Richtet den Blick auch schon auf die kommende Saison: Carlo Ancelotti muss den nächsten Angriff auf das Triple planen.
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Richtet den Blick auch schon auf die kommende Saison: Carlo Ancelotti muss den nächsten Angriff auf das Triple planen.

tz-Experten-Kolumne

Spanischer Reporter: Auf dieser Position will Ancelotti Verstärkung

München - Der spanische Fußball-Reporter Marco Ruiz weiß genau, wie Carlo Ancelotti tickt. Er geht davon aus, dass der Bayern-Trainer eine Position prominent neu besetzen wird.

Zwei Watschn innerhalb von drei Wochen, so sieht die Welt beim FCB im Moment aus. Erst das CL-Aus gegen Real, dann die Pokalpleite gegen den BVB - es bleibt nur die Meisterschaft, was in München seit Jahrzehnten zu wenig ist. Die Frage ist: Wie wird Carlo Ancelotti reagieren? Ich sage Ihnen: Erwarten Sie keine Revolution! Carlo ist kein Typ wie Mourinho oder Guardiola. Dass ihm der Beginn in München so schwer fällt, hat einen einfachen Grund: Bayern befindet sich im Generationswandel, eine Zeit, in der es nicht einfach ist, mit den Egos von Stammspielern wie Robben oder Ribéry umzugehen, deren Flamme gerade erlischt.

Carlo ist nicht dafür bekannt, bei Wünschen der Bosse sofort nachzugeben. Beim FCB muss er das auch nicht, denn zum ersten Mal in seiner Laufbahn arbeitet er mit Fachmännern zusammen. Da waren Berlusconi bei Milan, Abramowitsch bei Chelsea, der Scheich bei PSG und nicht zuletzt Perez bei Real, der ihn in einem Vier-Augen-Gespräch nahelegte, Bales Position zu verändern. Und was tat Carletto? „Nichts“, wie er selber sagt. Heute ist es anders. Hoeneß und Rummenigge sind auf Augenhöhe, alle drei wissen, was der FCB jetzt benötigt.

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Ribéry aufgrund seines Charakters problematisch

Lahm sagt servus, Alonso hört auch auf, bei Robben und Ribéry dauert es ebenso nicht mehr lang. Ancelottis Maxime lautet aber: „Die Jungen gewinnen Spiele, die Erfahrenen Titel.“ Daher wird er auch weiterhin auf die Alteingesessenen bauen, von denen allenfalls Ribéry und sein Charakter problematisch werden könnten. Seine provokante Geste im Bernabéu hätte bei jedem anderen Trainer im Drama geendet, Carlo weiß aber damit umzugehen. Er war als Spieler selbst unersetzlich.

Und er weiß, dass er auch weiter auf die Achse Neuer-Hummels-Thiago-Lewandowski bauen muss. Nur drumherum gilt es nun eine Mannschaft zu entwerfen, in der Robben und Ribéry nur noch eine Nebenrolle spielen. Wer kommt, müssen die Bosse entscheiden. Carlo war stets mit dem zufrieden, was er bekam. Er verlangt nie, sondern empfiehlt nur. 

Berichtet für das spanische Sportblatt AS über Real Madrid: Marco Ruiz kennt Carlo Ancelotti aus dessen Zeit bei den Königlichen.

Ancelotti wird neuen Alonso einfordern

Eine Sache gibt es aber, die Ancelotti nicht mehr loslässt: Er braucht einen neuen Alonso. Nur auf dieser Position wird er die Bosse des FCB drängen, einen Spieler zu verpflichten, auf dem er sein Projekt aufbauen kann. Bei Milan waren das Seedorf und Pirlo, bei Chelsea Lampard, bei PSG Verratti, bei Real und den Bayern übergab er diese Rolle an Xabi Alonso. Ancelotti war bei der legendären Milan-Truppe der Achtziger Jahre selbst Arrigo Sacchis Gehirn auf dem Platz und half dabei, den Fußball damals zu revolutionieren.

Jetzt ist Carlo selbst derjenige, der schnellstens ein neues Gehirn für seinen FCB benötigt. Eine Art Julian Weigl zum Beispiel, oder gerne auch einen Marco Verratti, denn nur ein Transfer dieser Größenordnung ist imstande dazu, Ancelottis Bayern in der kommenden Saison ein neues Gesicht zu verleihen.

Voller Einsatz bis zum Schluss: Xabi Alonso beendet nach dieser Saison seine Karriere.

Marco Ruiz, Real-Experte bei Spaniens Sportblatt AS

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