Franck Ribéry und Xabi Alonso zählen nicht mehr zu den jüngsten Fußballern.
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Franck Ribéry und Xabi Alonso zählen nicht mehr zu den jüngsten Fußballern.

User-Diskussion zur FCB-Krise

„Altherrenmannschaft, die ihren Zenit überschritten hat“

  • Simon Nutzinger
    vonSimon Nutzinger
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München - Die Saison des FC Bayern wird mit vermutlich einem Titel nicht zufriedenstellend zu Ende gehen. Wir haben die User nach möglichen Gründen gefragt.

Zuerst das Champions-League-Aus gegen Real Madrid, nun die Heimniederlage im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund. Es läuft derzeit nicht beim FC Bayern. Für die erfolgsverwöhnte Star-Mannschaft bleibt dieses Jahr wohl „nur“ der Meistertitel in der Bundesliga. Die Fragen, die sich derzeit viele Stellen: Woran hat es gelegen, dass nicht die gewünschten Ergebnisse eingefahren werden konnten? Woran hapert es beim Rekordmeister? Wir haben eine Facebook-Umfrage auf FC-Bayern-News gestartet und wollten hören, was die Bayern-Fans dazu sagen. Hier ist ein Überblick zu den gesammelten Stimmen:

Liegt‘s an Ancelotti?

Als einer der Hauptgründe für die Pleiten der vergangenen Wochen fällt immer wieder ein Name: Carlo Ancelotti. Die Anhänger der Roten sind offenbar nicht vollends zufrieden mit der Arbeit des italienischen Trainers. „Er hat es nicht geschafft, die jungen Spieler in die Mannschaft zu integrieren“, schreibt etwa Joachim D. Auch Hadzan M. kritisiert Ancelotti: „Ich muss sagen, dass der Trainer Schuld ist. Er zeigt keine Reaktion wenn die Mannschaft in Schwierigkeiten ist. Nein, er sitzt nur da und kaut seinen Kaugummi. Viele sagen der FC Bayern braucht keinen Trainer, die können sich selber aufstellen. Aber das ist falsch. Auch die Profis brauchen Anweisungen!“

Zu schwache Chancenverwertung

Einen Auslöser für das Ausscheiden gegen Real Madrid und vor allem für die Niederlage gegen den BVB sehen einige User im laxen Umgang der Bayern-Spieler mit ihren Torchancen. „Es fehlte einfach an einer durchschnittlichen Chancenverwertung und das Glück war auf der anderen Seite“, analysiert Marks. Tobias B. pflichtet ihm bei: „Besser kann man gegen Dortmund kaum spielen. Bayern war dominant und spielfreudig. Aber wer die Dinger vorne nicht macht, wird hinten bestraft.“ Eine große Veränderung des Kaders hält er aber nicht für notwendig. „Ein bitterer Moment, aber man muss nicht alles über den Haufen werfen.“

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Kader-Umbruch ist nötig

Eine Meinung, die nicht alle Bayern-Fans teilen. Marks moniert die „fehlende Vorausschau auf die kommenden Jahre“. Er vermisst einen personellen Umbruch. „Das was Pep Guardiola beispielsweise mit Kimmich und Coman aufgebaut hat, wurde innerhalb von sechs Monaten wieder komplett eingestampft. Wir sind eine Altherrenmannschaft im Mittelfeld und auf den Flügeln, die ihren Zenit überschritten hat.“ Er fürchtet sich um die Zukunft des Vereins als Branchenprimus. „Wenn sich hier nichts tut, wird es in zwei oder drei Jahren eine Wachablösung im deutschen Fußball geben. Da sind andere Mannschaften zukunftssicherer aufgestellt. Dortmund etwa zeigt eindrucksvoll, wie man qualitativ hochwertig verjüngen kann.“

Hängende Köpfe bei Bayern-Spieler, wie hier bei Thiago, sollen nach Meinung der Fans in Zukunft wieder der Vergangenheit angehören.

Auch Mirco W. wünscht sich ein forsches Vorgehen der Bayern in der kommenden Transferphase. „Ich denke uns würde ein Alexis Sanchez gut zu Gesicht stehen. Auch im zentralen Mittelfeld brauchen wir einen in dieser Kategorie. Vom Lewandwoski-Ersatz mal ganz zu schweigen. Ich hoffe, Uli Hoeneß nimmt das in die Hand und verpasst Europa mal eine Schelle.“ Noch drastischer fordert Xhorxho X. einen Umbruch: „Der FCB: Eine Mannschaft ohne Leidenschaft, ohne Charakter, ohne Kampfgeist, launisch und sofort aufgebend, wenn es nicht nach ihrem Gusto läuft. Es muss ausgemistet werden und zwar radikal.“

Neuer Sportdirektor als Lösung?

Eine Aufgabe, die in den Tätigkeitsbereich der Vorstandschaft fällt. Doch die ist nach Ansicht von Vedat T. mehr mit anderen Dingen neben dem Sport beschäftigt. „Hauptsache man eröffnet neue Büros auf der Welt und Kalle (Anmerkung d. Red.: Karl-Heinz Rummenigge) erzählt uns, dass er Barca und Real angreifen will, wenn es um die Popularität geht“, poltert der Facebook-User. „Kalle sollte viel mehr Real und Barca sportlich angreifen und nicht nur versuchen Kohle anzuhäufen, während er die Mannschaft vernachlässigt.“ Eine Lösung für dieses Problem hat Wolfgang N. parat: Er erinnert an die Arbeit eines früheren Führungsmitgliedes: „Der letzte Höhenflug ab 2012 trug einen Namen: Matthias Sammer! Der Weg zu neuen Triumphen führt nur über einen erstklassigen Sportdirektor.“

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