft spielt, dann versucht man immer, den höchsten Erfolg anzustreben. Garantien gibt es leider für keinen Titel, aber wir wollen in jedem Wettbewerb, in dem wir dabei sind, das Maximum herausholen. Das können im Endeffekt nur Titel sein.

Ist man sich der historischen Chance bewusst, den Champions League-Titel verteidigen zu können?

Ach, darum geht es eigentlich gar nicht. Wir setzen uns da nicht unter Druck. Wir haben in der Champions League genug Erfahrungen gesammelt in den letzten Jahren – nicht nur positive. Wir wissen: Man muss Runde für Runde den Gegner besiegen, dann steht man am Schluss im Finale.

„Die Torjägerkanone wäre was Historisches“

Ist es ein Ziel, ungeschlagen durch die Bundesliga zu marschieren?

Wichtig ist, dass wir den Titel holen. Aber natürlich ist es so, dass wir kein Spiel verlieren wollen. Im Gegenteil. Wir wollen am besten jedes gewinnen. Aber wenn es so kommen wird, dass wir doch mal ein Spiel verlieren, werden wir uns davon auch nicht groß unterkriegen lassen.

Sie persönlich sind ein besonders schlechter Verlierer, oder?

Ja (lacht). Keiner kann es gut. Aber ich kann es gar nicht gut. Deswegen bin ich auch sehr ehrgeizig im Geschäft.

Der Konkurrenzkampf wird in der Rückrunde, wenn alle Mann fit sind, noch härter. Sind Spannungen da unvermeidbar?

Das mag so aussehen. Aber es tritt jetzt das ein, was wir schon immer gesagt haben: Wir sind ein Team. Wir haben sehr viele gute Spieler, zu viele für nur eine Elf. Da muss jeder professionell und kameradschaftlich damit umgehen. Wir wollen als Mannschaft Erfolg haben. Dafür brauchen wir jeden. Und wenn dann einer mal nicht spielt, darf er auch nicht beleidigt sein. Sondern muss trotz allem alles für die Mannschaft geben.

Sieht das jeder so?

Ich hoffe es doch. Ich sehe es jedenfalls so. Aber ich habe nicht jeden Einzelnen dazu befragt (schmunzelt).

Wie passt das zusammen mit der Situation, dass sich jeder für die WM empfehlen will und muss?

Wenn man spielt, soll man alles geben. Und wenn man nicht von Anfang an spielt, heißt das ja nicht, dass man gar keine Einsätze bekommt. Wenn jede Woche drei Spiele sind, kann man nicht erwarten, dass jeder Spieler jedes Spiel 90 Minuten macht.

Wie sehen Sie Ihre Rolle unter Guardiola? In der Hinrunde waren Sie mit 16 Toren und elf Vorlagen der effizienteste Spieler.

Ich mache mein Ding. Der Trainer weiß, wo er mich einsetzen kann – und was er dann bekommt. Ich werde immer versuchen, der Mannschaft zum Erfolg zu verhelfen. Egal, ob offensiv oder durch meine defensive Arbeit.

Im Kader sind Sie einer der Wenigen, der keine angestammte Position hat. Ist das nun ein Vorteil?

Kann man so und so sehen. Die Medaille hat zwei Seiten.

Welche überwiegt?

Bisher die gute. Ich hatte viele Einsatzzeiten und viele Spiele. Warum sollte das jetzt nicht so weiter gehen?

In der Nationalmannschaft ist die Situation anders, da haben Sie so etwas wie eine Stammposition. Wie präsent ist die WM?

Die ist schon im Hinterkopf. Man denkt daran, dass sie in diesem Jahr stattfindet. Aber jetzt aktuell beschäftige ich mich eigentlich nur mit dem Auftakt der Rückrunde.

Bei Ihrer ersten WM vor vier Jahren in Südafrika waren Sie gleich der Shooting-Star, wurden sofort Torschützenkönig. Was werden Sie in Brasilien?

Natürlich hat man sich weiterentwickelt, ich habe seitdem viele fußballerische Großereignisse mitgemacht, Erfahrung gesammelt. In eine WM geht man immer mit viel Vorfreude und mit der Lust, erfolgreich zu sein. Dann wird man schon sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Es ist auch ein bisschen eine Wundertüte. Man weiß nie, was so passiert im Fußball.

Holen Sie wieder die WM-Torjägerkanone?

Ich freue mich darauf, und werde auch alles daran setzen, dass ich meine Torjägerkanone verteidigen kann. Aber ich sehe die Chancen nicht allzu realistisch.

Warum?

Naja (lacht). Das wäre doch wieder etwas Historisches, oder? Ich glaube, das hat noch keiner geschafft.

Mit Bayern haben Sie nun einen großen Titel gewonnen. Haben Sie den Eindruck, die Generation Schweinsteiger/Lahm, die nicht mehr zwei, drei Weltmeisterschaften spielen wird, braucht so einen Titel auch im DFB-Dress?

Was heißt, wir brauchen das? Das sagen die Leute. Wir haben oft genug gesagt, dass wir super Fußballer sind. Aber Titel sind nicht planbar. Das sollte man auch in Deutschland irgendwann einsehen.

Das Gespräch führte Hanna Schmalenbach

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