Niko Kovac
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Niko Kovac

Das Duell gegen RB Leipzig

Taktik-Experte blickt auf das System des FC Bayern: „Es hat sich noch nicht viel verändert ...“

  • Jonas Austermann
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Am Wochenende treffen der FC Bayern München und RB Leipzig im Spitzenspiel der Bundesliga aufeinander. Ein Taktik-Experte bewertet die Systeme der Trainer Kovac und Nagelsmann.

München - Showdown am Samstagabend! Tabellenführer RB Leipzig empfängt den Double-Sieger FC Bayern zum Spitzenspiel. Dabei besonders im Fokus: Niko Kovac und Julian Nagelsmann. Die tz blickt mit Taktik-Experte Constantin Eckner von spielverlagerung.de voraus und beantwortet die wichtigsten Fragen.

FC-Bayern-Gegner: Spielt Leipzig schon Nagelsmann-Fußball?

Bereits nach drei Bundesliga-Partien ist klar zu sehen, dass der Ex-Hoffenheim-Coach seinem Stil treu bleibt. Eckner erklärt: „Nagelsmann hat sich ein Stück weit vom Rangnick-Fußball entfernt. Leipzig spielt jetzt mehr auf Ballbesitz, ist deutlich ruhiger am Ball und spielt mehr flache Pässe.“ Unter dem ehemaligen Trainer Ralf Rangnick setzte RB vorzugsweise auf lange Bälle in die Spitze, kämpfte anschließend um die Abpraller. „Die Partien sind jetzt weniger von Chaos und Zufall geprägt“, meint Eckner. „Und für eine Topmannschaft ist es gut, die Kontrolle zu behalten.“ In der Vergangenheit brachen die Leipziger im Laufe einer Saison regelmäßig ein, die intensive Spielweise forderte ihren Tribut. Das soll sich unter Nagelsmann ändern! Zu Beginn setzte der 32-Jährige auf ein 3-5-2-System, wie schon in Hoffenheim. Beim jüngsten Sieg in Gladbach (3:1) kehrte Nagelsmann allerdings zum typischen Leipziger 4-4-2 zurück.

FC Bayern: Hat Kovac den Verein weiterentwickelt?

Trotz Double-Gewinn missfiel einigen die Art, wie Kovac den FCB zu den Titeln führte. Der größte Kritikpunkt: Der Rekordmeister wird nur über die Flügel gefährlich. Eckner: „Es hat sich noch nicht viel verändert im Vergleich zur Rückrunde der letzten Saison. Gegen Mainz gab es wieder 17 Flanken.“ Mit der Leihe von Barça-Star Philippe Coutinho und der zeitweisen Beförderung von Joshua Kimmich ins defensive Mittelfeld ist das spielerische Potenzial im Bayern-Zentrum aber deutlich gesteigert worden. Noch sucht Kovac nach der richtigen Rezeptur. „Wenn Thiago nicht auf der Sechs spielt, sondern weiter vorne, dann hängt er oft etwas in der Luft. Er ist besser darin, den Spielaufbau selbst zu leiten, als die Bälle zugespielt zu bekommen“, so der Taktik-Experte. Spielt Thiago auf der Sechs, braucht er gegen Topteams wie Leipzig einen zweikampfstarken Nebenmann. Typ Javi Martinez also? Eckner: „Martinez hat keinen guten Stand, weil seine Ballsicherheit abgebaut hat. Letzte Saison hat er im Spielaufbau oft überhaupt keine Rolle gespielt – und das kann sich Kovac gegen Teams, die früh angreifen, nicht erlauben.“

FC Bayern: Passt Timo Werner wirklich nicht?

Der Leipziger Torjäger (fünf Tore in drei Spielen) galt im Sommer als möglicher Bayern-Zugang, letztlich entschieden sich die Münchner gegen den 23-Jährigen. Für Eckner von der Plattform spielverlagerung.de die richtige Entscheidung: „In das aktuelle System des FCB würde Werner nicht passen. Als Flügelspieler wäre er nicht besser als die aktuellen und im Sturm müsste er wie Lewandowski mit dem Rücken zum Tor spielen können. Werner aber muss mit dem Gesicht zum Tor spielen und in die Tiefe geschickt werden.“

Das Spitzenspiel RB Leipzig gegen FC Bayern München können Sie am Samstag ab 18.30 Uhr im Live-Ticker von tz.de* verfolgen.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Jonas Austermann

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