Timo Werner (r.) und RB Leipzig werden für die Bayern ein echter Gradmesser.
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Timo Werner (r.) und RB Leipzig werden für die Bayern ein echter Gradmesser.

Nächster Liga-Gegner praktiziert auch klopp‘schen Überfallfußball

Bayern gegen Mini-Liverpool Leipzig: „Sie haben dieselben Grundideen“

  • vonJosé Carlos Menzel López
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Der FC Bayern hat in der Champions League das denkbar schwerste Los gezogen. In der Liga am Mittwoch erwartet den FCB ein Vorgeschmack auf Liverpool, den Leipzig hat einiges mit den Reds gemein.

München - Der erste Schreck an der Säbener Straße ist mittlerweile der Gewissheit gewichen, dass es noch einige Zeit hin ist bis zum CL-Kracher an der Anfield Road. Insgesamt 63 Tage, um genau zu sein – also alle Zeit der Welt, um sich bestmöglich auf die beiden Achtelfinals gegen Liverpool vorzubereiten. Den ersten Vorgeschmack auf das, was Niko Kovac gegen Kloppos Top-Kicker erwartet, gibt es aber schon heute Abend in der Allianz Arena. Mit RB Leipzig gastiert nämlich nicht nur der Drittplatzierte der Bundesliga in Fröttmaning, sondern mit Blick auf die Spielanlage und Stärken der Sachsen auch eine Art deutsches Mini-Liverpool.

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Blitzschnelle Stürmer und geniale Gestalter

Eine These, die auch der Cheftrainer der Bayern auf tz-Nachfrage nicht von der Hand weisen wollte. Niko Kovac über die Leipziger und Liverpooler: „Sie haben auf jeden Fall dieselben Grundideen: schnelles Umschalten und schnelle Fußballer, die dem Gegner Probleme bereiten, wenn sie hinter die Abwehrkette kommen. Es ist richtig, dass es in etwa ähnlich ist.“ Auch wenn der Kroate durchscheinen ließ, dass die Klopp-Kicker und der aktuelle Tabellenführer der Premier League das noch größere Kaliber sind – eine Bewährungsprobe für die beiden Kracher sind die Rasenballsportler aber durchaus.

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Beide Mannschaften sind auf Überfallfußball eingestellt, beide Teams verfügen über blitzschnelle Stürmer und über Trainer, die ihren Spielern diese Spielidee über die Jahre eingeimpft und zur Perfektion getrieben haben. Mohamed Salah und Sadio Mané auf britischer Seite, Timo Werner, laut Datenbank unter den fünf schnellsten Spieler der Bundesliga, auf der anderen. Yussuf Poulsen als genialer Gestalter bei RB, Roberto Firmino, seines Zeichens Ex-Hoffenheimer, bei den Reds. Jürgen Klopp als Aushängeschild der neuen Generation an der Anfield Road, Ralf Rangnick als das große Gehirn hinter dem Megaprojekt RB Leipzig.

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Bayern wurde zuletzt von Leipzig ausgekontert

Was geschieht, wenn man den Leipzigern zu viel Platz gibt, bekamen die Münchner vergangene Saison in Leipzig zu spüren, wo die Roten gnadenlos ausgekontert wurden und 2:1 verloren. Gleiches blüht den Gegnern der Liverpooler – siehe Man United, das vergangenen Samstag 1:3 unterging. Es sollte die letzte Partie von José Mourinho als Trainer von United sein, der zu Klopps PS-Maschinen nur Folgendes sagte: „Sie sind schnell, haben eine hohe Intensität, sie sind aggressiv, physisch stark, sie sind fokussiert. Sie spielen mit 200 km/h, mit und ohne Ball. Ich bin jetzt noch müde, nur weil ich (Andrew) Robertson zugeschaut habe! Er macht jede Minute einen 100-Meter-Sprint. Absolut unglaublich.“

Qualitäten, die auch im Osten der Republik geschätzt werden – und die den Bayern in der zurückliegenden Krise enorme Probleme bereiteten. Infolge der zahlreichen Kontertore, die sich die Münchner während der Negativserie fingen, stellte Kovac die Rotation ein und machte aus einer Sechs eine Doppelsechs. Die Maßnahmen griffen, die Bewährungsprobe für die „neuen“ Bayern steht aber erst heute gegen die RB-Konterkanonen an. „Wir müssen ihre Stärken minimieren“, meint Kovac. Und Klopp? Der dürfte sich die Partie des FCB gegen das deutsche Mini-Liverpool auch nicht entgehen lassen…

José Carlos Menzel López

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