1. Startseite
  2. Sport
  3. FC Bayern

Flick äußert sich zur Bayern-Krise – und denkt wehmütig an sein FCB-Aus: „Warum ist es so weit gekommen?“

Erstellt:

Von: Marius Epp, Christoph Gschoßmann

Kommentare

Ein Wiesn-Termin, und keiner will hin: Der FC Bayern muss mitten in der Liga-Krise aufs Oktoberfest. Die Stimmung ist entsprechend schlecht. News-Ticker zum FCB.

Update vom 20. September, 13.34 Uhr: Der FC Bayern muss seine Krise in der Länderspielpause aufarbeiten. Vielleicht kann Ex-Trainer Hansi Flick auch dabei helfen, indem er die deutschen Nationalspieler wieder aufbaut? Der Triple-Held hat nun sein erstes Jahr als Bundestrainer hinter sich, hadert aber immer noch mit seinem Aus als Cheftrainer in München.

„Ich glaube schon, dass ich das eine oder andere jetzt anders machen würde“, sagte er in einem Interview mit der FAZ. „Ein Gespräch wäre natürlich gut gewesen, noch mal mit dem ein oder anderen am Tisch zu sitzen, um die Dinge so anzusprechen, wie sie sind, beziehungsweise wie ich sie wahrgenommen habe, und da auch alle zu Wort kommen lassen“, so Flick.

Damit meint er nicht etwa nur Salihamidzic, sondern auch „Uli oder Kalle“. Ein bisschen Wehmut ist definitiv herauszuhören – der 57-Jährige wäre wohl gerne noch länger in München geblieben. „Ich frage mich schon manchmal: Warum ist es so weit gekommen?“

Hansi Flick äußert sich zur Krise beim FC Bayern: Bundestrainer stärkt Nagelsmann den Rücken

Update vom 20. September, 10.01 Uhr: Hansi Flick äußerte sich in einem Interview mit der FAZ zur Krise beim FC Bayern München. Der Bundestrainer nahm seinen Nachfolger Julian Nagelsmann in Schutz. „Bayern hat zu Beginn der Saison überragend gespielt. Nach dem dritten Spieltag dachte jeder, andere Teams hätten nicht den Hauch einer Chance“, erinnerte er.

„Jetzt haben sie eine kleine Schwächephase. Aber sie kreieren immer Chancen, und das stimmt mich sehr positiv.“ Flick, der auch bei der WM auf einen starken Bayern-Block um Kapitän Manuel Neuer setzt, erkennt weiterhin eine „enorme Qualität“ und „besondere Einstellung“ bei den Spielern des Rekordmeisters.

Hansi Flick ist noch immer ein Fan des FC Bayern - daran ändert auch die Trennung 2021 nichts.
Hansi Flick ist noch immer ein Fan des FC Bayern - daran ändert auch die Trennung 2021 nichts. © Federico Gambarini/dpa

Außerdem hält er Julian Nagelsmann für einen „hervorragenden Trainer“, so der ehemalige Bayern-Coach: „Ich bin ein Fan von der Art und Weise, wie er die Mannschaft Fußball spielen lässt - unabhängig von den jüngsten Ergebnissen.“

Julian Nagelsmann hat „Rauswurf-Klausel“ im Bayern-Vertrag: Tuchel sitzt ihm im Nacken

Update vom 19. September, 13.48 Uhr: Verschärft sich die Bayern-Krise in den nächsten Wochen, könnte es eng für Julian Nagelsmann werden. Mit Thomas Tuchel sitzt dem Bayern-Trainer schon ein Kandidat im Nacken, der kürzlich beim FC Chelsea überraschend entlassen worden war. An ihm hatten die Bayern bereits mehrfach Interesse, Tuchel selbst bestätigte Gespräche in der Vergangenheit.

Noch ist das nicht mehr als wilde Spekulation, für eine Nagelsmann-Entlassung ist es ohnehin noch zu früh. Die Bild will von einer „Rauswurf-Klausel“ in Nagelsmanns Vertrag erfahren haben, sollte dieser Fall doch eintreten.

Nach dem zweiten Vertragsjahr, also Ende dieser Saison, greifen dem Bericht zufolge im Falle einer Trennung festgelegte Abfindungen. Diese sollen gestaffelt sein und mit jedem Vertragsjahr geringer ausfallen.

Wird Julian Nagelsmann von Thomas Tuchel abgelöst? Bisher pure Spekulation.
Wird Julian Nagelsmann von Thomas Tuchel abgelöst? Bisher pure Spekulation. © MIS/dpa

Vor dem Ende des zweiten Jahres ist die Abfindung offenbar verhandelbar, eine Kündigung könnte für den Verein also teuer werden. Nicht zu vergessen: Schon für Nagelsmanns Ablöse hatte der FC Bayern eine Menge Geld nach Leipzig überwiesen (rund 25 Millionen).

Erste Bayern-Spieler zweifeln offenbar an Nagelsmann: Führungsstil wird angekreidet

Update vom 19. September, 10.51 Uhr: Julian Nagelsmann sitzt beim FC Bayern (noch) fest im Sattel. Zumindest sind die Bosse bemüht, diesen Eindruck zu vermitteln. Erste Spieler sollen aber am Trainer zweifeln, wie der Kicker berichtet.

Demnach dringen aus dem Team kritische Stimmen. Angekreidet werden dem Bayern-Trainer offenbar Führungsstil und Kommunikation, das Verhalten werde teilweise als wenig seriös gewertet. Mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit lässt sich sagen: Verliert Nagelsmann die Kabine, verliert er seinen Job.

Nach dem furiosen Saisonstart hat Julian Nagelsmann nun Grund zum Nachdenken.
Nach dem furiosen Saisonstart hat Julian Nagelsmann nun Grund zum Nachdenken. © IMAGO/Ulrich Wagner

Noch ist dieser Punkt aber nicht erreicht. In der zweiwöchigen Länderspielpause soll laut Kahn nun die Situation analysiert werden. Zeit für Training bleibt Nagelsmann allerdings kaum, die meisten Spieler sind mit ihren Nationalteams unterwegs.

Gab es Zoff zwischen Kimmich und Nagelsmann? Star weigerte sich offenbar, Position zu spielen

Update vom 19. September, 8.35 Uhr: Beim FC Bayern kracht‘s. Vier Spiele kein Liga-Sieg, zuletzt die bittere 0:1-Pleite in Augsburg und nur Platz vier in der Tabelle - es war ein Oktoberfest-Wochenende zum Vergessen für die Roten. Doch schon während der Partie in Schwaben soll es zu Unstimmigkeiten gekommen sein - und zwar rund um Joshua Kimmich.

In der 62. Minute brachte Trainer Julian Nagelsmann den offensiven Serge Gnabry für den von Beginn an aufgebotenen Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui. Sechser Joshua Kimmich war der „Leidtragende“ dieses Tauschs, denn der Nationalspieler wurde von seinem Coach nach rechts hinten beordert. Und das passte Kimmich anscheinend überhaupt nicht.

Hatte er keine Lust auf die Rechtsverteidigerposition? Bayerns Joshua Kimmich beim Augsburg-Spiel.
Hatte er keine Lust auf die Rechtsverteidigerposition? Bayerns Joshua Kimmich beim Augsburg-Spiel. © Tom Weller / picture alliance

Wie ran berichtet, beschwerte sich der 27-Jährige „relativ deutlich“ darüber – ihm passte eine Rückversetzung auf die Position nicht, die er jahrelang beim FC Bayern und in der Nationalelf innehatte.

Kater-Wiesn beim FC Bayern: Oliver Kahn knöpft sich Bayern-Stars vor

Erstmeldung vom 18. September: München - Der erste Wiesn-Besuch nach über zwei Jahren - und die Stimmung ist trotzdem so schlecht wie das Wetter. Der FC Bayern München besucht am Tag nach der Pleite in Augsburg das Oktoberfest, doch zum Feiern ist nach vier Ligaspielen ohne Sieg und niemandem zu mute. Besonders nicht Oliver Kahn: „Wenn wir nicht Tabellenführer sind, ist die Situation immer prekär. Wir erarbeiten uns eine Fülle von Möglichkeiten, aber machen viel zu wenig Tore daraus. Immer wieder fehlt es an letzter Konsequenz und an der nötigen Konzentration“, kritisierte er. „Dem müssen wir auf den Grund gehen.“

Kahn weiter: „Wir haben jetzt 14 Tage Pause, da werden wir uns alles mal in Ruhe anschauen, analysieren und viele Gespräche führen. Wir haben alle Voraussetzungen, einen exzellenten Kader. Gegen Leverkusen werden wir voll angreifen.“

Muss Trainer Julian Nagelsmann um seinen Job fürchten? So sieht es Kahn

Was bedeutet die Sieglos-Serie des Rekordmeisters für den Trainer? Noch sind keine Konsequenzen für Julian Nagelsmann zu befürchten. Kahn: „Dass er sich Gedanken um die Situation macht, ist ja vollkommen klar. Wir haben vier Spiele in Folge nicht gewonnen. Wir sind alle unzufrieden und übel gelaunt. Wir beschäftigen uns nicht mit irgendwelchen Personalien oder anderen Trainern. Wir sind von Julian total überzeugt.“

Oliver Kahn auf dem Weg zum Wiesn-Besuch
Wo geht es hier bitte zum Wiesnzelt? Kahn grübelt wohl auch noch über die Niederlage in Augsburg. © Jacob Alschner

Der „Titan“ weiß auch, dass die Liga nach einem neuen Meister lechzt: „Außer unseren eigenen Fans gibt es da draußen niemanden, der uns nochmal einen Meistertitel gönnen wird. Die anderen Mannschaften bringen gegen den FC Bayern jedes Mal 120 Prozent. Am Anfang der Saison ging alles locker und leicht. Vielleicht hat sich bei dem ein oder anderen der Glaube eingenistet, man könnte die Bundesliga mal nebenbei machen, aber das ist nicht der Fall. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir wieder in die Erfolgsspur zurückfinden werden.“

Wiesn-Termin beim FC Bayern am Sonntag: Niemand hat Lust

Nagelsmann selbst leitete schon am Sonntagmorgen die ersten Maßnahmen nach der Pleite ein. Wie Bild und Sport1 übereinstimmend berichten, will noch am Sonntag möglichst viele Einzelgespräche mit den Spielern führen. Den Berichten zufolge erschien der Trainer schon um kurz nach 8 Uhr an der Säbener Straße, der Rest der Spieler trudelte gegen 9 Uhr ein. Viel Zeit hatte Nagelsmann nicht, denn nach der Wiesn fahren die meisten Spieler zu ihren Nationalteams.

Julian Nagelsmann erlebt seine erste echte Bayern-Krise.
Julian Nagelsmann erlebt seine erste echte Bayern-Krise. © IMAGO/AFP

Ob er trotzdem Lust auf die Wiesn hat? „Wenn die Mannschaft hingeht, dann muss ich mit“, so der Coach, der sagte, dass der Besuch keinen Sinne mache - und „das werde ich auch dem Club mitteilen.“ Und weiter: „Grundsätzlich habe ich keine Lust.“ So sah es auch Sportvorstand Hasan Salihamidzic, der keinen Hehl daraus machte, dass er den Oktoberfest-Besuch am liebsten schwänzen würde. Die Wiesn-Mass mache ihm „jetzt keinen Bock, muss ich ehrlich sagen. Nach drei Punkten aus vier Spielen weiß ich nicht, ob mir die Mass morgen schmeckt.“

So sah es auch Vizekapitän Thomas Müller: „Ich lasse die Wiesn gerne die Wiesn sein“, doch sagte er auch: „Wir werden natürlich hingehen.“ Dem Team bleibt auch nichts anderes übrig: Der Wiesn-Besuch ist beim FC Bayern eines der wichtigsten Marketing-Events des Jahres. Im Käfer-Festzelt werden die Spieler ihren Frust hinunterspülen. (cg/epp/dpa)

Auch interessant

Kommentare