Oberbayern im Gespräch: Kevin Volland (M.) mit Thomas Müller (l.). Rechts Mats Hummels, der auch jahrelang beim FCB kickte.
+
Oberbayern im Gespräch: Kevin Volland (M.) mit Thomas Müller (l.). Rechts Mats Hummels, der auch jahrelang beim FCB kickte.

Brettspiel statt Konsole im Trainingslager

Nach „Daddel-WM 2018“: Volland verrät, was die DFB-Jungs statt PlayStation jetzt spielen

Kevin Volland ist die große Überraschung in Joachim Löws letztem Turnierkader. Er spricht über mehrere Momente in seiner Karriere, in denen er fast zu den Bayern ging.

München - Seine Nominierung war die wohl größte Überraschung, die Joachim Löw bei seinem letzten Turnier aus dem Hut zauberte: Kevin Volland. Der Angreifer von AS Monaco, einziger echter Neuner im Team, wurde jahrelang von Löw links liegen gelassen, und nun doch für die Europameisterschaft* berücksichtigt. Dabei hätte er fast einen Karriereweg eingeschlagen, der ihm sicher mehr Aufmerksamkeit eingebracht hätte - den zum FC Bayern*.

Auf die Frage in einem Interview von Bild, ob er jemals eine Anfrage der Roten auf dem Tisch hatte, sagte Volland: „Ich war als Jugendlicher im Probetraining bei den Bayern! Dann habe ich mich aber für die Löwen entschieden.“

Der Ex-Löwe schwärmte über seinen Heimatklub: „Was der Nachwuchs des TSV 1860 damals rausgebracht hat, war einfach beeindruckend für mich.“

Kevin Volland über Kontakt zum FC Bayern: „Es gab ein paar Gespräche“

Statt zum FCB ging es für Volland nach Hoffenheim und später nach Leverkusen, wo er immer seine Leistung brachte - und wieder hätte es zu einem Wechsel zum FC Bayern kommen können. Volland: „Später gab es dann ein paar Gerüchte und Gespräche, etwa zur Zeit, als Niko Kovac Trainer bei den Bayern war.“ Doch er gibt auch zu: „Wie konkret das aber tatsächlich war, weiß ich nicht.“

Mit einem DFB-Teamkollegen, der seine gesamte Karriere bei den Isarstädtern verbracht hat, versteht sich der in Marktoberdorf (Allgäu) geborene Volland allein schon von der Sprache her: Thomas Müller*. Doch „der Thomas knallt jedem seine Sprüche auf Bairisch hin, unabhängig aus welchem Bundesland du kommst“, stellt Volland klar. Der Ex-Löwe hat lobende Worte für Müller: „Was man nicht unterschätzen darf: Bei allem Spaß sagt er dir im Training genauso knallhart, wie es laufen muss, wo man sich verbessern muss. Das hilft dir als Teamkollege, ich orientiere mich an ihm. Ein Spieler mit dieser Erfahrung ist eine Bereicherung für jede Mannschaft.“

Kevin Volland: Nominierung kam „völlig überraschend“ - Bruder ist „durch München gesprungen“

Seine Nominerung habe ihn total überrascht. Nach einem Flug zum Pokalfinale in Paris habe er eine Sprachnachricht von Joachim Löw auf dem Handy gehabt, so der 28-Jährige. Nach einem guten Gespräch habe der Bundestrainer ihn gefragt, „ob ich Bock auf die EM habe. Da sagst du natürlich: Ja, definitiv! Innerlich habe ich mich total gefreut: Jetzt die EM, wie geil ist das denn? Das ist dann auch ein Stück Belohnung für die harte Arbeit in Monaco“, betonte der Nationalmannschafts-Rückkehrer und verriet lachend: Löws Nummer, „die war noch eingespeichert“.

Der Offensivmann war „extrem happy und gleichzeitig etwas aufgeregt. Als ich es meinem Bruder erzählt habe, ist er durch München gesprungen“, sagte er und gab zu: „Die zwei Jahre nach der letzten Nominierung habe ich schon immer gehofft, gerade wenn man eine gute Saison spielt, seine Tore schießt und Scorerpunkte sammelt“.

Und noch ein Turnier ist auf seinem Radar: „Ich hatte mit Stefan Kuntz* bereits Kontakt wegen Olympia“, verriet Volland, aber nun konzentriert er sich auf die EM - ohne gleich alles zu wollen. „Nach viereinhalb Jahren Pause sage ich sicher nicht, dass ich jedes Spiel von Beginn an spielen muss.“

Volland über Hummels-Lob: „Ich suche mit dem Po den Kontakt“

Bisher musste er aber seine Playstation im Gepäck gar nicht benutzen: „Ich merke hier schon nach wenigen Tagen: Das Miteinander ist super, die Kaderzusammenstellung passt sehr gut. Wir sitzen hier untereinander so oft zusammen, reden, spielen Backgammon“, lobte Volland den Teamgeist im Trainingslager Seefeld.

Lob erhielt Volland von BVB-Verteidiger Mats Hummels*, der ihn „mit dem Rücken zum Tor als einen der besten Spieler überhaupt“ bezeichnet hatte. Volland: „Wenn Mats das sagt, ist es eine Ehre für mich. Wir hatten in der Bundesliga harte Duelle, die uns beiden wehgetan haben. Mit dem Rücken zum Verteidiger, das ist eine meiner Stärken: Ich suche mit meinem Po den Kontakt, haue mich voll rein.“ Daran zweifelt niemand - trotz der vergangenen Jahre anscheinend noch nicht mal mehr Jogi Löw. (cg mit dpa) - *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare