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Auf Neuers Spuren: Christian Früchtl.

„Natürlich ist so ein Derby was Geiles, besonders als Bayer“

Bescheidener Derbyheld Christian Früchtl

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Seine Rolle als Derbyheld genoss er ganz offensichtlich. Es war aber auch zu sehen, dass Christian Früchtl selbst gar nicht der Meinung war, Außergewöhnliches geleistet zu haben.

München – Er habe „halt zwei, drei Bälle gehalten“, nichts Besonderes also, sagte der 19-jährige Torhüter des FC Bayern II nach dem 1:1 gegen den TSV 1860. Dabei hatte er am Sonntag im Münchner Drittliga-Derby eine echte Galavorstellung abgeliefert. Nachdem die kleinen Bayern durch ein Strafstoßtor von Stürmer „Otschi“ Wriedt mit einer verdienten 1:0-Führung in die Halbzeit gegangen waren, gerieten sie nach dem Wiederanpfiff gewaltig unter Druck. Dem entschlossenen und wuchtigen Sturmlauf der Löwen hatten die „Bayern-Amateure“ im zweiten Durchgang im Prinzip nur eines entgegenzusetzen: Früchtl.

Bis auf Dennis Dressels Ausgleichstreffer – bei dem allerdings auch zwei Versuche nötig waren, nachdem Früchtl den ersten noch pariert hatte – war der deutsche U 20-Nationalkeeper nicht zu überwinden. Mit teils atemberaubenden Paraden hielt der 1,93-Meter-Keeper seine Mannschaft mehrfach – deutlich öfter jedenfalls als nur zwei-, dreimal – im Spiel und sicherte so letztlich den wertvollen Derbyzähler. „Natürlich ist so ein Derby was Geiles, besonders als Bayer“, sagte der im niederbayerischen Bodenmais geborene Schlussmann; eine Erklärung für seine eigene Leistung fand er im Training mit Manuel Neuer: „Wenn du jeden Tag mit dem besten Torwart der Welt trainierst, dann schaust du dir natürlich viel von ihm ab.“ In der Tat erinnert Früchtl in seinen Bewegungsabläufen an sein Vorblid, dessen Konkurrent er ja eigentlich ist.

Eine Ausleihe ist möglich

Zumindest aber sein Nachfolger soll er eines Tages werden. Da es derzeit jedoch vollkommen aussichtslos erscheint, Neuer zu verdrängen, gab Früchtl am Sonntag nach dem Abpfiff auch einen Einblick in seine Karriereplanung. „Momentan konzentriere ich mich auf die aktuelle Saison“, sagte er in bayerischem Dialekt, „also oben trainieren und in der 3. Liga spielen.“ Im Sommer allerdings müsse „man schauen, ob ich mich vielleicht ausleihen lasse, wir werden mit Brazzo besprechen, was das Beste für mich und den FC Bayern ist.“

Erst in der Vorwoche hatte Früchtl, der bereits seit 2014 beim Rekordmeister ist, seinen Vertrag vorzeitig bis 2022 verlängert. Dass es eine gute Entscheidung war, eines der größten deutschen Torhüter-Talente weiter an den Verein zu binden, wurde am Sonntag deutlich. War doch im Derby nicht nur seinem Trainer Sebastian Hoeneß aufgefallen, dass „uns Christian mit seinen Paraden im Spiel gehalten hat“. Nichts besonderes also, zumindest in den Augen von Derbyheld Früchtl. MATTHIAS HORNER

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