Gut gemacht, Kleiner: Okyere Wriedt (r.) gratuliert dem 17-jährigen Jamal Musiala.
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Gut gemacht, Kleiner: Okyere Wriedt (r.) gratuliert dem 17-jährigen Jamal Musiala.

Jamal Musiala trägt sich in Geschichtsbücher ein

Zweitjüngster Torschütze der Drittliga-Historie!

Mit seinem Doppelpack beim 2:0 Sieg des FC Bayern München 2 gegen den FSV Zwickau wurde Jamal Musiala zum zweitjüngsten Torschützen der Drittliga-Historie nach David Alaba.

München – Sehr viel eindrucksvoller kann man sich wohl kaum einführen als Jamal Musiala. Der erst 17-jährige Offensivspieler des FC Bayern hatte sich am Dienstag vorgestellt. Noch nicht auf der ganz großen Bühne zwar, dafür aber umso eindrucksvoller. 0:0 stand es nach einer knappen Stunde in der Drittligapartie der formstarken „Bayern-Amateure“ gegen die abstiegsgefährdeten Sachsen des FSV Zwickau.

Musiala entscheidet Spiel im Alleingang

Zu einem Zeitpunkt, als es so schien, als würde sich die Außergewöhnlichkeit der Begegnung auf Sebastian Hoeneß beschränken. Der Bayern-Coach saß als erster Trainer im deutschen Profifußball eine Gelbsperre ab. So wies er in der 57. Spielminute von der Tribüne aus seine Assistenten Dirk Teschke und David Krecidlo an, einen Dreifach-Wechsel durchzuführen, um der Bilanz als bestes Team der Rückrunde doch noch den neunten Sieg im zwölften Spiel hinzuzufügen. Unter diesen drei Jokern war auch Musiala, der das Spiel schließlich im Alleingang entscheiden sollte. Mit einem Doppelpack. Als zweitjüngster Torschütze der Drittliga-Historie hinter Vereinskollege David Alaba. Endstand 2:0.

Damit hatte sich Musiala in diesem eigentlich unauffälligen Drittligaspiel nicht nur in die Geschichtsbücher eingetragen, sondern auch in die Gedächtnisse der nur wenigen Anwesenden im geisterhaften Grünwalder Stadion eingebrannt. Wie es scheint, haben die Corona-Tage an der Säbener Straße mal wieder einen neuen Stern geboren.

„Enorme Qualitäten mit Ball“

Die Mitspieler jedenfalls waren anschließend ebenso beeindruckt wie Trainer Hoeneß. „Enorme Qualitäten mit dem Ball“ wurden ihm vom 38-jährigen Coach attestiert, zudem sei Musiala „griffig und aggressiv, auch gegen den Ball“. Bei seinen beiden Treffern offenbarte der in Stuttgart geborene Rohdiamant mit britischen Wurzeln, der im vergangenen Sommer aus der Jugendakademie des FC Chelsea nach München gewechselt war, darüber hinaus noch bemerkenswerte Handlungsschnelligkeit und Kaltschnäuzigkeit.

„Jamal wirkt immer fokussiert, ruhig und etwas zurückhaltend“, berichtet Hoeneß, „wenn er dann aber auf den Platz kommt, gibt er direkt Vollgas“. Seit 26. Februar erst ist Bayerns Frühstarter, der bislang in dieser Spielzeit vornehmlich in Miroslav Kloses U17 zum Einsatz gekommen war, 17 Jahre alt. Noch viel Zeit also für weitere Kapitel in den Geschichtsbüchern. Vielleicht ja schon am Sonntag (17 Uhr), wenn Musiala mit den kleinen Bayern bei Waldhof Mannheim gastiert.

Text: Matthias Horner

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