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Rote Übermacht: Gegen Kleinkaliber wie Mainz treffen die Bayern nach Belieben

6:0 gegen chancenlose Rheinhessen 

Bayern lässt Mainz büßen: Kovac-Elf ballert sich den Frust von der Seele

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  • Jonas Austermann
    Jonas Austermann
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Liga-Lust statt Königsklassen-Kater! Der FC Bayern hat sich am Sonntagabend beim 6:0 (3:0) gegen den chancenlosen FSV Mainz den Champions-League-Frust von der Seele geballert.

Nach dem Aus gegen den FC Liverpool fanden die Münchner in der Liga zurück in die Spur, holten sich die Spitzenposition vom BVB zurück. „Das war eine Duftmarke. Wir sind gut in Form“, sagte Thomas Müller.

Niko Kovac hatte vorab gesagt: „Ich bin überzeugt, dass meine Jungs das Liverpool-Spiel inzwischen abgehakt haben. Ich bin sicher, dass die frischen Leute brennen werden.“ Nach dem CL-K.o. tauschte der FCB-Coach fünfmal, schickte u.a. die gegen Liverpool gesperrten Joshua Kimmich und Thomas Müller aufs Feld. Und die Bayern hatten Bock: Bereits in Minute drei stand Robert Lewandowski nach Flanke von David Alaba blank und drückte das Leder in die Mainzer Maschen. Von Ladehemmung keine Spur!

Der bayerische Grant war greifbar

Müller legte fast nach (6.), dann nagelte Kingsley Coman einen Versuch von außen an den Pfosten (12.). Der bayerische Grant war greifbar, die Kovac-Truppe wandelte ihn in beherzte Angriffe um. Plötzlich aber kamen die Gäste ins Spiel. Erst lud Jerome Boateng FSV-Stürmer Mateta vors Tor ein, klärte aber in höchster Not selbst (16.). Dann spielte Boetius den Seeler-Enkel Öztunali frei, der Mittelfeldmann verzog aber deutlich (25.).

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Kuriose Szene am Rande: Manuel Neuer ließ Torwarttrainer Tom Starke kommen, tauschte nach einer halben Stunde die Handschuhe. Und plötzlich bekamen auch die Offensivkollegen des Bayern-Keepers das Spiel wieder in den Griff. Flanke Müller, Brustablage Leon Goretzka, Abschluss James – 2:0 (33.). Gefiel den Roten offenbar ganz gut da vorne, jedenfalls bügelte Thiago einen eigenen Fehlpass aus und schickte Coman auf die Reise. Der Franzose präsentierte in der anschließenden Szene all sein Können. Tempolauf, Haken in die Mitte, staubtrockener Abschluss ins rechte Eck. FCB-Freude im Regen von Fröttmaning!

„Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“

In der Halbzeitpause bespaßte dann Bankdrücker Mats Hummels die Südkurve. Höhepunkt: Der Innenverteidiger feuerte einen Fallrückzieher übers Fangnetz. Man muss über sich selbst lachen können – dachten sich auch die treuesten der Münchner Anhänger und stimmten „Wieder alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“ an.

Zurück zum Geschehen auf dem Platz: Niklas Süle versuchte es zu Beginn der zweiten Hälfte rotzfrech, schlenzte aus zweiter Reihe aufs linke Eck. Ball und Mainz-Torwart Florian Müller flogen schön, einen Treffer gab‘s nicht (47.). Vier Minuten später zeigte James seinem Abwehrmann, wie das genau geht. Am Strafraum versetzte der Kolumbianer gleich reihenweise Gegenspieler, drehte die Pille traumhaft zum 4:0 ins linke Eck. Die Kurve war sich danach sicher: „Wir werden Deutscher Meister sein.“

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 Und weiter ging die Frustbewältigung. Der Mainzer Innenverteidiger Hack stellte unter Beweis, dass er eher ein Mann fürs Grobe ist, spielte einen Fehlpass in die Füße von Müller – James schaltete am schnellsten, lief durch und chippte den Ball technisch fein ins Gästetor – Dreierpack für die Real-Leihgabe, 5:0 Bayern (55.). Zur Feier des Tages durfte Kanada-Juwel Alphonso Davies früh ran, als Linksverteidiger anstellte von Alaba wohlgemerkt (59.).

Lewandowski scheiterte noch freistehend an Keeper Müller, doch wie es das Schicksal wollte, stand „Phonzie“ plötzlich im Mainzer Strafraum und ballerte das Leder unter die Latte. Das halbe Dutzend voll, ein 18-Jähriger am vorläufigen Ziel der Träume (70.). Dabei beließen es die Bayern dann – genug Frust bewältigt.

jau, lop, vt

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