Gehen auch im hohen Fußballer-Alter voran: Xabi Alonso, Franck Ribéry und Arjen Robben (v. l.) zählen beim FC Bayern zu den tragenden Säulen.
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Gehen auch im hohen Fußballer-Alter voran: Xabi Alonso, Franck Ribéry und Arjen Robben (v. l.) zählen beim FC Bayern zu den tragenden Säulen.

Verpasst der Klub den Umbruch?

Wegen „Robbery“ und Alonso: Dem FC Bayern drohen Probleme

  • Marcus Giebel
    vonMarcus Giebel
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München - Der FC Bayern lässt seine Gegner auf dem Platz oft genug alt aussehen. Dabei könnten die Roten selbst schon bald Schwierigkeiten wegen der Altersstruktur bekommen.

In einer Statistik hat der FC Bayern schon vor dem Start ins neue Bundesliga-Kalenderjahr Platz eins sicher. Mit einem Schnitt von 26,63 Jahren verfügen die Roten über das älteste Team aller 18 Klubs. Und in dieser transfermarkt.de-Statistik werden die Youngster Fabian Benko, Niklas Dorsch (beide 18) und Erdal Öztürk (20) - allesamt wohl ohne Einsatzchance im Star-Ensemble - mit eingerechnet.

Höchste Zeit also für einen Umbruch, dürfte sich so mancher

Niklas Süle.

Fan denken. Doch weit gefehlt! Zwar scheinen die Verpflichtungen der Hoffenheimer Niklas Süle (21) und Sebastian Rudy (26) fix zu sein, doch die Oldies Franck Ribéry (33), Arjen Robben (32) und Xabi Alonso (35) wurden bzw. werden wahrscheinlich ebenfalls allesamt mit neuen Verträgen ausgestattet - jeweils über ein Jahr, denn so hält es der FC Bayern seit jeher bei Ü30-Spielern. Einzig Philipp Lahm (33), noch bis 2018 an die Roten gebunden, scheint sich mit einem vorzeitigen Karriereende in diesem Sommer zu beschäftigen.

Rummenigge deutet Verbleib von Routiniers an

Da stellt sich die Frage: Verschläft der FC Bayern aus Verbundenheit zu seinen verdienten Profis den Generationswechsel? Immerhin betonte Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge, der bei Ribéry bereits Vollzug vermelden konnte, „dass die Spieler, die uns wichtig sind, auf gar keinen Fall abwandern“.

Und auch Trainer Carlo Ancelotti stellte in der Bild klar: „Ich habe dem Klub meine Meinung über die Spieler gesagt. Jetzt muss der Verein mit Robben und Alonso sprechen!“ Beide haben - wie auch der Franzose - in dieser Saison mehrmals bewiesen, wie wichtig sie auch im fortgeschrittenen Fußballer-Alter noch immer für die Mannschaft sind. Im Fall von Arjen Robben wurden Ancelottis Bitten auch schon erhört, der Vertrag des Niederländes bis 2018 verlängert.

Badstubers Vorgänger: Die Leihgeschäfte des FC Bayern

Liga- oder sogar Weltspitze?

Freiwillig verzichtet der Italiener nur ganz selten auf die

FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

drei Routiniers. Denn Alonsos zentimetergenaue Pässe über das halbe Feld oder die Flügelläufe und Dribblings von „Robbery“ suchen liga- wenn nicht gar weltweit ihresgleichen. So adelte Rummenigge Ribéry nach dessen Vertragsunterschrift im Herbst als „Leistungsträger und Publikumsliebling“ und verdeutlichte: „Die großen Erfolge des FC Bayern in den vergangenen Jahren sind eng mit dem Namen Franck Ribéry verbunden.“ Robben entgegnete Gerüchten um Angebote aus China oder den USA mit der klaren Ansage: „Für mich zählt nur der FC Bayern - ich spiele ja noch auf Top-Niveau.“ Nur: Wie lange noch?

Die Nachfolgeregelung auf allen drei Positionen scheint völlig offen. Die Flügelflitzer Douglas Costa und Kingsley Coman lassen ihr Können immer wieder aufblitzen, fallen jedoch auch deutlich häufiger ab als „Robbery“. Alonsos designierter Nachfolger Joshua Kimmich dürfte nicht von heute auf morgen in die Rolle des Taktgebers im Mittelfeld hineinwachsen. Ein Abschied des Spaniers könnte demnach ein besonders großes Vakuum hinterlassen.

Ribéry denkt schon an Karriereende

Entsprechend will sich keiner aus dem routinierten Trio schon

Claudio Pizarro.

jetzt zum alten Eisen zählen - wenn auch die Fragen nach dem Karriereende fast zwangsläufig kommen. Ribéry jedenfalls zeigte sich in einem Interview mit Eurosport bereits nachdenklich: „Ich bin jetzt in einem Alter, da muss man ständig abwägen: Fühle ich mich noch gut? Wie reagiert mein Körper?“

Genau diese Fragen werden sich auch die Bosse stellen müssen. Denn besonders bei der betagten Flügelzange müssen verletzungsbedingte Fehltage immer einkalkuliert werden. Alonso erwehrt sich seiner Zipperlein zumeist erfolgreich, ist angesichts der Freistellung von Emir Spahic (36) beim Hamburger SV allerdings nach den beiden Bremern Claudio Pizarro (38) und Clemens Fritz (36) der drittälteste Feldspieler der Liga.

Schmaler Grat an der Säbener Straße

Klar ist: Der FC Bayern wandelt angesichts der Altersstruktur auf einem schmalen Grat. Besonders der nicht mehr allzu ferne Abschied von Ribéry, seit 2007 im Verein, dürfte auch vielen Fans schwer zu vermitteln sein. Aber auch Robben und Alonso werden eines Tages große Fußstapfen hinterlassen an der Säbener Straße.

In der aktuellen Form jedoch hebt das erfahrene Trio den FC Bayern auf ein anderes Level. Und wie sagte schon Ex-Coach Otto Rehhagel: „Es gibt keine jungen und alten Spieler, sondern nur gute und schlechte.“ Ribéry, Robben und Alonso gehören zweifelsohne in die erste Kategorie.

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mg/snacktv

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