Clemens Fritz
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Clemens Fritz.

Interview mit dem Bremer Kapitän

Clemens Fritz: So will Werder Lewandowski stoppen

  • Sven Westerschulze
    vonSven Westerschulze
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Bremen - Clemens Fritz ist Kapitän von Werder Bremen, dem nächsten Gegner des FC Bayern. Im Interview erklärt der 36-Jährige, der seit 2006 in Bremen spielt, warum er sich gegen den Spitzenreiter durchaus etwas ausrechnet und wie Werder FCB-Goalgetter Robert Lewandowski stoppen will.

Für Clemens Fritz wird es ein Wettlauf mit der Zeit. Der Werder-Kapitän hat Nackenprobleme und wird rund um die Uhr behandelt, um Samstag (15.30 Uhr, Sky) beim Duell gegen den FC Bayern auf dem Platz zu stehen. Der Defensivstabilisator wird dringend benötigt, um die Offensive des Rekordmeisters einzubremsen. Im tz-Interview erklärt der 36-Jährige, der seit 2006 in Bremen spielt, warum er sich gegen den Spitzenreiter durchaus etwas ausrechnet und wie Werder FCB-Goalgetter Robert Lewandowski stoppen will.

Herr Fritz, werden Sie bis zum Spiel rechtzeitig fit?

Fritz: Wir arbeiten mit Hochdruck daran. Ich hoffe, dass ich heute ins Training einsteigen und am Samstag spielen kann. Durch die Behandlungen geht es mir schon besser, ich bin optimistisch.

Was macht für das Spiel mehr Mut? Der eigene, couragierte Auftritt gegen den BVB oder Bayerns mäßige Leistung in Freiburg?

Fritz: Für den guten Auftritt gegen Dortmund haben wir uns leider nicht belohnt. Da hätte ich es lieber so wie die Bayern gemacht. Aber wir haben viele gute Ansätze gezeigt, das ist positiv zu bewerten. Die wollen wir mit ins nächste Spiel nehmen. Wir brauchen einen sehr guten Tag, um gegen die Bayern was zu erreichen. Dafür müssen wir mutig und selbstbewusst auftreten. Nach der Leistung vom vergangenen Wochenende haben wir keinen Grund, uns zu verstecken.

Sie spielen im elften Jahr bei Werder. Anfangs noch auf Augenhöhe mit dem FCB, in den letzten Jahren haben sich die Vorzeichen geändert. Gehen Sie die Spiele nun anders an?

Fritz: Ich will immer noch gegen die Bayern gewinnen, schließlich geht es um drei Punkte. Und mit einem Blick auf die Tabelle wird deutlich, dass wir Punkte brauchen. Da will ich mich nicht nur gut verkaufen, da will ich etwas Zählbares mitnehmen. Aber klar: Wir müssen auf ein paar Schwächen der Bayern hoffen und dürfen keine Angst vor ihnen haben. Wir brauchen als Mannschaft eine gute Leistung und müssen die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen.

Alle gucken am Samstag auf Serge Gnabry. Merkt man ihm eine gewisse Anspannung an?

Fritz: Überhaupt nicht, Serge ist klar im Kopf und steht mit beiden Beinen auf dem Boden. Wir sind froh, dass er bei uns spielt. Er wird sich nicht von äußeren Umständen beeinflussen lassen. Das kann ich mir nicht vorstellen, denn er macht einen sehr guten, entspannten Eindruck.

Auf der anderen Seite steht Robert Lewandowski. Hat Werder schon einen Plan, um ihn zu stoppen?

Fritz: Lewandowski ist Weltklasse, für mich derzeit sogar der beste Stürmer der Welt. Er ist unglaublich schwer zu verteidigen, das hat man bei seinem zweiten Tor in Freiburg wieder einmal gesehen. Wir müssen es ihm schwer machen. Da ist nicht nur ein Einzelner, sondern die ganze Mannschaft gefragt. Ich bin optimistisch, dass wir ihn in den Griff kriegen, denn ich habe vollstes Vertrauen in unsere Defensivarbeit.

Vergangenes Jahr haben Sie Ihr geplantes Karriereende aufgrund des schwachen Saisonverlaufs aufgeschoben. Gibt es bald ein Déjà-vu?

Fritz: Dafür ist es noch zu früh. Ich habe mich in diesem Jahr bewusst noch nicht damit beschäftigt. Dabei spielt meine körperliche Verfassung eine Rolle, da werde ich die nächsten Wochen abwarten, wie ich mich fühle. Und natürlich werde ich vorher auch mit meiner Freundin darüber sprechen.

Alena Gerber – die ist für Sie von München nach Bremen gezogen. Steht ihr Grün besser als Rot?

Fritz: Sie ist Werder-Sympathisantin (lacht). Aber da musste ich keine große Überzeugungsarbeit leisten. Sie war vorher auch kein Bayern-Anhänger.

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