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Die Teamkollegen beglükwünschen Thomas Müller nach seinem verwandelten Elfer zum 1:0.

Heynckes-Elf ist Herbstmeister

Bayern feiert Pflichtsieg gegen zehn Mann

München - Der FC Bayern ist Herbstmeister. Dem Team von Trainer Jupp Heynckes reichte gegen Freiburg eine durchschnittliche Leistung zu einem souveränen Sieg.

Da kommt langsam keiner mehr mit! Während fast die komplette Spitzengruppe auf Kaffeefahrt-Niveau durch die englische Woche rumpelt, lässt der FC Bayern auch beim „Da-tut-man-sich-immer-schwer“-Gegner in Freiburg keinen einzigen Punkt liegen! Mit 2:0 (1:0) siegten Lahm & Co. am Mittwoch beim forschen Sportclub und feierten damit die schnellste Herbstmeisterschaft der Bundesliga-Geschichte. Noch nie konnte ein Team schon nach dem 14. Spieltag die Halbzeit-Korken knallen lassen, zehn Punkte beträgt nun der Vorsprung auf den neuen Zweiten aus Leverkusen. In Gedanken ist der FC Bayern aber (spätestens) ab jetzt sowieso nur bei Borussia Dortmund. Am Samstag ist der zweimalige Erste und jetzige Dritte zu Gast in der Arena. Herzlich Willkommen!

Obwohl da ganz sicher etwas mehr kommen muss. Am Mittwoch jedenfalls war irgendwie von Anfang an die Handbremse drin bei den Roten. Und zwar schon vor dem Anpfiff! Jupp Heynckes probierte mal wieder ein wenig aus, brachte erstmals in dieser Saison Mario Gomez von Beginn an. Zudem war Schweinsteiger nur als Breisgau-Besucher vor Ort. Der Mittelfeldstar saß im Bus, stand aber nicht im Kader. Wer sich fragt, warum: „Das ist einfach zu erklären“, so Jupp Heyncvkes vorab bei Sky. „Ich habe in den letzten Wochen immer mal einen Stammspieler heraus gelassen, Philipp Lahm zum Beispiel oder Javi Martinez. Und Bastian hat eine sehr große Laufleistung absolviert, hat sich immer ausgepumpt. Eine Pause tut ihm gut.“ Und außerdem: „Spieler haben wir genug.“

Für Schweini rückte Kroos eine Position nach hinten, im zentralen offensiven Mittelfeld durfte sich dafür Kraftwürfel Xherdan Shaqiri um alle Ecken und Kanten drehen. Keine schlechte Variante, wie sich schnell zeigte. Zunächst aber lupfte Ribéry im Sechszehner die Kugel leicht an und traf damit den Arm von Julian Schuster, Thomas Müller holte beim fälligen Elfmeter erfolgreich aus – 1:0 (12.)! Dann riss Fallou Diagne den besagten Shaqiri um und sah die rote Karte (18.). Er war der letzte Mann vor Torwart Baumann, dem Tor und der Fankurve.

In eben jener, welch Überleitung, blieb es am Mittwoch zunächst zwölf Minuten und zwölf Sekunden ziemlich still – der allgemeine Fan-Protest hatte sich also auch bis in die Fußball-Provinz herumgesprochen. Eine leise Begleitung bis zum ersten Treffer, und danach war das Spiel für die Gastgeber eigentlich schon in den Brunnen gefallen! Die Zuschauer aber drehten doch noch auf, und die Spieler des Sportclubs machten auch mal mit. Erst zielte Kruse knapp drüber (36.), dann war Martinez unglücklich mit der Hand am Ball. Einen Strafstoß gab es aber diesmal nicht (38.), ein wenig Erstaunen über die Passivität des Rekordmeisters blieb aber. In der Folge schaute der FC Bayern durch einen Gomez-Schuss (42.) und Dantes Kopfball an die Latte (45.) aber immerhin noch mal vorne vorbei.

In Hälfte zwei dann das gleiche Bild: Freiburg blieb kämpferisch, kam durch Kruse sogar zur Riesenchance zum Ausgleich. Doch Neuer war blitzschnell unten (63.). Heynckes reagierte, brachte Timoschtschuk für Kroos (64.), Pizarro war längst für den noch etwas unfrisch wirkenden Gomez drin (58.). Es blieb ein farbloser Kick, ehe ausgrechnet Defensiv-Stratege Timoschtschuk plötzlich völlig frei auf Keeper Baumann zulief. Beim Lahm-Pass zuvor schnappte erstmals die Freiburger Abseitsfalle ins Leere, der ukrainische Zerstörer umkurvte den Schlussmann und schob ein (79.).

Die Bayern mühen sich in Freiburg zur Herbstmeisterschaft - Bilder und Noten

Die Bayern mühen sich in Freiburg zur Herbstmeisterschaft - Bilder und Noten

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Und Heynckes konnte den Haken drunter machen: Zum 18. Mal ist der FCB nun Herbstmeister, in 82 Prozent der Fälle wurde er dann auch Meister. Da es aber letzte Saison bekannter Maßen nicht ganz so gut ausging, mahnte Torschütze Thomas Müller schon kurz nach Schlusspfiff: „Letztes Jahr waren wir im Winter auch in Katar und haben eine Woche lang nur das Gesülze gehört, wie wir denn feiern im Mai. Man braucht immer noch eine Rückrunde!“ Und noch ist ja auch Hinrunde…

mic , lop

Stenogramm

SC Freiburg: Baumann - 'Schmid, Hedenstad, Diagne, Sorg - Flum, Schuster - Makiadi (82. Lais), D. Caliguri - Rosenthal (89. Freis), M. Kruse

Trainer: Streich

FC Bayern: Neuer - Lahm, Dante, Badstuber, Alaba - Martinez, Kroos (74. Rafinha), T. Müller, Shaqiri (64. Timoschtschuk), Ribéry - Gomez (58. Pizarro)

Trainer: Heynckes

Tore: 0:1 Müller (Handelfmeter, 12.). 0:2 Timoschtschuk (80.)

Rote Karte: Diagne (18./Notbremse)

Schiedsrichter: Florian Meyer

Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)

Der Live-Ticker zum Nachlesen

Die Herbstmeister der vergangenen 20 Jahre

Alle Herbstmeister seit 1989 - und wer am Saisonende den Titel holte

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